Bürgermeister Gerd Hieber und die Büchereimitarbeiterinnen Erika Mai (links) und Birgit Hummel schneiden das obligatorische Band zur Einweihung der Bücherei durch. Foto: Danner

Stadtbücherei offiziell eingeweiht. Am 25. Oktober ist "Tag der offenen Tür". Ab 2. November regulärer Betrieb.

Sulz - Marianne Mosig ist wohl die treueste Nutzerin der Stadtbücherei. Seit 40 Jahren leiht sie hier ihren Lesestoff aus. Da durfte sie gestern bei der offiziellen Einweihung der frisch sanierten Räume im Kreise der Verwaltungsspitze und Stadträte natürlich nicht fehlen.

Einen wichtigen Beitrag zur Belebung der Innenstadt nannte Bürgermeister Gerd Hieber die neu gestaltete Bibliothek in der Bergstraße 37 in seiner Begrüßung. Verwaltung und Gemeinderat sei es wichtig gewesen, ins Sanierungsgebiet "Historischer Stadtkern" neben den Renovierungen der Häuser von Privatpersonen auch das städtische Gebäude, in dem einst die Volksschule untergebracht war, miteinzubeziehen.

Nach der Interimszeit im "alten Rathaus" und einigen Umzügen erstrahle die Stadtbücherei nun in neuem Glanz. Obgleich die Bezeichnung Bücherei eigentlich gar nicht mehr richtig sei. Neudeutsch würde man sie nun wohl als Mediathek bezeichnen. Denn unter den mehr als 10 000 Medien sind allein 500 neue Hörbücher.

Und durch den Anschluss an den "SchwAlbE-Verbund" stehen über 11 000 E-Books zur Ausleihe zur Verfügung.

Hieber ging auch auf die Geschichte der Bibliothek in Sulz ein. Stadtarchivar Paul T. Müller hatte ihn mit den notwendigen Daten versorgt. 1948 wurde sie mit damals 400 Büchern, gespendet von der Bevölkerung, im Erdgeschoss des Amtsgerichtgebäudes – also dem heutigen Rathaus – eröffnet. Mit Beginn der 1960er-Jahre hielt sie Einzug in die Bergstraße 37. Auf Ruth Trick, die die Stadtbücherei 30 Jahre lang geleitet hatte, folgte 2003 Erika Mai. "Sie sind seither die Herrin im Hause", sagte Hieber. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Birgit Hummel und Hausmeisterin Antje Johannes sorgt sie für den reibungslosen Ablauf.

Die vergangenen beiden Jahren verlangten den Frauen einiges ab. Galt es doch gleich zwei Mal alles ein- und wieder auszupacken. Ein Dankeschön für den Bauhof schickte Hieber hinterher. Die Männer mussten die schweren Bücherkisten nämlich tragen.

Erika Mai machte nicht viele Worte. Schließlich lese sie lieber, als dass sie rede. Also ließ sie ein Zitat für sich sprechen: "Eine gute Bibliothek ist eine Art Feinschmeckerrestaurant für den Geist, wo man täglich Neues und Gutes entdecken kann." Die Einweihungsgäste wurden durch die Bücherei geführt, bekamen das neue Mobiliar, die Krimi-, Kinder- und Jugendecke, den Recherche-PC und den neuen Beamer samt Leinwand gleich im Einsatz mit einer Power-Point-Präsentation gezeigt.

Sie wurden über die Möglichkeit der Führungen für Schulklassen und Kindergärten informiert und erfuhren, dass es künftig eine Fläche für die verschiedensten Veranstaltungen gibt.

1000 aktive Nutzer hat die Stadtbücherei bisher, an die 5000 Besucher pro Jahr. Bürgermeister Hieber rechnet fest damit, dass dies künftig noch mehr werden. Ganz sicher mit dabei ist jedenfalls Stammleserin Marianne Mosig. Denn: "Ich finde, das ist ganz toll geworden."

Am Sonntag, 25. Oktober, ab 12 Uhr findet ein Tag der offenen Tür in der Stadtbücherei im Rahmen des verkaufsoffenen Sonntags statt. Ab Montag, 2. November, ist Ausleihe und Rückgabe mit längeren Öffnungszeiten: montags und donnerstags, 9.30 bis 13.30 Uhr und 14 bis 18 Uhr, jeden ersten Samstag im Monat von 10 bis 12 Uhr.

Zudem hat die Stadtbücherei eine eigene Homepage: www.stadtbuecherei-sulz.de