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Sulz a. N. Brücken-Abriss: 40 Tonnen schweben über der Glatt

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Die Brücke über die Glatt wird mit dem Kran Stück für Stück abgebaut. Dieses Teil wiegt mehr als 40 Tonnen. Foto: Steinmetz

Sulz-Glatt - "Sie wehrt sich", sagt Ortsvorsteher Helmut Pfister. Er beobachtet die Abrissarbeiten der Brücke über die Glatt. Die Firma DIZWO aus Schramberg ist damit beauftragt worden.

Die Brücke an der Unterdorfstraße ist 1933 gebaut worden. Lange genug hat sie ihren Dienst geleistet, aber zuletzt war sie so marode, dass nur noch ein Abbruch in Frage kam. Das tut ein bisschen in der Seele weh. "Man sieht, dass Beton nicht ewig hält", meint Pfister.

Abbruch setzt sorgfältige Planung voraus

Das alte Bauwerk, so kaputt es ist, leistet jedenfalls noch erheblichen Widerstand. Es ist zuerst in vier Teile zersägt worden. Jedes davon wiegt mehr als 40 Tonnen. Stück für Stück werden sie abgebaut. "Das ist ein erschütterungsfreies Verfahren", erklärt Bauleiter Frank Dieterle, der gerade zuschaut, wie drei seiner Mitarbeiter mit Presslufthämmern die Verankerungen aufbrechen. Eine staubige Knochenarbeit.

Der Abbruch setzte sorgfältige Planung und Vorarbeit voraus. "Höchste Priorität hat der Gewässerschutz", sagt Dieterle. Damit das Bohrwasser nicht in die Glatt fällt, ist eine Rinne angebracht worden. Es ist zwar nicht giftig, aber es sollen auch keine Betonteile in den Bach gelangen.

Kein Bauplan mehr vorhanden

Dass von der 87 Jahre alten Brücke kein Bauplan mehr vorhanden ist, erleichtert die Arbeit nicht gerade. Die Tragfläche ist stärker verankert als gedacht, muss Dieterle feststellen.

Die Firma hat zwei Kranen, 160 und 190 Tonnen schwer, mit 30 Meter langen Auslegern aufgestellt. Der größere dient nur zur Balance.

Fast eine Stunde lang dröhnen die Pressluftbohrer. Zwischendurch werden Hebeversuche gemacht. Es wird immer wieder kontrolliert, ob alles lose ist. "Ich könnte mit über 50 Tonnen ziehen", sagt der Kranfahrer. Nicht ratsam, solange das Brückenteil nicht frei ist. Wird es mit zu viel Zug herausgerissen, würde es nach oben schnellen. Der Kranfahrer muss sich noch gedulden, bis die Bolzen, mit denen die Brücke verankert ist, durchschnitten sind.

Widerlager soll ertüchtigt werden

Noch hängen 33 Tonnen an den schweren Ketten des kleineren Krans. Zuviel, um zu ziehen. Bei 30 Tonnen wird es nochmals versucht. Diesmal klappt’s: Mit beiden Kränen wird das Teilstück angehoben, dann aber nochmals aufgesetzt. Den Rest soll der Kran auf dem linken Glattufer erledigen. Zwei Arbeiter ziehen die schweren Ketten auf die andere Seite und führen sie durch zwei Bohrlöcher. Die Ketten des zweiten Krans werden abgehängt.

41 Tonnen schweben jetzt über der Glatt und werden auf einer Schotterfläche vorsichtig abgelegt. Kaum liegt der etwa 20 Meter lange Träger neben dem bereits abgebrochenen Brückenteil, geht es weiter. Noch zwei Teilstücke müssen abgebaut und anschließend zum Abtransport zerkleinert werden. Übrig bleibt das Widerlager: Es soll ertüchtigt werden.

Mehr als eine Million Euro kostet der Neubau der unteren Brücke, für die die Stadt allerdings Zuschüsse erhält. Die obere Glatt-Brücke ist vor etwa zehn Jahren saniert worden. Weil es sich dort um eine Kreisstraße handelt, hat damals der Landkreis die Kosten übernommen.

Der schlechte Zustand der gemeindeeigenen Brücke am Ende der Unterdorfstraße ist seit vier Jahren bekannt. Die Note "ungenügend" zwang zum Handeln. Das Brückenbauwerk wies zahlreiche Abplatzungen und Risse auf. Größtes Problem war ein abgesprengtes Widerlager. Die Arbeiten seien im Zeitplan, teilt Pfister mit. Mitte Oktober soll die neue Brücke fertig sein.

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