Margret Schwarz aus Glatt betätigt sich als Kunsthandwerkerin für einen guten Zweck. Spende für kranke Kinder.
Sulz-Glatt - "Das war mal ein Soßenlöffel, und das eine Gabel." Jetzt ist es Schmuck. Margret Schwarz hat ihn vor ihrer Haustür gefertigt.
In ihrer Freizeit betätigt sich Margret Schwarz als Kunsthandwerkerin für einen guten Zweck. Ihre Schmuckstücke – das sind Anhänger – verkauft sie und übergibt den gesamten Erlös an den bei der Universitätsklinik Tübingen angesiedelten Verein "Hilfe für kranke Kinder".
Das Material ist altes Silberbesteck. "Das war früher der Schatz jeder Frau", erzählt Margret Schwarz. Sie hat selber ein Faible dafür. "Wenn ich es nutze, meine ich, ich bin reich", sagt sie. Solche Werte werden heute nicht mehr geschätzt. So kommt sie dann aber auch zu ihrem Rohmaterial. "Nimm’s mit, sonst schmeiße ich es weg", hört sie immer wieder. Die silberne Kuchenschaufel oder den Silberlöffel nimmt sie dann dankend an. Inzwischen ist die ganze Familie eingespannt und sammelt Silber.
Das Silberbesteck kauft sie aber auch selber auf Flohmärkten. Von dort stammt ihre Idee, Schmuck herzustellen. Das ist mittlerweile zu einem richtigen Handwerk geworden. Anfangs klopfte sie noch auf der Gartenmauer Löffel und Gabeln zurecht. Besser geht es jetzt aber auf dem kleinen Amboss. "Ich probiere aus", erklärt sie ihre Vorgehensweise. Was dabei heraus kommt, ist manchmal gewollt, manchmal auch ein Zufallsprodukt. Hauptsache ist: Es gefällt den Kunden. Abnehmer findet sie oft in diversen Geschäften, unter anderem in Blumenläden in Baiersbronn, Sulz, Hopfau oder anderen Läden in Horb und Roßwangen bei Balingen. Dort darf sie ihren Silberschmuck ausstellen. In den vergangenen vier Jahren sind genau 19 440,58 Euro zusammengekommen. Den Betrag hat die in Vöhringen beschäftigte Altenpflegerin komplett an den Tübinger Verein gespendet.
"Unsere kranken Kinder sind keine Fallpauschale", hat die Glatterin auf zwei Tafeln an der Hauswand geschrieben. Margret Schwarz will, wie sie betont, mit ihren Spenden nicht die Krankenkassen entlasten. Sie sollen vielmehr für einen zusätzlichen Zweck verwendet werden.
Der Tübinger Verein unterstützt unter anderem Familien, die durch die Erkrankung ihres Kindes in eine finanzielle Notlage kommen. Auch werden zusätzliches Fachpersonal und medizinische Geräte sowie Beratung und Schulung von Eltern und Kindern finanziert. In der Kinderklinik werden mit Spendengeldern darüber hinaus gezielt Spielzimmer gefördert.
Margret Schwarz sammelt weiter Silberbesteck. Gern würde sie auch Ringe und Armreife anfertigen. "Das kann ich noch nicht. Dafür suche ich noch einen Rentner, der sich mit Metall auskennt", sagt sie.