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Sulz a. N. Auf der Suche nach Alternativen

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Förster Karlheinz Mertes misst mit dem Meterstab: Der noch junge Baum ist in wenigen Jahren fünf Meter hoch gewachsen.Foto: Steinmetz Foto: Schwarzwälder Bote

Welche Baumart hält dem Klimawandel am besten Stand? Die Fichte gilt jedenfalls schon lange nicht mehr als Zukunftsbaum im Wald, die Buche inzwischen auch nicht mehr. Der Sulzer Förster Karlheinz Mertes hat nach Alternativen gesucht.

Sulz. Er könnte die "eierlegende Wollmilchsau" sein: der Intermedia-Nussbaum, eine Kreuzung aus Schwarznuss, die aus Amerika stammt, und Walnuss aus Asien. Diese Hybrid-Pflanze hat den enormen Vorteil, dass sie an einem extremen Standort schnell wächst. Zudem gelte das Holz als hochwertig, erklärt Mertes.

30 Zentimeter hoch war der Baum bei der Pflanzung, nach fünf Jahren hat er bereits eine Höhe von fünf Metern erreicht. Der Förster hat an der L 424, kurz vor der Abzweigung nach Weiden, eine kleine Präsentierfläche mit 250 Exemplaren angelegt. Zuvor standen hier Fichten, die wegen des Borkenkäferbefalls entfernt werden mussten. Der Förster überlegte, wie as Areal wieder aufgeforstet werden könnte. Als Nachfolgerin der Fichte ist die Douglasie ins Gespräch gekommen. "Ob sie den Klimawandel auffängt, wissen wir nicht", so Mertes. Die Douglasie hat Nachteile: Gleich mehrere Schädlinge, unter anderem ein hier wenig bekannter Borkenkäfer, könnten sie zum Absterben bringen. Zudem verträgt der Baum den Muschelkalkboden nicht. Mertes: "Wir pflanzen zwar die Douglasie, sie wird die Fichte aber nicht ersetzen." Zudem werde es auch nicht möglich sein, damit ganze Wälder umzubauen. Eine Nadelbaumart, die Kalk verträgt, ist die Zeder. Mertes würde am liebsten 1000 Stück davon kaufen, nur drei konnte er sich reservieren lassen. Die Atlas- oder Libanon-Zedern, mit denen in der Antike Paläste und Tempeln gebaut wurden, seien nur schwer zu bekommen. Als Standort für die Zeder käme beispielsweise Dürrenmettstetten mit seinen steinigen Böden in Frage.

Die Hybrid-Nuss gibt es erst seit etwa 30 Jahren. Sie vertrage niedrige wie hohe Temperaturen und sei somit "aus heutiger Sicht die ideale Baumart", glaubt Mertes. Flächendeckend würde er diese Kreuzung jedoch nicht kultivieren. Der Aufwand wäre zu hoch: Eine Pflanze kostet neun Euro. Mit Einzelschutz vor Wildverbiss und Stab kommen zwölf Euro zusammen. Nach der Pflanzung musste jeder Jungbaum mit seinen in die Tiefe gehenden Wurzeln noch einzeln gegossen werden. Doch die Mühe hat sich gelohnt: Es habe kaum Ausfälle gegeben.

Die Hybrid-Nussbäume seien keine Genpflanzen, versichert Mertes. Geerntet werden können sie im Alter von 70 bis 80 Jahren. 300 Euro pro Festmeter sind der aktuelle Marktpreis für Nussholz. Zum Vergleich: Die Fichte wird derzeit mit 70, die Douglasie mit 110 Euro je Festmeter gehandelt.

Mertes glaubt, dass die Hybrid-Nuss auch ein Ersatz für Tropenhölzer sein kann. Ob diese Nussbaumsorte Früchte trägt, weiß er nicht. Zur Naturverjüngung würde sie sich vermutlich nicht eignen. Auf einer kleinen Fläche ist für Mertes der Anbau aber ein Versuch wert. Mit welchem Nutzen, kann er nicht mit Bestimmtheit sagen. "Das Problem in der Forstwirtschaft ist, dass die Bäume 100 Jahre lang wachsen müsse, um zu sehen, ob sie das Klima aushalten", erklärt er.

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