Die Simon Group und MS Schramberg sind von Chinas Ausfuhrbeschränkungen für Wolfram und Seltene Erden betroffen. Wir haben bei den Unternehmen angefragt, was die Auswirkungen sind.
China hatte als eine Reaktion auf die US-Zölle das bisherige Verfahren für den Export von Wolfram im Februar und für Seltenen Erden im April gestoppt.
Für die betroffenen Unternehmen hat das schwerwiegende Folgen, denn diese Grundstoffe sind für ihre Produktion unverzichtbar. So hatte Johannes Schmidt, Vorstandsvorsitzender der Indus-Gruppe, schon bei der Präsentation der Zahlen für das erste Quartal 2025 darauf hingewiesen, das chinesische Exportkontrollen auf Wolframverbindungen zu einem Versorgungsrisiko führten bei einer Beteiligung, die Hartmetallwerkzeuge herstellt. Gemeint war die Betek der Simon Group in Aichhalden, die aus Wolfram durch den Zusatz von Kobalt eine Speziallegierung erzeugt für die Produktion ihrer Hartmetallwerkzeuge.
„Durch die US-amerikanische Zollpolitik und die verschärften internationalen Handelskonflikte ist auch die Simon Group mit hohen Unsicherheiten konfrontiert“, antwortete Geschäftsführer Tobias Hilgert auf die Anfrage unserer Redaktion. Er bestätigte, dass die Simon Group größere Mengen wolframhaltiger Vorprodukte aus China beziehe. „China hat im Februar 2025 die Kontrolle über die Ausfuhr von Wolfram und Wolframverbindungen ausgeweitet. Seither ist festzustellen, dass sich der Genehmigungsprozess erheblich verschärft hat“, berichtete Hilgert. „Aufgrund aktueller Entwicklungen ist die benötigte Zeit bis zur Erteilung einer Ausfuhrgenehmigung nicht mehr vorhersehbar und es ist unklar, ob die Genehmigungen überhaupt im benötigten Umfang erteilt werden“, führte Hilgert weiter aus.
So komme es bereits zu erheblichen Lieferverzögerungen. „Trotz eines sofort eingeleiteten umfangreichen Maßnahmenpakets bei der Simon Group besteht das konkrete Risiko, dass im zweiten Halbjahr 2025 durch die Versorgungsprobleme Umsätze bei uns nicht realisiert werden können“, warnte Hilgert. Es sei jedoch auch nicht auszuschließen, dass die Versorgung im Laufe des Jahres wieder gesichert werden könne: „Wir hoffen, dass unsere Maßnahmen rechtzeitig positive Wirkung zeigen werden.“
Engpass und Lieferverzögerungen
Auch die MS Schramberg gehört zu den Unternehmen der Region, die von den Exportkontrollen betroffen sind. Im April hatte die chinesische Regierung Beschränkungen für die Ausfuhr von sechs schweren, ausschließlich in China gewonnen Seltenerdmetallen verhängt, außerdem für Seltenerdmagnete, die zu 90 Prozent in China hergestellt werden.
MS Schramberg bezog bislang solche Seltene Erden aus China. „Es wird einen Engpass geben“, antwortet Geschäftsführer Michael Dein auf die Anfrage unserer Redaktion. Also werde es zu unkalkulierbaren Verzögerungen bei den Lieferungen an die Kunden kommen. Natürlich arbeite MS Schramberg an einer Lösung des Problems. „Aber alternative Beschaffungswege lassen sich nicht kurzfristig organisieren und werden erheblich teuer sein“, stellte Dein fest.