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Endlich wieder Südwest-Messe: So lautete am Donnerstagmorgen der Tenor bei der Eröffnung des viertägigen Messe-Spezials, das bis Sonntag zu den Themen Bauen, Handwerk und Energie in die Messehallen lockt. Auch wenn aufgrund der Corona-Situation immer noch ein gewisses Risiko mitschwingt, sind alle Beteiligten positiv gestimmt.

Villingen-Schwenningen - "Menschen begegnen Menschen" und "Mitten unter Menschen sein": Was bei der Südwest-Messe eigentlich der Normalfall ist, wird in diesem Jahr eine Besonderheit und ein Wagnis sein. Dennoch herrschte bei der Eröffnung der kompakten Leistungsschau Aufbruchstimmung und Freude unter den Verantwortlichen.

Persönliche Gespräche mit Ausstellern

Denn dass sie überhaupt stattfinden könne, so Stefany Goschmann, Geschäftsführerin der SMA Südwest Messe- und Ausstellungs-GmbH, sei zum einen in gewisser Weise ein gewagtes Vorhaben, und zum anderen nicht ganz einfach umzusetzen gewesen: Schließlich dauere die Vorbereitung normalerweise ein Jahr, diesmal habe man erst einige Wochen vorher gewusst, dass die Messe als komprimierte Variante wahrscheinlich stattfinden könne.

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Auch wenn man sich den aktuellen Corona-Bedingungen – auf der Messe gelten die 3G-Regeln – unterwerfen müsse, hofft die Messegesellschaft auf viele interessierte Besucher, die intensiv im persönlichen Gespräch mit den Fachausstellern an die notwendigen Informationen rund um Bauen, Handwerk und Energie gelangen können.

Wieder Plattform für die regionale Wirtschaft

Nachdem sie im vergangenen Jahr komplett ausgesetzt werden musste, sei es schön, wieder einmal eine Südwest-Messe durchzuführen und eine Leistungsschau der Region erleben zu können, betonte auch Oberbürgermeister Jürgen Roth. Denn trotz des Lockdowns sei die Wirtschaft immer weiter gelaufen, es habe viel zu tun gegeben. Umso wichtiger sei es, der Wirtschaft wieder eine Plattform im Form der Messe zu geben. Wie gewohnt stünden Qualität und Service im Mittelpunkt, gebe es interessante Neuheiten, aber auch bewährte Produkt- und Dienstleistungen.

Neu seien natürlich die erforderlichen Vorkehrungen, die der eigenen Erfahrung nach schon jetzt perfekt funktionierten, so der Oberbürgermeister: Er habe sein Handy, über das er sich online für den Messe-Besuch registriert hatte, im Auto vergessen und musste eine Runde extra laufen, um es zu holen. Am Eingang habe es nämlich vonseiten der Security-Mitarbeiter "Kein Einlass" geheißen, berichtet er mit einem Schmunzeln.

Nach der Sommerpause sei der Wunsch nach ein bisschen mehr Normalität bei vielen Bürgern groß, und man sei auf einem guten Weg dahin. "Und dazu trägt auch die Messe bei", findet der Oberbürgermeister.

So findet es auch Landrat Sven Hinterseh gut, dass die Messe stattfindet und Menschen wieder zusammenkommen können. Sein Credo: "Dort gesellschaftliche Teilhabe stattfinden lassen, wo es verantwortbar ist."

Impfbus des Landkreises direkt auf der Messe

Hinterseh nutzt die Eröffnung für andere Schwerpunkte. Sein Dank geht mehrfach an die Familie Goschmann, mit der im Frühjahr 2020 eine gute Kooperation geglückt sei, als in den Messehallen eine Corona-Teststation auf die Beine gestellt wurde.

Noch bis Ende September biete nicht weit von der Messe, in der Tennishalle, das Kreisimpfzentrum die Möglichkeit, sich impfen zu lassen, ebenso wie der Impfbus des Landkreises direkt auf der Messe. "Impfen leistet einen entscheidenden Beitrag, da müssen wir weitermachen." Er sei ein positiver Mensch und hoffe, dass dann so etwas wie die Messe wieder öfters möglich sei.

Für den Landrat lassen sich die diesjährigen Themenbereiche unter den Klimaschutz stellen – ein Thema, das auch im Bundestag aktueller denn je sei. Mit vielen Institutionen aus der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg habe man eine gute Energieagentur etabliert. Auch im Bereich der energetischen Gebäudesanierung habe sich in den vergangenen Jahren viel getan. Bald sei es geschafft, im Landkreis nur regenerative Energien zu nutzen. Zudem ist die Region beim Thema Mobilität vorne mit dabei und derzeit mit der ambitionierten Nahverkehrsplanung beschäftigt, betont Sven Hinterseh.

Nach der kompakten Version in diesem Jahr hofft der Landrat, "an Pfingsten 2022 wieder eine ›richtige‹ Südwest-Messe begehen zu können" – mit zustimmendem Nicken von Messe-Chefin Stefany Goschmann.