Das Zementwerk Holcim in Dotternhausen Foto: Marschal

Das Gremium in Schömberg befasste sich jüngst mit der Süderweiterung des Steinbruchs. Ein Stadtrat stimmte dagegen.

Die Firma Holcim baut im Steinbruch auf dem Plettenberg Kalk- und Mergelstein als Rohmaterial für die Klinker- und Zementproduktion im Zementwerk Dotternhausen ab. Der Steinbruch hat eine genehmigte Gesamtfläche von zirka 55,8 Hektar. Er besteht aus Bereichen, die bereits erschöpft und rekultiviert sind, aus Teilen, die noch Rohmaterial enthalten und sich im Abbaubetrieb befinden, sowie aus Flächen, die noch unberührt sind. Für die Klinker- und Zementproduktion wird eine gleichbleibende Zusammensetzung von Kalksteinen und Mergel benötigt.​

 

Knapp neun Hektar

Da die Qualität der Gesteine aus dem Steinbruch nicht in jedem Bereich gleich hoch ist, müssen unterschiedliche Steinbruchteile gleichzeitig zugänglich sein. Daher plant die Firma Holcim zur mittel- und langfristigen Sicherung der Rohmaterialversorgung des Zementwerks eine Erweiterung des Steinbruchs um zirka 8,78 Hektar. Die Erweiterung schließt sich südlich an den bestehenden Steinbruch an.

Darüber hinaus sind auch die Umwandlung einer Rekultivierungsfläche in eine Abbaufläche, die Änderung der Rekultivierungsplanung sowie die Änderung und Ergänzung der Abbau- und Verfüllungsplanung Teil des Vorhabens, wie die Stadt Schömberg in der Sitzungsvorlage für den Gemeinderat informiert. Zudem wird auf den Abbau von bereits für die Gewinnung genehmigten Flächen von zirka 0,67 ha verzichtet.

Das Genehmigungsverfahren findet als öffentliches Verfahren mit Erörterungstermin und Umweltverträglichkeitsprüfung statt. In diesem Zusammenhang muss Schömberg bis Samstag, 14. Februar, Stellung nehmen. Bis zum 19. Februar erfolgt die Auslegung der Antragsunterlagen. Bis einschließlich 19. März kann die Öffentlichkeit Einwände gegen das Vorhaben vorbringen. Die Antragsunterlagen liegen beim Landratsamt und auf dem Rathaus Dotternhausen aus. Der Erörterungstermin ist für den 28. April in der Festhalle in Dotternhausen vorgesehen.

Schömberg erteilte bereits 2019 ihre Zustimmung

Die Stadt Schömberg erteilte bereits 2019 ihre Zustimmung. Aufgrund von Bedenken der Naturschutzbehörden wurden die Antragsunterlagen zwischenzeitlich überarbeitet, weswegen eine erneute Anhörung stattfindet. „Die Flächen der Stadt Schömberg sind nicht betroffen und unser Eigentum nicht gefährdet. Wir sind nach wie vor nicht anders betroffen als 2019 und wollen daher keinen Einspruch einlegen“, argumentierte Bürgermeister Karl-Josef Sprenger.

Dementsprechend fiel auch der mehrheitliche Beschluss des Gemeinderats aus. Neben einer Enthaltung stimmte lediglich Stadtrat Walter Schempp dagegen und kommentierte: „Wir sind insoweit betroffen, dass wir bald nicht mehr hochlaufen können, deswegen bin ich dagegen.“ Sprenger begegnete dem Einwand mit Verständnis: „Man kann nachvollziehen, dass vor allem ältere Generationen die Veränderungen bedauern. Es ist Heimat.“