Mehrere Großeinsätze – doch das riesige Waldgebiet bei Bad Dürrheim lässt kaum Spuren zu. Die Polizei stößt bei der Suche nach einer 48-Jährigen an ihre Grenzen.
Zu Fuß, mithilfe der Spürnase von Hunden, aus der Luft und selbst zu Pferd: Die Polizei lässt nichts unversucht, um die 48-jährige Silke R. zu finden. Die Frau wird seit dem 21. Januar vermisst. Die Chancen, sie noch lebend zu finden, sind angesichts der Witterungsverhältnisse allerdings gering. Zu zwei großen Suchen kam die Polizei nun am Montag und Dienstag zusammen.
Ausgangspunkt war dabei jeweils das Gelände rund um die Hüttenbühlklinik ganz im Norden des Bad Dürrheimer Stadtgebiets. Aus gutem Grund: Am dortigen Parkplatz hat die Polizei das Auto der Vermissten gefunden. Möglicherweise haben die Angehörigen selbst den Hinweis darauf gegeben, dass dort ihr Wagen zu finden sein könnte.
Denn offenbar hat die Frau die dortigen Wälder im Wittmannstal zwischen Bad Dürrheim und Schwenningen regelmäßig besucht, um dort spazieren zu gehen. Die Vermutung lag daher nahe, dass sie auch am Tag ihres Verschwindens dort unterwegs war. Nachdem sie sich nicht gemeldet hatte, schlugen Verwandte Alarm. Es gab schnell die Befürchtung, dass sie sich in einer hilflosen Lage befinden könnte.
Deshalb wurden die Beamten schnell aktiv, wie Polizeisprecher Daniel Brill auf Anfrage unserer Redaktion erklärt: „Unmittelbar nach Mitteilung der Vermisstenanzeige durch Angehörige bei der Polizei im Januar 2026 wurden durch die Kriminalpolizeidirektion Rottweil umfangreiche Such- und Ermittlungsmaßnahmen eingeleitet.“
Suchhunde und Hubschrauber im Einsatz
Unter anderem wurden im direkt angrenzenden Waldgebiet umfangreiche Maßnahmen durchgeführt. Einsatzkräfte der Polizei mitsamt Personenspürhunden sowie Suchhunde des DRK versuchten, eine Fährte nach der Frau aufzunehmen. Zudem unterstützte ein Polizeihubschrauber mithilfe einer Wärmebildkamera die Suche in dem weitläufigen Waldgebiet.
Dass die Hilfe aus der Luft und durch die feine Spürnase der Hunde dringend notwendig ist, wird allein aufgrund der Dimension des Suchgebiets deutlich: Das Waldstück ist – nördlich begrenzt durch die B 523 Richtung Tuningen und südlich entlang der Schwarzwaldstraße nach Hochemmingen – mehr als 280 Hektar groß. Das entspricht der Größe von fast 400 Fußballfeldern.
Keine Hinweise nach öffentlicher Fahndung
Eine Spur ergab sich dabei jedoch nicht. Vergangene Woche entschied sich die Polizei deshalb, eine öffentliche Fahndung zu streuen, um die Bevölkerung bei der Suche nach der 48-Jährigen um Hilfe zu bitten. Das Foto der Frau ging dabei quer durch Nachrichtenportale und soziale Medien. „Die Öffentlichkeitsfahndung hat bislang aber ebenfalls nicht zum Erfolg geführt“, erklärt Brill und betont: „Die Kriminalpolizei geht allen im Rahmen der Ermittlungen gewonnenen Hinweisen nach.“
Am Montag forderten die Ermittler des Kriminalkommissariats zwei Einheiten der Bereitschaftspolizei mitsamt Polizeipferden an, um Teile des Waldstücks erneut unter die Lupe zu nehmen. Rund 60 Beamte und vier Reiter, von denen man sich durch die erhöhte Sicht einen besseren Überblick im unwegsamen Gelände erhoffte, zogen los. Über mehrere Stunden hinweg durchkämmte man das Unterholz – jedoch ohne Erfolg.
Schwierige Suche im Unterholz
Am Dienstag rückten Beamte des Polizeipräsidiums Einsatz aus Göppingen an, um einen weiteren Anlauf zu unternehmen. Mit mehreren Mannschaftsbussen ging es über den Hüttenbühlweg in den Wald – an der Gabelung zum Wittmannstalweg stoppte der Tross.
Von einer großen Lichtung aus ging es entlang der Stillen Musel abermals mit langen Lanzen ins Unterholz, um dieses zu durchkämmen. Das unwegsame Gelände sorgte dafür, dass sich die Suche kompliziert gestaltete – auch weil das Gebiet abseits der breiten Wege kaum erschlossen ist. Nur wenige Trampelpfade führen durch das Wittmannstal. Das macht es für die Beamten im teils dichten Gestrüpp besonders schwierig.
Keine neuen Erkenntnisse nach Suchaktionen
Zudem befinden sich mehrere Tümpel und Teiche im Suchgebiet. Angesichts der Tatsache, dass diese gefroren sind, mussten jedoch keine Taucher eingesetzt werden. Doch auch das grenzte die Suche nur geringfügig ein. Die schwierigen Rahmenbedingungen in den teils schneebedeckten Gebieten forderten die Beamten heraus.
Nach mehreren Stunden rückten sie – wie Polizeisprecher Daniel Brill am Nachmittag erklärte – ohne neue Erkenntnisse ab. Das Rätsel um das Verschwinden von Silke R. bleibt auch drei Wochen nach ihrem Verschwinden ungelöst.
Vermisste Silke R. (48)
Beschreibung
Die Frau ist 167 Zentimeter groß, hat blonde bis grau melierte, halblange Haare und trug zuletzt einen knielangen braunen Mantel. Ein Foto der Vermissten gibt es auf der Fahndungsseite der Polizei.
Hinweise
Personen, die die 48-Jährige gesehen haben oder Hinweise zu ihrem Aufenthaltsort geben können, werden gebeten, sich bei der Polizei in Villingen unter der Nummer 07721/6010 zu melden.