Jürgen Reiske, Vorsitzender der IG Weinbau Herten, zeigt die marode Trockenmauer an der Rührbergstraße. Foto: Heinz Vollmar

Die jahrzehntealten Trockenmauern unterhalb der Weinreben an der Rührbergstraße in Herten drohen in weiten Teilen abzubrechen. Eine Sanierung käme wohl nicht billig.

In der jüngsten Sitzung des Ortschaftsrats äußerte sich der Vorsitzende der IG Weinbau Herten, Jürgen Reiske, am Montag zu der Problematik. Gleichzeitig bat er den in der Sitzung anwesenden Leiter der Abteilung Stadtgrün und Umwelt, Patrick Pauli, um Rat, wie eine Sanierung der Trockenmauern gegebenenfalls über Fördermittel finanziert werden könne.

 

Einig war man sich über die Kosten für eine Sanierung der Trockenmauern, die pro Quadratmeter mit 400 bis 600 Euro beziffert wurden, wenn diese fachgerecht vorgenommen würde.

Ortstermin fand statt

Reiske verwies darauf, dass man bereits im zurückliegenden Jahr mit dem Landschaftserhaltungsverband (LEV) Kontakt aufgenommen und bei einer Vorortbesichtigung die Schäden an der alten Trockenmauer in Augenschein genommen habe. Dabei habe Vivien von Königslöw vom LEV auch Mittel für eine Trockenmauersanierung über die Landespflegerichtlinie in Aussicht gestellt. Diese seien jedoch nicht sehr hoch, weil sich die zu sanierenden Mauern direkt an einer Durchgangsstraße befinden, hielt Reiske fest. Sein Besuch in der Sitzung des Ortschaftsrates diente daher vor allem der Auslotung, ob und in wieweit andere Fördertöpfe eine Möglichkeit bieten.

Patrick Pauli gleich mehrere Vorschläge, die allesamt jedoch einer konkreten Klärung bedürfen. Aufgeworfen wurde in diesem Zusammenhang zudem die Frage, ob man eine Sanierungsmaßnahme nicht auch als Ausgleichsmaßnahme für andere Bautätigkeiten deklarieren und in diesem Kontext entsprechende Fördermittel erhalten könnte. Auch Fragen zur Biotopverbundplanung inklusive Fördermöglichkeiten wurden angesprochen.

60 bis 70 Meter betroffen

Insgesamt geht es um rund 60 bis 70 Meter Trockenmauern, die mehr oder weniger durch den Druck des Rebhanges abrutschen. Daher müsste eine Sanierung auch relativ zügig durchgeführt werden, bevor weitere Schäden entstehen.

Die IG Weinbau will sich daher um möglichst viele Fördermöglichkeiten bemühen, um die Trockenmauern an Rührbergstraße gegebenenfalls auch nur teilweise sanieren zu können. Reiske betonte in diesem Zusammenhang, dass in der alten Trockenmauer zahlreiche Eidechsen und andere Kleinlebewesen vorzufinden seien. Diese würden auch potenzielle Schädlinge für die Reben beseitigen, so dass die Trockenmauer auch unter diesem Aspekt eine wichtige Funktion erfüllt.