Im Kanalnetz der Gemeinde Schwenningen geht mehr Wasser als normalerweise verloren. Foto: ©Thomas Schnitzler-stock.adobe.com

Eine neue Strategie zur Suche nach den Wasserverlusten will die Gemeinde Schwenningen installieren. Grund: Ein Drittel des Wassers verschwindet.

Schwenningen - Der Gemeinderat hat sich mit dem örtlichen Wasserleitungsnetz befasst. Dabei wurden der Sachstand hinsichtlich der steigenden Wasserverluste vorgestellt sowie die weitere Vorgehensweise besprochen.

 

Den Ort versorgt seit Jahrzehnten der Zweckverband Hohenberggruppe über eine Doppelleitung aus dem Wasserhochbehälter mit Trinkwasser. Mittels des Datenabgleichs in den vergangenen Jahren stellte die Gemeindeverwaltung einen stetig steigenden Verbrauch der Wasserbezugsmengen fest. Immer wieder suchten die Mitarbeiter des gemeindlichen Bauhofs neue Rohrbrüche, um diese zusammen mit Fremdfirmen zu beheben.

Materialermüdung macht Probleme

Die Sorgen um das Wasserleitungsnetz in Schwenningen veranlassten den Gemeinderat nun, den Wassermeister der Hohenberggruppe, Andreas Wolters, zur Sitzung einzuladen. Der technische Betriebsleiter stand dem Gremium Rede und Antwort. "Nicht nur der übliche Lochfraß, sondern vor allem auch die Materialermüdung mit Längsrissen der in den 1970er- und 80er-Jahren verbauten schwarzen Schläuche machen uns Probleme", stellte der Fachmann fest. Seit einem Jahr sei der Wasserverlust nachts zwischen ein Uhr und vier Uhr gemessen mit 0,9 Litern pro Sekunde viel zu hoch, denn das ergebe rund 30 Prozent Wasserverluste. Normal seien zwischen acht und zehn Prozent. Andreas Wolters ist der Ansicht, dass die Kommune mit Hilfe der üblichen Rohrbruchsuche durch die Mitarbeiter des Bauhofes nicht Herr der Lage werde.

Frustrierend für die Gemeindemitarbeiter

Das erste Jahr, in dem man die Rohrbrüche erkenne, wirke sich finanziell nicht günstig aus, denn das Problem sei, dass, wenn ein aufwendig gesuchter und reparierter Rohrbruch erledigt sei, sobald wieder Wasserdruck in die Leitungen gegeben werde, zwei neue Schlauchrisse produziert würden. "Das ist auch für unsere Gemeindearbeiter frustrierend", betonte Bürgermeisterin Roswitha Beck. Der Wassermeister hält es deshalb für angezeigt, ein örtliches Überwachungsnetz einzurichten. Der Gemeinderat war damit einverstanden, dass in den nächsten Wochen in der Nacht gemessen wird, um die Problemstellen im Dorf zu finden.

Fünf verschiedene Gebiete

Wassermeister Wolters will das örtliche Wasserleitungsnetz in fünf verschiedene Gebiete aufteilen, in denen zunächst Ruhemessungen und dann die Messungen einzelner Zonen gemacht werden. "Es bleibt uns nur eines, wir müssen es knallhart durchziehen", so der Fachmann. Ratsmitglied Fritz Grad sieht dringenden Handlungsbedarf, denn Trinkwasser werde immer knapper. Die Gemeindeverwaltung wird die betroffenen Straßenzüge von den nächtlichen Messungen, die verbunden sind mit Wasserabstellungen, rechtzeitig informieren. Der Gemeinderat hält die dauerhaften Reparaturkosten im Wasserleitungsnetz für zu hoch und stellte fest, dass diese in keinem gesunden Verhältnis zu den Wasserkosten stünden.