Die Suche nach einem 52-Jährigen bleibt zwei Tage lang ergebnislos, auch Taucher müssen am Sonntagabend abbrechen.
Eine große Suchaktion fand am Samstagnacht und am Sonntag an den Riedseen statt. Polizei und Rettungsdienst sind seit Samstagabend, 3. August, auf der Suche nach einem 52-Jährigen.
Kurz nach 21 Uhr wurde der Rettungsleitstelle mitgeteilt, dass der Mann nach Polizeiangaben in offensichtlich betrunkenem Zustand in den Riedsee auf Hüfinger Gemarkung gegangen und dort untergegangen war.
Bereits kurz nach der Alarmierung wurde am Samstagabend bereits nach dem 52-Jährigen gesucht. Bei der Suchaktion wurden unter anderem ein Rettungshubschrauber, eine Drohne sowie Boote und Taucher eingesetzt. Sie verlief ohne Erfolg und wurde gegen Mitternacht abgebrochen.
Nachdem die Suchaktion am Samstagabend zu keinem Ergebnis führt, waren die Rettungskräfte am Sonntag ab 10 Uhr wieder im Einsatz. Die DLRG-Wasserwacht war mit einem Kontingent vor Ort, ebenso mehrere Polizeibeamte und der Hüfinger Bürgermeister Patrick Haas.
Hunde schlagen an
Der Einsatz begann, als ein DLRG-Boot mit mehreren Helfern und einem Hund auf den See hinaus fuhr. Rund 100 Meter vom Ufer entfernt schlug der Hund an. Offenbar vermögen die feinen Hundenasen menschliche Gerüche unter Wasser wahrzunehmen. Hinweise, dass sich dort eine Leiche befinden könnte.
Ein zweites Boot fuhr kurz danach ebenfalls mit Besatzung und Hund hinaus. Der Hund schlug ebenfalls an dieser Stelle an. Das Wasser ist an dieser Stelle etwa 15 Meter tief. Mit einer Boje wurde die Stelle markiert.
Taucher im Einsatz
Gegen 11 Uhr gingen zwei Taucher der DLRG-Wasserrettung ins Wasser und schwammen in Richtung des markierten Bereichs. Einsatzkräfte dieser Einheit sind aus St. Georgen, Villingen und Donaueschingen an den Riedsee gefahren. Die Wassersuchhunde sind aus Bodman-Ludwigshafen angefordert worden. Sie sind speziell dazu ausgebildet, menschliche Gerüche aus dem Wasser wahrzunehmen.
Mehrere Tauchgänge absolvierten die Taucher im Bereich der Boje. Nach etwa einer Stunde übernahmen zwei neue Taucher diese Aufgabe. Am Nachmittag kam zusätzlich eine Drohne zum Einsatz.
Zufahrt zum See gesperrt
Schon am Vormittag hatte die Polizei Zufahrten zum Riedsee gesperrt und die Einsatzstelle für die Öffentlichkeit unzugänglich gemacht. Das scheint angebracht, weil sich, nachdem die Nachricht bereits im Internet die Runde macht, bereits etliche Neugierige in Richtung Riedsee aufgemacht haben.
Auch vor Ort und durch die Polizei entsprechend abgeschirmt, sind Familienmitglieder des vermissten Mannes, der am Vorabend mit Freunden am See gefeiert hatte. Den bange wartenden Verwandten wurde seelsorgerischer Beistand angeboten.
Bürgermeister Haas bestürzt
Bestürzt zeigte sich Hüfingens Bürgermeister Patrick Haas, der über Stunden weg den Sucheinsatz aus nächster Nähe beobachtete. An diesem Morgen, am vierten Tag seiner Amtszeit, erlebe er die andere Seite seines Amtes. „Es tut mir unheimlich leid für die Angehörigen in dieser schlimmen Situation“, sagte er.
Als Bürgermeister habe er nicht viele Möglichkeiten einzugreifen. Die Kostenübernahme der Suchaktion werde er anordnen. Großen Respekt zeigte er gegenüber dem Einsatz der Taucher. Die Suche durchs Seegras am Seegrund sei sicher eine große körperliche Herausforderung.
Auch am frühen Nachmittag lag der Polizei kein Sucherergebnis vor. Die Suche im dunklen Wasser zwischen dichtem Seegrasbewuchs falle den Tauchern sehr schwer und komme nur sehr langsam voran, sagte Polizeisprecher Thorsten Kölling. Parallel zur Suche befragt die Polizei Zeugen nach ihren Beobachtungen am Samstagabend.
Am späten Nachmittag wurde der Sucheinsatz mit Tauchern abgebrochen. Es sei kein Material mehr da, so Polizeisprecher Thorsten Kölling. Im Rahmen der Möglichkeiten werde die Suche am Sonntagabend fortgesetzt: auf Sicht und mit der Drohne. Am Montag werde man eine neuerliche, größere Suche starten.
Eingebunden sind dann erstmals auch Taucher der Polizei. Auch die Wassersuchhunde sollen angefordert werden. Die müssten aber sehr früh beginnen, bevor Schwimmer auf dem See sind und die Geruchseintragungen durch Fremdspuren verwischen.
Zeugen befragt
Nicht bewahrheitet hat sich ein Gerücht, das am Sonntagnachmittag aufgekommen war. „Die gesuchte Person ist zweifelsfrei nicht mehr am Ufer gesehen worden. Zeugenaussagen haben ergeben, dass ein Mann wirklich beim Versinken gesehen wurde.“ Offenbar sogar in der Nähe des definierten Suchfensters.
Kurz nach 17 Uhr scheint die Suche zwischenzeitlich eingestellt. Absperrungen sind aufgehoben, die Rettungskräfte abgezogen. Zurück bleibt der normale sonntägliche Badebetrieb am Riedsee.
Erinnerung an weiteren Fall
Vorfall 2023
Die lange ergebnislose Suche und das bange Warten der Angehörigen erinnern an eine sehr ähnliche Situation Anfang Juli 2023. An einem Freitagabend hatte ein Frau ihren 84 Jahre alten Ehemann als vermisst gemeldet. Er sei am Riedsee untergegangen war und nicht wieder aufgetaucht. Ein Badegast, so stellte sich später heraus, habe vergeblich versucht, den Mann zu retten. Die alarmierten Rettungskräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst, DLRG und Polizei leiteten sofort eine Suchaktion nach dem Senior ein. Mit Einbruch der Dunkelheit musste diese abgebrochen werden. Am Folgetag waren erneut Wasserortungsrunde der DLRG im Einsatz. Mit einem traurigen Ergebnis. Kurz darauf wurde am See eine leblose Person im Wasser gefunden