Sommerpause? Der Stuttgarter Tänzer Alessandro Giaquinto hat sich einiges vorgenommen. Er tritt als Choreograf und Tänzer in Italien auf. Foto: Stuttgarter Ballett/SB

In den Stuttgarter Staatstheatern beginnt demnächst die Sommerpause. Doch einige Mitglieder des Stuttgarter Balletts tanzen auf anderen Bühnen weiter.

Stuttgart - Am Wochenende stehen die beiden letzten Vorstellungen an, dann verabschiedet sich das Stuttgarter Ballett in die Sommerpause. Für die Tänzer ist das nicht unbedingt gleichbedeutend mit Nichtstun, statt Dolcefarniente hat etwa der Halbsolist Alessandro Giaquinto zwei Auftritte im Kalender und sorgt dafür, dass auch seine Kollegen Matteo Miccini und Timoor Afshar weitertanzen.

Für das Amiata Piano Festival in Cinigiano in der südlichen Toskana choreografiert Giaquinto gleich drei kurze Stücke: ein Solo, einen Pas de deux und ein Trio für Timoor Afshaar, Matteo Miccini und sich selbst. Das ergibt zwanzig Minuten Tanz, die am 29. Juli Teil eines mit italienischen Komponisten des 20. Jahrhunderts bestückten Konzerts für Klavier und Cello sind.

Zusammenarbeit mit ehemaliger Solitude-Stipendiatin

Für sein zweites Sommerprojekt macht Alessandro Giaquinto gemeinsame Sache mit der bildenden Künstlerin und ehemaligen Solitude-Stipendiatin Chiara Bugatti. Ihre Studie mit dem Titel „Rehearsing brutality until it’s totally destroyed“ (zu Deutsch etwa „Brutalität üben, bis sie vollständig zerstört ist“) ist eine dreistündige Performance, die Alessandro Giaquinto selbst tanzen wird – und zwar am 11. und 12. September in einem Bunker bei Brescia. Seit Chiara Bugattis Stipendium an der Akademie Solitude im Jahr 2019/20 arbeiten Giaquinto und sie eng zusammen. Das Projekt wurde von dem Kulturzentrum Palazzo Monti in Auftrag gegeben.

Die Energie der Gruppe

Alessandro Giaquinto, der seit 2016 für das Stuttgarter Ballett tanzt, war jüngst mit einem choreografischen Beitrag bei der langen Hölderlin-Nacht der Staatstheater vertreten. Als Choreograf hat der Halbsolist aus Reggio Emilia bei den Noverre-Abenden erste Erfahrungen gesammelt, schnell folgten Auftragsarbeiten für die eigene Kompanie wie zuletzt „Aedis“ als Teil des Ballettabends „Response II“. Während der Coronapandemie hat er einen Roman veröffentlicht: „La forza di chi non è solo“ heißt ins Deutsche übersetzt ungefähr „Die Kraft dessen, der nicht allein ist“. Sieht so aus, als würde der Tänzer in den Ferien viel von dieser Kraft spüren und sich auf keinen Fall langweilen.

Info

Festival
Beim Amiata Piano Festival in Cinigiano tritt Alessandro Giaquinto am 29. Juli mit dem Pianisten Maurizio Baglini und der Cellistin Silvia Chiesa auf, der Abend heißt „In tempo di danza“.

Performance
Für das Kulturzentrum Palazzo Monti tanzt Giaquinto am 11. und 12. September in Brescia in einem ehemaligen Bunker.

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