Die Talfahrt des Sportwagenherstellers setzt sich fort – vor allem der in Zuffenhausen gebaute Taycan verkauft sich schleppend. Doch in den Absatzzahlen findet sich auch ein Lichtblick.
Der Stuttgarter Sportwagenhersteller Porsche musste im vergangenen Jahr erneut einen Rückgang der weltweiten Verkäufe hinnehmen. Quer über alle Modellreihen und Weltregionen sank der Absatz um zehn Prozent auf 279.000 Fahrzeuge. Die Verkaufszahlen liegen damit wieder knapp unter denen von 2019, dem letzten Jahr vor der Pandemie.
Nach wie vor stark betroffen von dem Rückgang ist der vollelektrische Sportwagen Taycan, der in Zuffenhausen vom Band läuft und mit dem Porsche vor allem auf dem chinesischen Markt punkten wollte. Doch der Absatz dieses Modells ist erneut stark zurückgegangen – diesmal um 22 Prozent.
In China werden E-Autos vor allem im mittleren und unteren Marktsegment verkauft – und im oberen Segment werden sie von heimischen Anbietern zu Kampfpreisen angeboten. Auch in anderen Weltregionen schwächelt der E-Markt. Zugleich erklärt Vertriebschef Matthias Becker, auch weiterhin keine Marktanteile durch hohe Rabatte erkaufen zu wollen.
Porsche verkauft in China 26 Prozent weniger Fahrzeuge
In China verkaufte Porsche rund ein Viertel weniger Autos als im Vorjahr – eine Fortsetzung des Abwärtstrends. Gegenüber 2019 hat sich der Verkauf dort mehr als halbiert. Becker zählt die anhaltend schwächere Nachfrage nach exklusiven Produkten in China zu den Hauptursachen des Rückgangs.
Die verkaufsstärkste Baureihe ist mit 84.000 Autos der SUV Macan, obwohl man dessen Verbrennerversion in der EU vom Markt nahm. Die neue E-Version macht inzwischen mehr als die Hälfte des weltweiten Absatzes aus – auf sie entfielen 45.000 der 84.000 verkauften Macan-Autos.
Mit dem 911er schaft Porsche einen neuen Absatzrekord
Trotz des Rückgangs der Verkaufszahlen gibt es ein Fahrzeug, das weiter auf Rekordkurs ist: Der 911er setzte als Verbrenner und T-Hybrid mit weltweit 52.000 Auslieferungen eine neue Bestmarke. Wie der Taycan wird auch er in Zuffenhausen gebaut.
Porsche bekräftigte den bereits eingeleiteten Kurswechsel: Anstelle der geplanten massiven Elektrifizierung der Modellpalette setzt der Hersteller wieder auf eine breitere Palette der Antriebstechnologien und will Autos mit Hybrid- und Verbrennungsmotoren länger als geplant anbieten.
Lange hatte das Ziel gelautet, 80 Prozent der Fahrzeuge mit vollelektrischem Antrieb zu verkaufen – also lediglich den 911er noch mit Verbrennungsmotor auf dem Markt zu halten. Nun erklärt Porsche, man investiere „konsequent in den Antriebsdreiklang“.