Dunkle Vorahnung? Richtig zuversichtlich über den Fortgang der Sanierung des Schauspielhauses wirkt Stuttgarts Staatsschauspielintendant Hasko Weber bereits im Dezember 2011 nicht. Foto: Max Kovalenko

Die Teilfreigabe der Bühnentechnik im Stuttgarter Schauspielhaus lässt die Theatermacher auf ein Finale am Eckensee hoffen.

Stuttgart - In den vergangenen Monaten geriet die Sanierung des Stuttgarter Schauspielhauses zum Debakel. Immer wieder mussten vereinbarte Termine für die Übergabe der nach dem Opernhaus zweitgrößten Bühne des Staatstheaters Stuttgart verschoben werden. Seit Dienstag ist klar: Für zwei Premieren und das Finale der Ära des scheidenden Intendanten Hasko Weber soll sich der Vorhang noch einmal im Schauspielhaus heben. Die Voraussetzung dafür hat am Montag eine externe Sachverständigenprüfung geschaffen. Ergebnis ist eine Teilfreigabe der Bühnentechnik.

Von 18. März an soll der technische Erprobungsbetrieb beginnen. Damit hoffen alle Beteiligten, im Mai eine „verlässliche Aussage über die technische Funktionsfähigkeit und ­Stabilität der Untermaschinerie“ zu bekommen. Die Drehbühne hatte erhebliche technische Mängel gezeigt und war komplett neu aus- und wieder eingebaut worden.

Stadt beteiligt sich nicht an Mehrkosten

Am 14. Juni 2013 will man mit der Stuttgarter Premiere von Molières „Tartuffe“ wieder eröffnen. „Alle Beteiligten arbeiten konzentriert daran, die Baustelle zu einem guten Ende zu bringen und die Wiederaufnahme des geregelten Theaterbetriebs zu ermöglichen“, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung von Staatsschauspiel, Kunst- und Finanzministerium. Sollte dies nicht gelingen, müsste die letzte Premiere – Volker Löschs „Großes Fressen“ – am 21. Juni ausfallen.

Mehrkosten von 6,5 Millionen Euro haben das von Stadt und Land getragene Projekt auf 29,5 Millionen Euro in die Höhe geschraubt. Die Stadt will keine Mehrkosten bezahlen. Stuttgarts Kulturbürgermeisterin Susanne Eisenmann beruft sich auf einen Bericht des Landesrechnungshofes, nach dem das Land Mehrkosten mit verursacht habe. Eisenmann: „Es gibt seitens der Stadt in Federführung des Oberbürgermeisters aktuell Gespräche darüber mit dem Ministerium.“

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