Mögliche Flügelzange: Melkamu Frauendorf (li.), David Udogu. Foto: Baumann/Hansjürgen Britsch

Die Stuttgarter Kickers spielen seit der Winter-Vorbereitung in einem anderen System. Was verändert sich dadurch? Wie sieht die wahrscheinliche Anfangsformation aus?

Marco Wildersinn möchte das Thema Grundordnung nicht zu hoch hängen. Man sei diesbezüglich variabel, passe sich defensiv auch ein Stückweit dem Gegner an, sagt der Trainer der Stuttgarter Kickers vor dem Regionalliga-Re-Start am kommenden Samstag (14 Uhr/Gazi-Stadion) gegen den 1. FSV Mainz 05 II. Bis auf sehr wenige Ausnahmen – wie etwa beim 1:1 in der Vorrunde gegen den aktuellen Spitzenreiter SGV Freiberg – hat der 45-Jährige seit seinem Amtsantritt in Degerloch im Sommer 2024 stets in einem 4-3-3-System agieren lassen.

 

In dieser Winter-Vorbereitung hat Wildersinn in fast allen Testspielen mit einer anderen Grundordnung begonnen – in einem 3-4-2-1. Also mit drei Innenverteidigern, zwei Schienenspielern (Außenläufern), zwei zentralen Mittelfeldspieler vor der Abwehr, zwei offensiven Zehnern und einem zentralen Stürmer. Dieses System bietet hohe Kompaktheit im Zentrum und Überzahl in der Offensive, erfordert jedoch laufstarke Schienenspieler, die den gesamten Flügel beackern.

Wildersinn formuliert den Hauptunterschied wie folgt: „Wir haben dadurch etwas weniger Personal auf dem Flügel, aber logischerweise mehr Personal im Zentrum. Es ergibt sich mehr Präsenz in der eigenen Box, aber vor allem auch mehr Präsenz in der gegnerischen Box – durch die kürzeren Wege in den Strafraum.“

Bleibt auch in der neuen Grundordnung gesetzt: Der zentrale Mittelfeldspieler David Tomic. Foto: Baumann/Hansjürgen Britsch

Was dem Chefcoach wichtig ist: „Am Ende ist alles variabel, alles im Fluss. Die Grundordnung verschiebt sich von Spielphase zu Spielphase, vor allem gegen den Ball, und sie richtet sich auch nach dem Gegner.“ Eine Grundordnung sie nie der Grund dafür, dass man Tore erzielt oder Tore kriegt. Wildersinn: „Es geht immer um die Umsetzung.“

Kernmerkmale des 3-4-2-1 Systems

Defensive Stabilität: Bei Ballverlust ziehen sich die zwei äußeren Mittelfeldspieler zurück, wodurch eine Fünferkette entsteht.

Offensive Flexibilität: Durch die zwei offensiven Mittelfeldspieler (Zehner) hinter der Sturmspitze entstehen Räume zwischen den Linien, was den Spielaufbau und das Konterspiel stärkt.

Rollenverteilung: Die Innenverteidiger stehen eng, während die beiden Schienenspieler enorme Laufarbeit leisten müssen, um sowohl die Abwehr als auch den Angriff auf den Außenbahnen zu unterstützen.

Spielaufbau: Der Aufbau erfolgt oft über die zentrale Dreierkette, die Anspielstationen im Mittelfeld oder über die Außenverteidiger sucht.

Herausforderungen: Es kann bei Umschaltmomenten zu Schwächen auf den Flügeln kommen, wenn die Außenläufer zu hoch stehen.

Mögliche Kickers-Anfangsformation

Dornebusch – Petkovic, Schwab, Borac – Udogo, Tomic, Lockl, Frauendorf – Mboob, Mauersberger – Unsöld.

Saison 2025/26

Winter-Testspiele
Stuttgarter Kickers – Young Boys Reutlingen (Verbandsliga) 4:3, Kickers – 1. CfR Pforzheim (Oberliga) 6:1, Kickers – SpVgg Unterhaching (Regionalliga Bayern) 3:2, FC Bayern München II (Regionalliga Bayern) – Kickers 1:3, 1. FC Nürnberg II (Regionalliga Bayern) – Kickers 4:4.

Termine
Kickers – 1. FSV Mainz 05 II (21. Februar, 14 Uhr), Kickers Offenbach – Kickers (28. Februar, 14 Uhr), Kickers – TSV Steinbach Haiger (7. März, 14 Uhr), SC Freiburg II – Kickers (14. März, 14 Uhr), Kickers – KSV Hessen Kassel (21. März, 14 Uhr), Kickers – FC Bayern Alzenau (28. März, 14 Uhr). (jüf)