Es wird noch Bewegung in den Kader kommen, doch von seinen bisherigen Neuzugängen ist Fußball-Regionalligist Stuttgarter Kickers überzeugt. Wir stellen sie vor.
Die Kaderplanungen bei Fußball-Regionalligist Stuttgarter Kickers für die am letzten Juli-Wochenende beginnende neue Saison sind noch nicht abgeschlossen. Ein erfahrener Innenverteidiger und möglicherweise ein Offensivmann sollen noch dazustoßen, doch der Kader muss auch noch zwingend verkleinert werden. Wir stellen die bisherigen Neuzugänge vor.
Trainerteam Neben Chefcoach Marco Wildersinn (Vertrag bis 2026) sind auch Co-Trainer Dominik Lang und Torwarttrainer Denis Jercic neu bei den Blauen. Mit Lang arbeitete Wildersinn in den vergangenen zwei Jahren bei den Würzburger Kickers zusammen. Jercic war schon für den SSV Reutlingen und den 1. FC Heidenheim tätig, zuletzt trainierte er die Keeper beim FC Den Bosch in den Niederlanden. „Wir sind froh, so schnell ein Trainerteam gefunden zu haben, das zu uns passt“, sagt Sportdirektor Marc Stein. Man wolle die Trainingsarbeit auf der nächsten Ebene professionalisieren. Die Spieler, die nicht regelmäßig zum Einsatz kamen, hätten zuletzt stagniert. „Doch auch sie sollen sich über die Trainingsarbeit gut weiterentwickeln. Diese Aufgabe fällt auch in den Bereich der Co-Trainer“, erklärt Stein. Nicht mehr zum Trainerteam gehört Sven Ackermann (nur noch U-19-Coach). Für ihn soll Kerem Arslan (zuletzt Co-Trainer TSG Balingen) zurückkehren.
Vico Meien Der defensive Mittelfeldspieler vom VfR Aalen stand als erster Neuzugang fest. Der ehemalige Jugendspieler von Hansa Rostock und Holstein Kiel spielt klar, einfach und strukturiert. „Vico ist ein sehr intelligenter, zweikampfstarker, auch aggressiver, aber vor allem verlässlicher Spieler, der unsere defensive Stabilität erhöhen wird“, sagt Stein. In den Worten von Ex-Bayern-Coach Thomas Tuchel wäre der auf der Insel Rügen geborene 26-Jährige eine typische „Holding Six“. Dabei handelt es sich um einen defensiven Mittelfeldspieler, der seine Aufgaben auch so interpretiert. Spieler wie Lukas Kiefer oder Nico Blank sind dagegen sogenannte Box-to-Box-Spieler, sie beackern das Spielfeld zwischen dem eigenen und dem gegnerischen Strafraum.
Milan Petrovic Der 21-Jährige kam vom Regionalliga-Rivalen TSG 1899 Hoffenheim II nach Degerloch. Der Innenverteidiger mit serbischen Wurzeln ist ein Kind der Region. Nach den ersten Stationen TSV Wäldenbronn und FC Esslingen (unter seinem Mentor Martin Hägele) ging es für den gebürtigen Esslinger über das NLZ des VfB und den SSV Ulm 1846 nach Hoffenheim. Dort warf ihn im September 2022 eine schwere Verletzung zurück. Längst hat er den Riss des vorderen Kreuzbandes im rechten Knie und den Einriss des Innenmeniskus gut überstanden. Stein: „Milan ist kein Spieler, den man neu schleifen muss, er hat bereits Erfahrung, ist aber immer noch entwicklungsfähig. Er besticht durch richtig gutes Aufbauspiel und hat seine Stärken im Kopfballspiel. Er ist ein ähnlicher Spielertyp wie Paul Polauke.“
David Tomic Der Mann ist pfeilschnell, dribbelstark und kann eine Waffe bei Standardsituationen sein. „Wir wussten schon länger um seine Qualitäten“, sagt Stein, der mit dem 26-Jährigen beim VfB II selbst zusammenspielte. „David ist ein starker Abschlussspieler, der am liebsten aus dem Halbfeld im Mittelfeld kommt und seine großen Stärken zwischen den zwei letzten Linien hat.“ Dass der gebürtige Hanauer nach seiner Zeit beim SGV Freiberg ab Sommer 2023 ein Jahr vereinslos war und zum Beispiel bei Kickers Offenbach mittrainierte, aber nicht verpflichtet wurde, wirft Fragen auf, wird bei den Blauen jedoch als klassischer Fall von „falsch gepokert“ abgehakt.
Nyamekye Awortwie-Grant Dynamisch, groß, kräftig – der von der TSG Balingen gekommene Innenverteidiger bringt eine ausgeprägte Athletik mit. Vor seinem Wechsel nach Balingen spielte der gebürtige Tübinger mit afrikanischen Wurzeln vonseiten des Vaters in der Jugend für den SSV Reutlingen, später für den VfL Pfullingen und den VfB Neckarrems. „Er ist mit seinen 1,90 Metern sogar noch zwei Zentimeter größer als Milan Petrovic, beide bringen einen Menge Physis mit“, sagt Stein. Fußballerisch kann sich Grant noch weiterentwickeln, schon jetzt bringt er viel Tempo mit. „Er kann auch Rechtsverteidiger spielen“, streicht Stein die Vielseitigkeit des 23-Jährigen hervor.
Per Lockl Am Donnerstag gaben die Blauen die Verpflichtung von Per Lockl (23) bekannt. Der zentrale defensive Mittelfeldspieler kommt von Drittligist Waldhof Mannheim, davor spielte er für die U 23 von Borussia Mönchengladbach und von 2016 bis 2020 in der Jugend des VfB Stuttgart. „Per ist extrem gut ausgebildet, sehr ballsicher, kreativ und spielintelligent, er hat einen super linken Fuß“, lobt ihn Trainer Marco Wildersinn.
Da die Blauen mit maximal 26 Spielern in die neue Saison gehen wollen, ist klar, dass der Kader noch abgespeckt werden muss. Zunächst aber ist der Trainer vor dem Testspiel am Sonntag (14 Uhr) bei Oberligist TSG Backnang froh, breit aufgestellt zu sein. Zumal sich Offensivmann Flamur Berisha einen Muskelfaserriss im Oberschenkel zuzog und die nächsten Wochen ausfällt.
Vorbereitung
Termine
Sonntag, 23. Juni: Testspiel beim TSV Bernhausen (14 Uhr, Fleinsbachstadion, Dombasler Str. 8, 70794 Filderstadt); Sonntag, 30. Juni: Testspiel TSG Backnang – Kickers (14 Uhr, Etzwiesenstadion in Backnang); Samstag, 6. Juli: Testspiel Kickers – FV Illertissen (14 Uhr, ADM-Sportpark oder Bezirkssportanlage Waldau); Sonntag, 7. Juli: Testspiel Kickers – 1. CfR Pforzheim (12.30 Uhr, ADM-Sportpark oder Bezirkssportanlage Waldau); Freitag, 12. Juli: Testspiel Kickers – SC Freiburg II (15 Uhr, beim SV Spielberg Am Talberg 16, 76307 Karlsbad-Spielberg); Montag, 15. Juli, bis Donnerstag, 18. Juli: Trainingslager in Sonthofen; Samstag, 20. Juli: Jubiläumsturnier 125 Jahre Stuttgarter Kickers (Vorbereitungsturnier mit SSV Jahn Regensburg und FC Blau Weiß Linz, ganztägig im Gazi-Stadion auf der Waldau); Wochenende 19./20./21. Juli: 1. Runde WFV-Pokal (geplanter Auslosungstermin: Dienstag, 2. Juli); Wochenende 26./27./28. Juli: erster Regionalliga-Spieltag.