Für die Stuttgarter Kickers wird der Regionalliga-Direktaufstieg im Zweikampf mit der SG Sonnenhof Großaspach immer wahrscheinlicher. Auch der Vizemeister hat die Chance, über die Aufstiegsrunde den Sprung nach oben zu schaffen. Wir nennen einige Punkte, die sich eine Etage höher ändern würden.
Sieben Spieltage vor Ende der Fußball-Oberligasaison beträgt der Vorsprung der Stuttgarter Kickers auf die SG Sonnenhof Großaspach zehn Punkte. Zudem weisen die Blauen, die an diesem Samstag (14 Uhr) den Offenburger FV empfangen, auch noch die um 50 Treffer bessere Tordifferenz auf. Nach dem Patzer des schärfsten Verfolgers beim 0:1 in Offenburg spricht endgültig so gut wie alles für einen Direktaufstieg der Blauen. Egal, wie es ausgeht: Der Vizemeister bekommt auf alle Fälle die Chance, über den Umweg Aufstiegsrunde ebenfalls den Sprung nach oben zu schaffen. Wobei die Kickers bei diesem Dreiervergleich mit den Zweitplatzierten aus Hessen und Rheinland-Pfalz/Saar schon zweimal gescheitert sind (2019 in Alzenau und 2022 in Trier). Wir haben einige Punkte zusammengestellt, die sich in der Regionalliga ändern würden.
U-23-Regel Von den 20 Spielern, die auf dem Spielberichtsbogen eines Regionalligaspiels stehen, müssen mindestens vier Spieler dabei sein, die für eine Auswahlmannschaft des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) spielberechtigt sind und die am 30. Juni vor Beginn des Spieljahres das 23. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Zudem dürfen sie noch kein A-Länderspiel für einen anderen Nationalverband bestritten haben. Diese Regelung gibt es in der Oberliga nicht (und auch noch nicht in der Aufstiegsrunde zur Regionalliga Südwest) und muss bei der Kaderplanung entsprechend berücksichtigt werden. Für zweite Mannschaften von Proficlubs gilt eine andere Regelung: Sie dürfen nur drei Spieler einsetzen, die über 23 Jahre alt sind.
Auswechslungen In der Regionalliga können die Teams fünf Auswechslungen vornehmen. Hierfür stehen drei Wechselfenster pro Verein zur Verfügung, um die Anzahl der Unterbrechungen zu beschränken. Hinzu kommt die Wechselmöglichkeit in der Halbzeitpause. In der Oberliga sind lediglich vier Auswechslungen möglich.
Zulassungsvoraussetzungen Sie sind gegliedert in rechtlich-strukturelle, technisch-organisatorische (zum Beispiel Zuschauerkapazität über mindestens 2500 Plätze, davon mindestens 100 Sitzplätze; Flutlichtanlage mit mindestens 400 Lux) personell-administrative Zulassungsvoraussetzungen (zum Beispiel Benennung eines Sicherheitsbeauftragten, eines Anti-Doping-Beauftragten, eines Medienverantwortlichen, eines Fan-Beauftragten). Anders als in der dritten Liga gibt es in der Regionalliga Südwest keine wirtschaftliche Leistungsprüfung, dennoch bedarf es der Hinterlegung einer Barkaution oder alternativ der Einreichung einer bis mindesten 31. Juli gültigen Bankgarantie in Höhe von 50 000 Euro. Dies dient der Absicherung sämtlicher aus dem Spielbetrieb resultierender Forderungen.
Kickers und Sonnenhof professionell
Was die Zulassungsvoraussetzungen betrifft, hätten weder die Stuttgarter Kickers noch die SG Sonnenhof Großaspach aufgrund ihrer jeweils professionellen Strukturen und der vorhandenen Infrastruktur Probleme, diese zu erfüllen.
Sperren Im Gegensatz zur Oberliga zieht die jeweils fünfte Gelbe Karte für einen Spieler in der Regionalliga eine Sperre für das nächste Meisterschaftsspiel nach sich. Eine Trainer oder Funktionäre werden schon nach der vierten Gelben Karte für ein Spiel gesperrt (Aufenthaltsverbot).
Livestream Alle Spiele der Regionalliga Südwest werden in einem kostenpflichtigen Livestream gezeigt (leagues.football). Hierfür können die Fans zwischen Einzel- und zwei Saisontickets (alle Auswärtsspiele eines Vereins oder alle Heim- und Auswärtsspiele eines Vereins) wählen. Ebenso werden die Spiele der Regionalliga Südwest über die Fußball-Plattform OneFootball kostenpflichtig abrufbar sein. Neben der Liveübertragung bietet sich für Fans die Möglichkeit, die Highlights aller Spiele im Nachgang kostenfrei über OneFootball genießen zu können.
Rahmenvertrag auch mit SWR
Weitere Vermarktungserlöse für die Vereine der Liga werden durch die Zusammenarbeit mit OneFootball sowie den öffentlich-rechtlichen Sendern Südwest Rundfunk (SWR), Hessischer Rundfunk (HR) und Saarländischer Rundfunk (SR) generiert. Diese haben auf Basis eines Rahmenvertrags mit der Regionalliga Südwest die Lizenzrechte erworben, alle Highlights der Spiele der Liga zu veröffentlichen und ausgewählte Spiele live im TV oder Web auszustrahlen. Das Angebot soll in Zukunft weiter ausgebaut werden.
Spielbetrieb Der Spielbetrieb und das Zulassungsverfahren wird nicht mehr, wie seit 2012 praktiziert, über die Regionalliga Südwest GbR mit einem hauptamtlichen Mitarbeiter, sondern über eine GmbH mit zwei hauptamtlichen Mitarbeitern abgewickelt. Sitz ist nach wie vor in Karlsruhe. „Die Anforderungen der Vereine und deren Fans steigen ständig, deshalb versuchen auch wir uns weiter zu professionalisieren, um die Rahmenbedingungen der Regionalliga Südwest nachhaltig zu steigern“, sagt der Leiter Spielbetrieb, Jonas Ochs.
Derbys gegen VfB II
Derbys Die Derbys mit dem VfB Stuttgart II wären Saisonhöhepunkte. Im Fall des Kickers-Aufstiegs würden beide Partien aller Voraussicht nach im Gazi-Stadion auf der Waldau ausgetragen werden. Ein württembergisches Duell gibt es auf alle Fälle gegen die TSG Balingen. Der SSV Ulm 1846 hat dagegen weiterhin gute Chancen auf den Drittliga-Aufstieg, der SGV Freiberg und der VfR Aalen kämpfen noch gegen den Abstieg.
Zuschauerschnitt Die Stuttgarter Kickers wären mit ihrem aktuellen Zuschauerschnitt von 3100 pro Spiel Zweiter in der Zuschauertabelle der Regionalliga Südwest. Zur SG Sonnenhof Großaspach kamen dieser Saison bisher 779 Zuschauer im Schnitt, wobei allein 4994 das Spiel gegen die Kickers sahen.
In der Regionalliga führt Kickers Offenbach mit aktuell 6046 Besuchern im Schnitt das Ranking mit deutlichem Vorsprung an. Zweiter ist der SSV Ulm 1846 (Schnitt 2962), Dritter Eintracht Trier (2373). Die Zuschauerschnitte der übrigen Württemberg-Clubs: VfR Aalen 1242, TSG Balingen 866, SGV Freiberg 450, VfB II 288.
Saisonbeginn Erster Spieltag: 4. bis 6. August 2023; Erste Runde DFB Pokal: 11. bis 14. August, Letzter Spieltag 2023: 8. bis 10. Dezember 2023 (21 Spieltage in der ersten Jahreshälfte).
Aufstiegsrunde zur Regionalliga 2022/23
Termine
Am 8. Juni geht’s los mit der Partie Vizemeister Hessen – Vizemeister Rheinland-Pfalz/Saar. Wenn der Heimverein die erste Partie nicht gewinnt, geht es wie folgt weiter: 11. Juni Vizemeister Baden-Württemberg – Vizemeister Hessen und am 14. Juni Vizemeister Rheinland-Pfalz/Saar gegen Vizemeister Baden-Württemberg. Gewinnt der Heimverein die erste Partie, geht es am 11. Juni mit dem Spiel Vizemeister Rheinland-Pfalz/Saar – Vizemeister Baden-Württemberg und am 14. Juni mit dem Spiel Vizemeister Baden-Württemberg – Vizemeister Hessen. Nur der Erste dieser Dreierrunde steigt in die Regionalliga Südwest auf.
Tabelle
Aktuell liegt in Hessen Eintracht Frankfurt II klar vor den punktgleichen FSV Fernwald und FC Gießen, wobei der FCG zwei Spiele weniger ausgetragen hat. In Rheinland-Pfalz/Saar führt der TSV Schott Mainz vor dem TuS Koblenz. (jüf)