Felix Dornebusch befindet sich nach seinem Kreuzbandriss voll im Zeitplan. Wie sieht er seinen Vertreter Leon Neaime? In welcher Torwart-Konstellation gehen die Stuttgarter Kickers in die neue Saison?
Felix Dornebusch ist ein optimistischer Mensch und von seiner Mannschaft überzeugt. „Ich habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben, ich traue es den Jungs zu, dass sie es noch packen“, sagt der Torwart des Fußball-Regionalligisten Stuttgarter Kickers. Vor dem Auswärtsspiel an diesem Sonntag (14 Uhr) beim FSV Frankfurt beträgt der Rückstand der Blauen auf den Tabellen-Zweiten vom Bornheimer Hang fünf Punkte, auf Spitzenreiter TSG 1899 Hoffenheim II acht Punkte. Und auch Dornebusch weiß, dass für eine mögliche Aufholjagd zwingend ein anderes Auswärts-Gesicht gezeigt werden muss als bisher.
Besuch im Teamhotel
Beim Auftritt vor zwei Wochen beim TSV Steinbach Haiger hat sich der 30-Jährige selbst davon ein Bild gemacht. Er unterbrach seine Reha, fuhr freitags ins Hessische, übernachtete im Mannschaftshotel, führte viele Gespräche und schaute sich natürlich auch die Regionalligapartie an. „Wenn man sieht, dass man nicht mehr gewinnen kann, muss man halt so clever sein und auswärts den Punkt mitnehmen“, ärgerte auch er sich über die 1:2-Niederlage in der Nachspielzeit.
Am 23. Januar hatte sich Dornebusch im Training das vordere Kreuzband am linken Knie gerissen. „Ich habe die Aktion schon eine Million mal gemacht. Ich bin blöd weggerutscht, das war total unglücklich. Ich habe sofort gemerkt, dass etwas kaputt ist“, erinnert er sich an das folgenschwere Missgeschick. Nach der Operation in Heidelberg arbeitete er schon schnell danach in der Reha. Er tut dies in seiner Heimat Bochum, nahe seiner Familie, sechs Mal pro Woche. „Ich habe die ersten fünf Wochen gut überstanden und bin voll im Zeitplan“, berichtet Dornebusch, der davor von Verletzungen weitgehend verschont geblieben war und lediglich mal eine Ellbogenverletzung (2020) und einen Meniskusriss vor zwölf Jahren zu verkraften hatte.
Untersuchung in 14 Tagen
In zwei Wochen steht in Stuttgart die nächste Untersuchung bei Sportmediziner Mario Bucher an. Dann wird abgesprochen und entschieden, wie und wo der weitere Reha-Prozess stattfindet. Wann er wieder im Tor stehen wird, ist noch offen. „Man geht von acht Monaten aus, aber seriös kann das jetzt noch keiner sagen“, erklärt Dornebusch, „zumal es wenig Vergleichsmöglichkeiten gibt, da diese Verletzung bei Torhütern eher selten vorkommt.“
Er spüre jedenfalls die volle Rückendeckung von Seiten der Kickers, wo er noch bis zum 30. Juni 2026 unter Vertrag steht. Mit seinem Vertreter Leon Neaime hat er sich rund um das Steinbach-Spiel länger ausgetauscht. Nach seinem Fehler, der gegen Kickers Offenbach zum 1:1-Ausgleich führte, gab es dagegen keinen Kontakt. Dornebusch: „Da habe ich ihn lieber in Ruhe gelassen. Dass man sich um ihn keine Sorgen machen muss, zeigte er ja noch im selben Spiel, als er mit der Glanzparade in der Nachspielzeit die richtige Reaktion zeigte.“ Solche Patzer gelte es generell schnell abzuhaken. „So etwas passiert auch älteren Torhütern“, weiß er aus eigener Erfahrung.
Auch Castellucci noch unter Vertrag
Bleibt die Frage, in welcher Torwart-Konstellation die Kickers in die neue Saison gehen. Fest steht, neben Neaime (20) steht auch David Mitrovic (19) bei den Blauen unter Vertrag, zudem ist auch Ramon Castellucci (28/derzeit ausgeliehen an den Oberligisten FV Ravensburg) noch bis 30. Juni 2026 an die Kickers vertraglich gebunden. Die Leihe von Louis Lord (Erzgebirge Aue) endet mit dem letzten Spieltag dieser Saison. „Wir werden überlegen, was die beste Konstellation ist. Noch ist der Zeitpunkt nicht gekommen, das zu entscheiden“, sagt Sport-Geschäftsführer Lutz Siebrecht.
avodf