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Das Drittliga-Hochsicherheitsspiel der Blauen kann doch im Gazistadion stattfinden, allerdings erst am 24. Oktober um 18.30 Uhr.

Stuttgart - Erleichterung bei Fußball-Drittligist Stuttgarter Kickers: Das baden-württembergische Derby gegen den Karlsruher SC kann nun doch im Gazistadion auf der Waldau stattfinden. Allerdings nicht wie geplant am Samstag, 29. September (14 Uhr), sondern erst am Mittwoch, 24. Oktober (18.30 Uhr). Bereits erworbene Karten behalten ihre Gültigkeit. „Wir sind sehr froh, dass wir eine Verlegung der Partie in die Mercedes-Benz-Arena abwenden konnten. Dies wäre finanziell und organisatorisch für uns nicht realisierbar gewesen“, teilte Kickers-Präsident Rainer Lorz mit. Ein Spiel in Cannstatt hätte bei den Blauen Mehrkosten in Höhe von 80 000 Euro verursacht. Auch die Polizei ist mit der zeitlichen Verlegung nicht unzufrieden: „Der Termin ist unter der Woche und um 18.30 Uhr so früh, dass es für viele gar nicht reicht, aus Karlsruhe anzureisen“, sagt eine Sprecherin des Innenministeriums. Am wichtigsten sei aber, dass es „keine Paralleleinsatzlage“ gebe – am 29. September wäre das Cannstatter Volksfest ins erste Wochenende gestartet.

Nach langem Hin und Her fiel die Entscheidung am Montag Nachmittag in einem von den Kickers initiierten Treffen im Vereinsheim im ADM-Sportpark. Mit am Runden Tisch waren zwei Dutzend Vertreter von Innenministerium, Polizei, Stadt Stuttgart, Amt für öffentliche Ordnung, DFB, KSC und Kickers. Ursprünglich war die Verlegung der Partie auf einen neuen Termin nicht in Frage gekommen, weil die Zentrale Informationsstelle der Polizei (Zis) das brisante Drittligaderby offenbar am selben Tag austragen wollte, an dem auch der Fußball-Bundesligist VfB Stuttgart beim 1. FC Nürnberg am Ball ist.

Innige Abneigung zwischen VfB- und KSC-Fans

Die innige Abneigung zwischen VfB- und KSC-Fans hatte schon dazu geführt, dass das Drittligaspiel des VfB II gegen die Badener (2:0) am 4. August in der Mercedes-Benz-Arena über die Bühne ging – ohne größere Zwischenfälle. Mehrere Hundert Polizisten sorgten dafür, dass die die 16 500 VfB-Fans und die 3500 KSC-Anhänger strikt getrennt blieben. Die Karlsruher, unter anderem mit zwei Entlastungszügen, Regionalzügen, fünf Reisebussen und acht Kleinbussen angerückt, wurden über Untertürkheim und die Benzstraße zum Stadion geführt. „Durch die strikte Fantrennung konnten Zwischenfälle verhindert werden“, sagt der Stuttgarter Polizeisprecher Jens Lauer. Bilanz: Null Körperverletzungen, ein sichergestelltes bengalisches Feuerwerk.

Im September 2008, der bisher letzten Begegnung zwischen VfB und Karlsruher SC in der Bundesliga, war das noch erheblich brisanter abgelaufen. Nach Spielende war es zu schweren Ausschreitungen gekommen. Der schwarze Block des KSC hatte im Stadion eine Toilette in Brand gesteckt, 200 Schalensitze rausgerissen. Am Ende gab es neun Festnahmen und 24 Verletzte.

Bleibt zu hoffen, dass am 24. Oktober auf der Waldau alles friedlich bleibt. Die VfB-Fans sind mit ihrem Team an diesem Tag nicht auf Achse, erst einen Tag später steht das Europa-League-Heimspiel gegen Kopenhagen an. Die Kickers haben durch die Spielverlegung drei Heimspiele innerhalb einer Woche. Am 20. Oktober kommt Wacker Burghausen, am 27. Oktober (jeweils 14 Uhr) die SpVgg Unterhaching.