Kickers-Mittelfeld-Antreiber David Tomic sah bereits in der 23. Minute die Rote Karte. Foto: IMAGO/Jan Huebner

Das kann nicht der Anspruch der Stuttgarter Kickers sein – auch in Alzenau setzt es in Unterzahl ein 0:3. Die Chance zur Wiedergutmachung bietet sich am Dienstag gegen den SGV Freiberg.

Mit hängenden Köpfen schlichen die Spieler der Stuttgarter Kickers nach dem Abpfiff zu ihren rund 200 mitgereisten Fans. Nach ein paar klaren Worten des Capos, gab es aufmunternden Applaus. Schließlich steht nach dem äußerst ernüchternden 0:3 (0:0) in der Regionalliga Südwest beim FC Bayern Alzenau schon an diesem Dienstag (19 Uhr) das Heimspiel gegen den souveränen Spitzenreiter SGV Freiberg (neun Spiele, neun Siege) an. Was der Sport-Geschäftsführer Lutz Siebrecht da erwartet? „Dass die Mannschaft solide gegen den Ball arbeitet, jeder seine Aufgabe erfüllt, das eins zu eins umsetzt, was das Trainerteam vorgibt“, sagte der 57-Jährige.

 

Mit anderen Worten: Es gilt wieder die Basics auf den Platz zu bringen, die grundlegenden Dinge, die es einfach braucht, um auch bei einem Kellerkind etwas mitzunehmen.

Krasser Fehler in der Spieleröffnung

Zumal wenn man sich früh auch noch selbst schwächt. Mittelfeldspieler David Tomic sah in der 23. Minute Rot. Nachdem ihn Torwart Bela Dumrath bei der Spieleröffnung viel zu riskant angespielt hatte, ging Luka Garic dazwischen, Tomic zog die Notbremse unmittelbar vor dem Strafraum. Ein unentschuldbarer Fehler, wie auch Siebrecht fand: „So etwas darf einfach nicht passieren, dieser Platzverweis hat uns alles versaut.“

Bis zur 61. Minute ließen die Blauen vor 755 Zuschauern auch in Unterzahl so gut wie nichts zu. Dann gab es im Mittelfeld einen unnötigen Ballverlust und entsprechende Räume. Nach der folgenden Flanke konnte die Innenverteidigung nicht klären – 1:0 durch Filip Pandza. Die Kickers bemühten sich danach, Trainer Marco Wildersinn ging durch offensive Wechsel ins Risiko, ohne dass sein Team Durchschlagskraft entwickelte, geschweige denn sich eine zwingende Chance erarbeitete. Ein Aufbäumen war nicht festzustellen.

Coach Marco Wildersinn sah eine schwache Kickers-Elf Foto: IMAGO/Jan Huebner

Alzenau dagegen nutzte seine Möglichkeiten durch Paul Seikel (87.) und Jihad Boutakhrit (90.) zum 3:0-Endstand. „Der Gegner hat alles reingeworfen, was er hatte und sich belohnt“, stellte Siebrecht ernüchternd fest. Bei den Kickers brachte dagegen kein einziger der Beteiligten auch nur annähernd seine Normalform auf den Platz. „Das ist eine sehr schmerzliche Niederlage, unsere Ansprüche sind deutlich höher“, räumte auch Wildersinn ein.

Dass es bereits am Dienstag weitergeht, sieht bei den Kickers keiner als Nachteil: „Nach einem schlechten Spiel ist es immer gut, so schnell wie möglich die Chance zu bekommen, es besser zu machen. Doch man muss es auch tun“, forderte Siebrecht. Der deprimierende Auftritt in Alzenau bietet jedenfalls ungemein viele Ansatzpunkte, Wiedergutmachung zu betreiben. Dass der Gegner Freiberg heißt und nach seinem 3:2-Erfolg gegen Kassel 27 Punkte und 31:7 Tore aufweist, die Kickers dagegen nur 13 Punkte (11:14 Tore) auf dem Konto haben, ist dabei fast nebensächlich. Siebrecht: „Gegner und Rahmenbedingungen sind am Dienstag völlig egal.“

Aufstellung Kickers

Dumrath – Udogu, Danquah, Petrovic, Borac (67. Fundel) – Tomic, Zaiser (67. Kiefer), Lockl (80. Unsöld) – Frauendorf, Faß (74. Braig), Berisha (67. Schembri).

Bank: Neaime, Blank, Abdullahu, Schwab.

Nicht im Kader: Dornebusch, Mauersberger, Stojak, Mulaj, Mitrovic, Skenderovic, Hencke.

Saison 2025/26

Ergebnisse
1. Göppinger SV – Kickers (0:2/zweite WFV-Pokal-Runde), SG Barockstadt Fulda-Lehnerz – Stuttgarter Kickers 0:1, Kickers – SV Sandhausen 3:2, VfR Aalen – Kickers (0:2/dritte WFV-Pokal-Runde), Kickers – Eintracht Trier 1:1, 1. FSV Mainz 05 II – Kickers 3:0, Kickers – Kickers Offenbach 1:2, TSV Weilimdorf – Kickers (1:2/WFV-Pokal-Achtelfinale), TSV Steinbach Haiger – Kickers 0:1, Kickers – SC Freiburg II 4:0, KSV Hessen Kassel – Kickers 3:0, FC Bayern Alzenau – Kickers 3:0.

Termine
Kickers – SGV Freiberg (Dienstag, 30. September, 19 Uhr), FSV Frankfurt – Kickers (Sonntag, 5. Oktober, 14 Uhr), Kickers – Bahlinger SC (Samstag, 11. Oktober, 14 Uhr), TSG Balingen – Kickers (Samstag, 18. Oktober, 14 Uhr), Kickers – TSV Schott Mainz (Samstag, 25. Oktober, 14 Uhr), FC 08 Homburg – Kickers (Sonntag, 2. November, 14 Uhr), Kickers – FC-Astoria Walldorf (Samstag, 8. November, 14 Uhr), SG Sonnenhof Großaspach – Kickers (Samstag, 15. November, 14 Uhr), Kickers – SG Barockstadt Fulda-Lehnerz (Samstag, 22. November, 14 Uhr), SV Sandhausen – Kickers (Sonntag, 30. November, 14 Uhr). (jüf)