Flamur Berisha bejubelt seinen Siegtreffer zum 2:1 gegen den FC-Astoria Walldorf. Foto: Pressefoto Baumann

Nach einem leblosen Auftritt vor der Pause drehen die Stuttgarter Kickers das Spiel gegen Astoria Walldorf und gewinnen mit 2:1. Im Derby in Aspach steckt dadurch noch mehr Brisanz.

Trainer Marco Wildersinn riss die Arme nach oben und klatschte mit seinen Assistenten ab, die Spieler der Stuttgarter Kickers ballten voller Erleichterung die Fäuste. Der Jubel nach dem 2:1 (0:1) des Fußball-Regionalligisten gegen den FC-Astoria Walldorf war so ausgelassen wie lange nicht mehr. „Wir haben Widerstandsfähigkeit gezeigt, nach dem Rückstand richtig stark gekämpft und eine tolle Reaktion gezeigt“, freute sich Wildersinn.

 

Erste 45 Minute ohne jede Energie

Zur Halbzeit hatte die Gemütslage bei den Blauen noch komplett anders ausgesehen. 45 Minuten lang wirkte das Team vor den 3430 Zuschauern im Gazi-Stadion ohne Energie, fast leblos. Viel zu passiv ging es in die Zweikämpfe. Wurde doch mal ein Duell gewonnen, konnte der Ball nicht behauptet werden. Walldorf war ballsicherer, strukturierter, reifer – einfach in allen Belangen überlegen. Die 1:0-Führung durch Yasin Zor (37.) war die logische Folge.

Doch nach dem Wechsel sah die blaue Welt plötzlich anders aus. Wie verwandelt kamen die Kickers aus der Kabine. Das lag ganz entscheidend daran, dass die drei Einwechslungen zündeten. Einer der drei Joker traf gleich in der 47. Minute: Rechtsverteidiger David Udogu erzielte auf Vorarbeit von Marlon Faß mit seinem ersten Saisontor das 1:1. Mit diesem Hallo-Wach-Knalleffekt im Rücken biss sich das Wildersinn-Team immer mehr in die nun wilde Partie hinein. Per Lockl, Joker Nummer zwei, kurbelte das Spiel im Mittelfeld an, eroberte zudem viele Bälle. Und der dritte Joker Flamur Berisha markierte in der 82. Minute mit seinem sechsten Saisontor das vielumjubelte 2:1-Siegtor.

Kickers-Spieler bejubeln das 1:1 durch David Udogu (Mi.). Foto: Pressefoto Baumann

Durch den Dreier im letzten Heimspiel der Hinrunde reisen die Blauen mit breiter Brust am kommenden Samstag (14 Uhr/Wir-machen-Druck-Arena) zum württembergischen Derby zur SG Sonnenhof Großaspach. Es ist das brisante Duell des Zweiten gegen Neunten. Doch die Kickers haben nur zwei Punkte Rückstand auf die SG und durch die erneute Niederlage von Spitzenreiter SGV Freiberg (0:1 beim SV Sandhausen) auch nur fünf Zähler Abstand zum Tabellenführer.

„Wir freuen uns dieses Spiel in Großaspach und hoffen, dass es unsere Fans zu einem Heimspiel für uns machen“, sagte Udogu, der Mann, der mit seinem Ausgleichstreffer für den entscheidenden Impuls gegen Walldorf gesorgt hatte.

Aufstellung Kickers

Neaime – Blank (46. Udogu), Danquah (84. Schwab), Petrovic, Borac – Hencke (66. Schembri), Zaiser, Tomic – Frauendorf (46. Lockl), Faß, Mauersberger (46. Berisha).

Bank: Dumrath, Fundel, Kiefer, Unsöld.

Nicht im Kader: Dornebusch, Mitrovic, Braig, Stojak, Skenderovic, Abdullahu, Mulaj.

Saison 2025/26

Ergebnisse
1. Göppinger SV – Kickers (0:2/zweite WFV-Pokal-Runde), SG Barockstadt Fulda-Lehnerz – Stuttgarter Kickers 0:1, Kickers – SV Sandhausen 3:2, VfR Aalen – Kickers (0:2/dritte WFV-Pokal-Runde), Kickers – Eintracht Trier 1:1, 1. FSV Mainz 05 II – Kickers 3:0, Kickers – Kickers Offenbach 1:2, TSV Weilimdorf – Kickers (1:2/WFV-Pokal-Achtelfinale), TSV Steinbach Haiger – Kickers 0:1, Kickers – SC Freiburg II 4:0, KSV Hessen Kassel – Kickers 3:0, FC Bayern Alzenau – Kickers 3:0, Kickers – SGV Freiberg 1:1, FSV Frankfurt – Kickers 3:0, Kickers – Bahlinger SC 3:0, TSG Balingen – Kickers 0:2, Kickers – TSV Schott Mainz 2:1, FC 08 Homburg – Kickers 2:1, Kickers – FC-Astoria Walldorf 2:1.

Termine
SG Sonnenhof Großaspach – Kickers (Samstag, 15. November, 14 Uhr), Kickers – SG Barockstadt Fulda-Lehnerz (Samstag, 22. November, 14 Uhr), SV Sandhausen – Kickers (Sonntag, 30. November, 14 Uhr), Eintracht Trier – Kickers (5. bis 7. Dezember), Kickers – 1. FSV Mainz 05 II( 20. bis 22. Februar 2026). (jüf)