Yannick Dreyer arbeitet nun im Nachwuchsleistungszentrum des 1. FSV Mainz 05. Foto: Baumann/Hansjürgen Britsch

Nach sieben Jahren bei den Stuttgarter Kickers ist Yannick Dreyer vor dieser Saison ins Nachwuchsleistungszentrum des 1. FSV Mainz 05 gewechselt. Vor dem Gastspiel der U 23 des Bundesligisten nennt er seine Beweggründe und seine persönlichen Ziele.

Yannick Dreyer bezeichnet sich immer noch selbst als Fan der Stuttgarter Kickers. Er besuchte in dieser Saison bereits das WFV-Pokalspiel der Blauen in Göppingen, er war beim Gastspiel am Bieberer Berg als Zuschauer dabei, und auch das erste Regionalliga-Heimspiel gegen die TuS Koblenz ließ er sich nicht entgehen. Ausgerechnet jetzt beim Duell am kommenden Samstag (14 Uhr/Gazi-Stadion) gegen den 1. FSV Mainz 05 II muss der 30-Jährige passen. Dreyer befindet sich von Samstag bis Donnerstag als Trainer der Mainzer U15 in Altenmarkt bei Salzburg. „Dass solch ein Trainingslager auch in dieser Altersstufe möglich gemacht wird, zeigt, wie professionell in diesem Verein gearbeitet wird“, sagt der studierte Sportwissenschaftler.

 

Diese Professionalität bei einem etablierten Bundesligisten war der Hauptgrund, warum er sich nach der vergangenen Saison nach sieben Jahren bei den Kickers verabschiedet hat. Er war 2016 aus dem Schwarzwald von seinem Heimatverein Kickers 09 Lauterbach (wo er mit 21 Jahren schon die erste Herren-Mannschaft trainierte) als Trainer der U 11 nach Degerloch gekommen. Er stieg schnell zum Co-Trainer von Timm Fahrion auf, dann wurde er der Cheftrainer der damaligen U-17-Bundesligamannschaft. Zuletzt arbeitete er als Co-Trainer von Mustafa Ünal und Chefcoach der U 19.

Abschied mit Erfolgen

„Ich bin mit allen im Verein im Guten gegangen. Zudem gelang der WFV-Pokalsieg mit den A-Junioren und der Aufstieg mit der ersten Mannschaft in die Regionalliga, viel besser hätte mein Abschied nicht sein können“, sagt Dreyer. Natürlich hätten die Blauen den akribisch arbeitenden Fachmann gerne behalten, doch Dreyer wollte den nächsten Schritt machen: „Die Arbeit in Mainz bedeutet für mich eine deutliche Weiterentwicklung in Bezug auf das Fachliche, aber auch was Führungs- und Sozialkompetenz betrifft.“

Mainz 05 sei einfach größer als die Kickers, allein drei hauptamtliche Kräfte kümmern sich nur um die Personalplanung und die Trainer im NLZ. Zuletzt stärkte der Club seine Position als Ausbildungsverein durch eine prominente Verpflichtung: Meikel Schönweitz, seit 2018 DFB-Junioren-Cheftrainer kehrte als Direktor Entwicklung Fußball auf den Campus am Bruchweg zurück.

Dass Dreyer derzeit nicht eine U 19 oder U 17 trainiert, sondern „nur“ die U 15, ist für ihn nicht entscheidend. „Wichtig ist für mich, dass ich meine eigenen Ideen, gepaart mit den Tugenden und Prinzipien von Mainz 05, umsetzen und mich ohne den ganz großen Druck von Auf- und Abstieg weiterentwickeln kann.“ An seinen Ambitionen lässt er aber keinen Zweifel: „Ich bin ehrgeizig und möchte schon irgendwann mal als Chefcoach in den Profibereich reinschnuppern. Ob das aber in fünf, zehn oder 20 Jahren sein wird, weiß ich nicht.“ Der A-Lizenz-Inhaber würde sich auch gerne für den Lehrgang für die Uefa-Pro-Lizenz bewerben. Noch fehlen ihm dazu 18 Monate als Cheftrainer einer U-17- oder U-19-Bundesligamannschaft.

Eigene Spielidee umsetzen

Auf der Wendeltreppe nach oben

Dreyer versucht, mit kleinen Schritten die Wendeltreppe nach oben zu nehmen. Zuletzt hospitierte er im eigenen Verein bei U-23-Trainer Jan Siewert. Er weiß also ganz genau, was auf seinen Ex-Verein Stuttgarter Kickers (der an Innenverteidiger-Talent Mathis Bruns von Union Berlin dran ist) am Samstag zukommt. „Das wird eine harte Nuss für beide Teams“, vermutet Dreyer. Immer wieder setzt das Mainzer Nachwuchsteam auch Spieler aus dem Profikader ein, zuletzt den auf Leihbasis vom FC Liverpool gekommenen niederländischen U-21-Nationalspieler Sepp van den Berg.

Dreyer tippt 2:2

Unabhängig davon hätten beide Teams eine ähnliche Vorstellung von Fußball: Aggressives und hohes Pressing sei angesagt. Wie es ausgeht? „Ich erwarte ein packendes Spiel mit offenem Visier auf Augenhöhe – und tippe auf ein 2:2.“ Und damit auf so was wie ein Wunschergebnis für einen Angestellten von Mainz 05 und einen Kickers-Fan.