Die Stimmungslage beim FC 08 nach der unglücklichen 0:1-Niederlage bei den Stuttgarter Kickers. Die Effektivität stimmt noch nicht beim Aufsteiger. Der Tenor im Team: „Wir müssen noch härter arbeiten.“
Es wäre in der Nachspielzeit am Samstag im GAZI-Stadion an Kuriosität nicht mehr zu überbieten gewesen, wenn der Kopfball von Torhüter Andrea Hoxha nach einem Eckball nicht an der Latte des Stuttgarter Tores gelandet, sondern im Netz gelegen wäre.
Als Zugabe dazu noch der unglückliche Spann-Nachschuss von Angelo Rinaldi aus kurzer Entfernung, der in Richtung Stuttgarter Fernsehturm – übertrieben – ging. „Im Training verwertet Angelo solche Bälle mit der Innenseite sicher“, kommentiert Villingens Trainer Mario Klotz die wichtige Szene kurz vor dem Abpfiff.
Auf der Tribüne waren sich einige Anhänger der Kickers einig: „Villingen ist ein starker Aufsteiger. Die haben es uns heute richtig schwer gemacht.“ Das Problem aber – von Mario Klotz, Marcel Sökler und Co. völlig richtig erkannt: „Für all das Lob können wir uns nichts kaufen.“
Der FC 08 hat in den ersten drei Spielen nur einen Punkt – allerdings auch gegen hoch eingestufte Gegner – geholt und nur einen Treffer erzielt. Bei den Villingern tun sich nach der Saison-Startphase zwei Baustellen auf.
Die unnötigen Gegentore
Erstens: Der Regionalliga-Neuling kassiert relativ unnötig die Gegentreffer. In der Vorbesprechung hin zum Spiel gegen die Kickers hatte Mario Klotz darauf hingewiesen, dass die Stuttgarter in der Regel einige lange Diagonalbälle in die Tiefe spielen. In der 40. Minute verschätzte sich Villingens Innenverteidiger Tim Zölle – der starke Torschütze Christian Mauersberger profitierte davon.
Bis dahin hatten die Nullachter kaum etwas zugelassen. Ebenso nicht in der zweiten Halbzeit. „Wir müssen es schaffen, konstant die Spannung im Spiel gegen den Ball hochzuhalten. Fehler in der Regionalliga werden brutal bestraft“, so Mario Klotz.
Mehr Mut und Risiko im gegnerischen Strafraum
Die zweite Baustelle: die Chancenverwertung. Mario Klotz schildert eine sehr aufschlussreiche Beobachtung nach den ersten drei Spielen: „Unsere ersten Gegner hatten insgesamt nicht die klaren Möglichkeiten wie wir, aber sie haben diese – im Gegensatz zu uns – verwertet.“ Der frühere Stürmer weiß aus eigener Erfahrung: „Wir brauchen im gegnerischen Strafraum wieder mehr Mut, Zutrauen und Risiko bei der Verarbeitung der Chancen.“ Neuzugang Flavio Santoro sagt zu diesem Thema auch: „Wir müssen an unserem Willen arbeiten, unbedingt das Tor zu machen.“
Mario Klotz zeigt sich zuversichtlich, dass der Knoten zeitnah platzt: „Die Jungs gehen sehr selbstkritisch mit sich um. Die reinen Ergebnisse spiegeln auch nicht richtig unsere Leistungen bis jetzt wider.“
DFB-Pokal als schöne Abwechslung
Vielleicht kommt das Pokalspiel gegen den 1. FC Heidenheim in dieser Situation für den FC 08 zu einem sehr guten Zeitpunkt.
Es ist eine schöne Abwechslung vom Liga-Alltag. Der Regionalligist kann am Samstag (15.30 Uhr) als Außenseiter nur gewinnen. „Es ist ein Bonusspiel, auf das wir uns alle sehr freuen.“, betont Mario Klotz.
Hoffen auf Alihoxha und Albrecht
Bis zum großen Pokal-Highlight sollen auch Ergi Alihoxha (grippaler Virus) und der angeschlagene Leon Albrecht wieder mit an Bord sein. Aufgrund des Fehlens von Alihoxha musste Mario Klotz strategisch im vorderen Bereich etwas umbauen. Dominik Emminger kam in Stuttgart zu seinem ersten Startelf-Einsatz. Marcel Sökler pendelte zwischen Sturmspitze und vorderster Ballverteiler im Mittelfeld,leistete ein großes Arbeitspensum.