Wer sortiert sich im Regionalligakader der Blauen nach dem Umbruch auf welcher Position ein? Wie könnte die Anfangself aussehen? Eine Übersicht.
Acht externe Zugänge, zwölf Abgänge, weitere Bewegung nicht ausgeschlossen: Der Kader der Stuttgarter Kickers hat vor dem Regionalligastart an diesem Sonntag (14 Uhr) bei der SG Barockstadt Fulda-Lehnerz ein neues Gesicht bekommen.
System Marco Wildersinn hat nur kurz über eine Änderung nachgedacht. Dann reifte bei ihm und seinem Trainerteam die Erkenntnis, weiter auf ein 4-3-3-System zu setzen. „Wir kommen in dieser Grundordnung am besten in unser Spiel rein und haben die passenden Spieler dazu“, begründet der Chefcoach. „Die Abläufe, die uns in der Rückrunde der vergangenen Saison aus verschiedenen Gründen etwas abhanden gekommen sind, wollen wir uns mit dem neuen Personal wieder erarbeiten. Da befinden wir uns auf einem guten Weg.“
Tor Wildersinn hat sich nach Absprache mit Torwarttrainer Denis Jercic auf eine Nummer eins festgelegt: Bela Dumrath erhält bis auf Weiteres das Vertrauen. Die 1,98 Meter große Leihgabe vom FC St. Gallen sei einen Tick weiter als die Kickers-Eigengewächse Leon Neaime (20) und David Mitrovic (19), lautete die Begründung. Dumrath besticht durch Präsenz und Ausstrahlung, der 21-Jährige bringt zudem viel Spielintelligenz bei der Spieleröffnung mit. Neu gemischt werden die Karten spätestens, wenn Felix Dornebusch (31) nach überstandenem Kreuzbandriss 2026 wieder zurückkehrt.
Außenverteidiger Auf beiden Seiten ist dies eine umkämpfte Position. Rechts war bisher die Allzweckwaffe Nico Blank (28) gesetzt. Mit Neuzugang David Udogu (22) vom Bayern-Regionalligisten FV Illertissen hat er nun einen Spezialisten als Konkurrenten. Für den stellvertretenden Kapitän Blank sprechen Erfahrung und Laufstärke, Udogu bringt mehr körperliche Robustheit und Dynamik mit, er spielte auf dieser Position auch im ersten Pflichtspiel in Göppingen (2:0) 90 Minuten durch und hat die Nase vorn. Links in der Viererkette hat Eigengewächs und Senkrechtstarter Mario Borac (19) seinen Stammplatz verteidigt.
Nico Fundel (24) heizt den Konkurrenzkampf zwar an, kam in der Vorbereitung aber relativ wenig zum Einsatz – obwohl der Neuzugang vom FV Illertissen ein Plus in Sachen Erfahrung hat.
Innenverteidiger Nach dem kurzfristigen Abgang von Nyamekye Awortwie-Grant (24) zu Drittligist Energie Cottbus und der Handverletzung von Neuzugang Vincent Schwab (21/TSV Steinbach Haiger) stellten sich Milan Petrovic (22) und Rückkehrer Jakob Danquah (22/Hannover 96 II) in der Vorbereitung praktisch von allein auf. Zumal klar war, dass Brian Behrendt (33/zum FSV Schöningen) noch abgegeben wird. Inzwischen ist Schwab wieder fit, so dass der einzige Linksfuß fürs Abwehrzentrum in absehbarer Zeit in die Anfangsformation rücken dürfte. Wobei auch Borac die Position des linken Innenverteidigers ausfüllen kann. Zumindest in einer Dreierkette wäre auch Fundel dafür eine Option. Ebenfalls im erweiterten Kader steht der 18-jährige Ardi Mulaj, der aber noch eine Saison bei der U 19 spielen soll.
Lockls Rückkehr verschärft Konkurrenz
Zentrales Mittelfeld Auf der Sechser-Position ist Maximilian Zaiser (26) gesetzt. Der Neuzugang von den Würzburger Kickers gehört zum Typus taktisch cleverer Stratege, der mit viel Ruhe und Ballsicherheit das Spiel dirigiert und den Rhythmus bestimmt. Auf den beiden Achter-Positionen ergänzen sich der laufstarke neue Kapitän Lukas Kiefer (32) und der torgefährliche Techniker David Tomic (27) gut. Solange Per Lockl (24/wohl bis Mitte August) noch an den Folgen seines Außenband-Teilabrisses leidet, bildet das Trio das Herzstück im Mittelfeld. Erste Alternativen sind Nico Blank und Sinan Tekerci (31), der den Verein vor Schließung des Transferfensters am 31. August allerdings noch verlassen soll.
Außenbahnen Christian Mauersberger war bis zu seiner Meniskusverletzung auf der linken Seite nicht aus der Anfangself wegzudenken. Da mit dem 30-Jährigen vor Ende September kaum zu rechnen ist, wird Flamur Berisha (25) für ihn starten. Rechts entscheidet sich das Rennen zwischen dem in der Vorbereitung erfrischend aufspielenden Oskar Hencke (17) und Neuzugang Melkamu Frauendorf (21/Hannover 96 II), der erst spät in der Vorbereitung hinzukam. Nevio Schembri (18) warf eine Ellbogenblessur zurück, wegen der er auch beim Pokalspiel in Göppingen noch fehlte. Weitere Optionen sind Meris Skenderovic (27) und Lirjon Abdullahu (17), der sogar noch zwei Spielzeiten in der U 19 spielen dürfte.
Sturmzentrum Es ist die Position, auf der noch am meisten Handlungsbedarf besteht. Wunschkandidat David Hummel (FC 08 Homburg) zog das Angebot von Drittligist Hansa Rostock dem der Kickers vor, seitdem sondiert Sport-Geschäftsführer Lutz Siebrecht weiter den auf dieser Position besonders umkämpften Markt. Die Verpflichtung von Youngster Marlon Faß (19/Leihgabe von Dynamo Dresden) war die schnelle Reaktion auf den Kreuzbandriss von David Stojak (20). Bleibt Routinier und Teamplayer David Braig (34), bei dem Wildersinn weiß, was er bekommt.
Wahrscheinlichste Anfangself in Fulda Dumrath – Udogu, Danquah, Petrovic, Borac – Tomic, Zaiser, Kiefer – Hencke, Braig, Berisha.
Regionalligasaison 2025/26
Feststehende Termine
SG Barockstadt Fulda-Lehnerz – Stuttgarter Kickers (Sonntag, 3. August, 14 Uhr), Kickers – SV Sandhausen (Sonntag, 10. August, 14 Uhr), Kickers – Eintracht Trier (Sonntag, 17. August, 14 Uhr), 1. FSV Mainz 05 II – Kickers (Samstag, 23. August, 13 Uhr), Kickers – Kickers Offenbach (Freitag, 29. August, 19 Uhr), TSV Steinbach Haiger – Kickers (Samstag, 6. September, 14 Uhr), Kickers – SC Freiburg II (Samstag, 13. September, 14 Uhr), KSV Hessen Kassel – Kickers (Samstag, 20. September, 14 Uhr), FC Bayern Alzenau – Kickers (Samstag, 27. September, 14 Uhr), Kickers – SGV Freiberg (Dienstag, 30. September, 19 Uhr). (jüf)