Beim letzten Duell im WFV-Pokal am 3. September setzte sich Freiberg mit David Pisot (re.) durch, Kickers-Spieler Christian Mauersberger ärgert sich nach einer vertanen Großchance. Foto: Pressefoto Baumann/Alexander Keppler

Die Stuttgarter Kickers warten noch auf ihren ersten Auswärtssieg, der SGV Freiberg auf seinen ersten Heimdreier – es steckt Brisanz im direkten Duell der beiden Regionalligisten an diesem Samstag im Wasenstadion. Beide Trainer äußern sich.

Was auf dem Spiel steht? Roland Seitz, der Trainer des SGV Freiberg, versucht erst gar nicht, die Bedeutung kleinzureden: „Sehr viel steht auf dem Spiel – und zwar für beide Teams“, sagt der 59-Jährige vor dem Regionalliga-Duell mit den Stuttgarter Kickers (Samstag, 14 Uhr/Wasenstadion) – und schiebt die Begründung gleich hinterher: „Wenn wir verlieren, stecken wir unten drin, verlieren die Kickers, ist der Anschluss für sie nach ganz oben erst mal abgerissen.“

 

Im Pokal siegt SGV

Der Druck lastet also auf SGV und SVK. Wobei die Freiberger in dieser Saison schon gezeigt haben, dass sie die Blauen sogar auswärts besiegen können: Das 3:1 nach Verlängerung am 3. September im WFV-Pokal-Achtelfinale im Gazi-Stadion bedeutete die erste große Delle für den Vorjahres-Vizemeister in dieser Saison. Danach folgte zwar das 5:1 gegen den TSV Steinbach Haiger (das einzige Punktspiel, in dem die Blauen bisher mehr als zwei Tore erzielten), doch danach setzte es das 0:2 in Offenbach und die bittere 0:1-Heimniederlage im Jubiläumsspiel gegen den FSV Frankfurt.

„Wir haben dieses Spiel aufgearbeitet. Nach 60, 65 guten Minuten haben wir die Kontrolle, die Ordnung, die Linie verloren, das darf uns nicht passieren“, sagt Trainer Marco Wildersinn im Rückblick. Immer wieder kommt das Thema auf, dass dem gefälligen Ballbesitzfußball der Blauen viel zu häufig die Effizienz im letzten Drittel abgeht.

„Nicht in Schönheit sterben“

„Wir wollen natürlich nicht in Schönheit sterben, wir wollen mit Power und hoher Intensität spielen und am Ende – und das ist letztendlich das Entscheidende – auch gute Ergebnisse erzielen. Aber diese Entwicklung braucht auch Zeit“, betont der Coach.

Zu dieser Entwicklung gehört, die Defensive weiter zu stabilisieren. Nach wie vor präsentieren sich die Blauen beim schnellen Umschaltspiel der gegnerischen Teams zu anfällig, weil es in diesen kritischen Phasen an Stabilität und guter Organisation in der Restverteidigung mangelt. „Wir können viele Dinge besser machen“, räumt Wildersinn ein, der an diesem Samstag in Freiberg alle Mann an Bord hat und im fünften Anlauf den ersten Auswärtssieg einfahren will.

Freibergs Trainer Seitz wartet mit seinem Team dagegen noch auf den ersten Heimdreier in dieser Runde. Der erfahrene Fußballlehrer tippt auf ein 1:0 für sein Team, damit wäre das geschafft, auf was es letztendlich ankommt: „Grundsätzlich ist nicht entscheidend, ob du viel Ballbesitz hast und schönen Fußball spielst. Die Ergebnisse und die Tabelle bestimmen vielmehr das Geschäft.“

„Brutale Power unter Ünal“

Mit Blick auf die Blauen sagte er im Interview mit unserer Redaktion: „Unter Mustafa Ünal haben die Kickers nicht immer schönen Fußball gezeigt, aber die Mannschaft war gut organisiert, hatte eine brutale Power und zeigte mit ihrem Umschaltspiel eine effiziente Spielweise. Das hat das Team sehr lange Zeit ausgezeichnet.“

Zum Aufstieg hat es dann aber doch nicht gereicht. Weshalb sich die Blauen für einen neuen Trainer mit einer neuen Spielphilosophie entschieden. Ob dies von Erfolg gekrönt sein wird, wird der weitere Verlauf der Runde zeigen.

Termine

Pflichtspiele
Stuttgarter Kickers – Eintracht Frankfurt II 2:1, FC Esslingen – Kickers 0:5 (WFV-Pokal), FC 08 Homburg – Kickers 1:1, Kickers – FC 08 Villingen 1:0, FC Normannia Gmünd – Kickers 1:3 n. V., FC Gießen – Kickers 2:2, Kickers – FC-Astoria Walldorf 1:0, 1. Göppinger SV – Kickers 0:0, Kickers – SGV Freiberg 1:3 n. V. (WFV-Pokal), Kickers – TSV Steinbach Haiger 5:1, Kickers Offenbach – Kickers 2:0, Kickers – FSV Frankfurt 0:1, SGV Freiberg – Kickers (28. September, 14 Uhr), Kickers – TSG 1899 Hoffenheim II (4. Oktober, 19 Uhr), Bahlinger SC – Kickers (12. Oktober, 14 Uhr), Kickers – SG Barockstadt Fulda-Lehnerz (19. Oktober, 14 Uhr), Eintracht Trier – Kickers (27. Oktober, 14 Uhr), SC Freiburg II – Kickers (2. November, 14 Uhr), Kickers – 1. FSV Mainz 05 II (9. November, 14 Uhr), KSV Hessen Kassel – Kickers (16. November, 14 Uhr), Eintracht Frankfurt II – Kickers (24. November, 14 Uhr), Kickers – FC 08 Homburg (30. November, 14 Uhr), FC 08 Villingen – Kickers (6./7./8. Dezember). (jüf)