Der Stuttgarter Autozulieferer Mahle sichert die Jobs der 10 500 Beschäftigten bis Ende 2025 ab. Foto: picture alliance/dpa/Bernd Weißbrod

Der Stuttgarter Autozulieferer sucht neue Geschäftschancen jenseits des Verbrenners. Die Standorte sollen sich nun intensiv auf die neue Zeit vorbereiten. Das bedeutet die Beschäftigungssicherung für die 10 500 Mitarbeiter.

Der Stuttgarter Mahle-Konzern sichert bis Ende 2025 die Arbeitsplätze der rund 10 500 Beschäftigten in Deutschland.

 

Im Gegenzug einigten sich Geschäftsführung und Arbeitnehmervertreter darauf, einen Prozess in Gang zu bringen, der für die einzelnen Standorte die Entwicklung von Zukunftskonzepten und die Weiterqualifizierung der Beschäftigten vorsieht. Der Zukunftstarifvertrag gilt seit Anfang August.

Mahle befindet sich auf einem intensiven Transformationskurs, der das Unternehmen von der dominanten Verbrennungstechnologie hin zu Technologien wie dem batterieelektrischen Antrieb, der Brennstoffzelle und dem Wasserstoffmotor führen soll.

Mahle-Chef Arnd Franz begrüßte die Vereinbarung und erklärte, bei der Transformation stünden die deutschen Standorte vor besonders großen Herausforderungen. „Mit dieser wegweisenden Einigung können wir jetzt aktiv an die Gestaltung individueller und dringend notwendiger Zukunftskonzepte für unsere hiesigen Werke gehen.“

Gesamtbetriebsratschef Boris Schwürz erklärte, mit dem Vertrag gehe man einen neuen Weg, damit Mahle auch in Zukunft wettbewerbsfähig sei und an den deutschen Standorten Beschäftigung gesichert werde. Die Einigung sei aber auch ein klares Signal an alle Standorte, sich nun intensiv mit den Zielbildern zu befassen und Zukunftskonzepte zu gestalten. IG-Metall-Verhandlungsführer Matthias Fuchs erklärte, der Tarifvertrag biete den Beschäftigten Sicherheit und zugleich viele Möglichkeiten, die Transformation maßgeblich und in ihrem Sinne mitzugestalten.

Mahle sieht in der Elektromobilität ein hohes Umsatzpotenzial, das laut Konzernchef Franz pro Fahrzeug fast dreimal so hoch ist wie bei Verbrennerautos. Das Thermomanagement etwa ist beim E-Auto deutlich komplizierter als beim Verbrenner, weil die Batterie beim Fahren und beim Laden stets in einer optimalen Betriebstemperatur gehalten werden muss. Zugleich legt Franz Wert darauf, den Verbrenner nicht vorzeitig aufzugeben. Der Hochlauf der E-Mobilität werde unter anderem noch durch die unzureichende Verfügbarkeit von grünem Strom und von Batterierohstoffen sowie durch die Ladeinfrastruktur und die Batteriekosten erschwert, sagte er im April unserer Zeitung.