In Waiblingen wurde das Blechdach eines Hauses durch den Sturm komplett abgedeckt. Foto: www.7aktuell.de | Sven Adomat

Sturmtief „Niklas“ brauste am Dienstag mit mehr als 100 Km/h durch den Südwesten Deutschlands und hinterließ seine Spuren. Hier eine Bilanz der Feuerwehr und der Polizei aus Stuttgart und der Region.

Stuttgart und Region - Nachdem das Sturmtief "Niklas" am Dienstag im Südwesten Deutschlands für Windgeschwindigkeiten von teilweise mehr als 100 Km/h gesorgt hat, haben Polizei und Feuerwehr am Mittwoch eine durchwachsene Bilanz gezogen.

Ein Dach wurde komplett abgedeckt, Dachziegel flogen durch die Luft, Bäume fielen auf die Straßen und es kam zu einigen Unfallen mit hohem Sachschaden. In Raum Stuttgart musste die Polizei zu mehr als 110 Einsätzen ausrücken.

Rems-Murr-Kreis: Blechdach reißt komplett ab

In Waiblingen (Rems-Murr-Kreis) wurde am späten Nachmittag das komplette Flachdach eines Mehrfamilienhauses in der Schorndorfer Straße durch den Sturm abgedeckt. Da das restliche Dach drohte abzustürzen, musste die Feuerwehr das Blech lösen und zu Boden stürzen lassen.

Verletzt wurde niemand, meldet die Feuerwehr-Leitstelle in Waiblingen. Nur die Schorndorfer Straße musste rund zweieinhalb Stunden gesperrt werden.

Murrhardt: 37-Jähriger bei Aufräumarbeiten schwer verletzt

Murrhardt: Ein 37-Jähriger war am Mittwochabend gegen 17.30 Uhr in einem Waldstück im "Gewann Holzwiesenwald" in Murrhardt (Rems-Murr-Kreis) mit Aufräumarbeiten nach dem Sturm "Niklas" beschäftigt. Er wollte eine umgestürzte Tanne zerlegen. Doch der Baum federte zurück und klemmte den 37-Jährigen ein. Der am Bein schwer verletzte Mann musste durch die Feuerwehr befreit werden. Er kam in ein Krankenhaus.

Kreis Ludwigsburg: Baum stürzt auf Wagen

In Bietigheim-Bissingen (Kreis Ludwigsburg) stürzte ein Baum von einer städtischen Grünfläche auf einen vorbeifahrenden Wagen und verursachte dabei einen Totalschaden. Ein dahinter fahrendes Auto wurde durch umherfliegende Teile beschädigt. Die Straße war eine Stunde gesperrt.

Das Dach des Logistikzentrums der Polizei in Ditzingen wurde gegen 14.30 Uhr vom Sturm auf rund 100 Quadratmetern abgedeckt. Lose Teile wurden durch die Feuerwehr gesichert. Der Schaden beläuft sich auf rund 20.000 Euro.

In Kornwestheim musste das Containerterminal der Deutschen Bahn AG den Betrieb vorübergehend komplett einstellen, da die Gefahr bestand, dass insbesondere die leeren, aufeinandergestapelten Container herabgeweht werden könnten. Durch die Sperrung der Terminals kam es zu einem größeren Stau von anfahrenden Lkw, der sich erst gegen 17 Uhr auflöste.

Gegen Mittag wurde ein 23-Jähriger während des Orkantiefs in Ludwigsburg lebensgefährlich verletzt. Ein Ast stürzte auf den Kopf des Mannes - er musste umgehend in ein Krankenhaus gefahren werden.

Kreis Böblingen: Lkw-Unfall auf der Landesstraße

Gegen Mittag wurde ein Lastwagen auf der Landesstraße 1184 zwischen Herrenberg und Bondorf (Kreis Böblingen) vom starken Wind erfasst und auf die linke Straße gedrückt. Der Auflieger schleuderte daraufhin wieder nach rechts und prallte in die Leitplanken.

Der entstandene Sachschaden beläuft sich auf etwa 13.000 Euro.

Kreis Göppingen: Böe erfasst Transporter

Auf der Landstraße von Jebenhausen nach Bezgenriet (Kreis Göppingen) wurde gegen Mittag ein Transporter von der Böe erfasst und nach links auf die Fahrbahn geschleudert. Das Fahrzeug kippte anschließend auf die Seite – der 56-Jährige Lkw-Fahrer wurde dabei leicht verletzt.

Der Sachschaden beträgt rund 10.000 Euro.

Kreis Esslingen: Dachziegel wirbeln durch die Luft

Laut Augenzeugen flogen gegen 12 Uhr am Sportheim Sielmingen in Filderstadt  (Kreis Esslingen) Dachziegel durch die Luft. Die Polizei rückte aus und sperrte den Bereich ab. Der Wind wehte dort nahezu die halbe Dacheindeckung weg.

Der Sachschaden beläuft sich auf rund 30.000 Euro.

Stuttgart: Mehrere zehntausend Euro Schaden

Die Stuttgarter Polizei fuhr bis zum Nachmittag über 110 Einsätze. Mindestens neun Autos wurden durch fliegende Zäune und umgestürzte Bäume beschädigt, die Schadenssumme lag nach ersten Schätzungen bei mehreren zehntausend Euro.

In Stuttgart-Ost löste der Sturm große Blechteile vom Dach eines sechsstöckigen Hauses, die teilweise zu Boden stürzten. Ein größeres Teil hing noch an der Dachkante fest. Dieses musste von einer Höhenrettungsgruppe der Feuerwehr Stuttgart gesichert werden.

Parallel zu den Sturmeinsätzen musste die Feuerwehr noch zu zwei vermuteten Küchenbränden im Stuttgarter Osten und Stuttgart-Mitte ausrücken. In beiden Fällen waren Speisereste angebrannt und hatten Rauchmelder ausgelöst. Durch den schnellen Einsatz der Feuerwehr konnte ein größerer Brand verhindert werden.

Wie die Stadt Stuttgart meldet, gab es die meisten Astbrüche am Freibad in Möhringen, auch am Waldfriedhof Degerloch sind vier Bäume umgestürzt.

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