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Stuttgart/Tuttlingen Telemedizin könnte Schule machen

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Per Telefon oder Videotelefonie bekamen Patienten in Stuttgart und Tuttlingen medizinische Beratung von niedergelassenen Ärzten. Foto: Schwarzwälder Bote

Stuttgart/Tuttlingen - Das Pilotprojekt zur Telemedizin der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW) könnte Schule machen. Der Deutsche Ärztetag machte den Weg frei für eine ausschließliche Fernbehandlung durch in Deutschland ansässige Mediziner über digitale Medien. Die KVBW startete als erste ein solches Modell, bei dem der Patient sich nicht persönlich in der Praxis vorstellen muss, Mitte April in Stuttgart und Tuttlingen.

«DocDirect» sei planmäßig angelaufen, teilte die KVBW mit. Rund 20 bis 30 Anrufe pro Tag, ohne dass dafür besonders Werbung gemacht worden sei, zeigten einen Bedarf. «Bislang sind keine Probleme bekannt geworden, was die Behandlung der Patienten im Rahmen der Fernbehandlung betrifft», betonte KVBW-Vizechef Johannes Fechner. «Wir begrüßen, dass der Ärztetag die Fernbehandlung freigegeben hat und halten das für einen wichtigen Schritt», fügte er hinzu. Nun müsse die Bundesregierung für gesetzliche Klarheit sorgen.

Die Landesärztekammer hatte 2017 die Behandlung nur per Telefon, SMS, E-Mail oder Online-Chat genehmigt. Und so funktioniert das: Zunächst werden Personalien und Krankheitssymptome aufgenommen und die Dringlichkeit geklärt. Bei lebensbedrohlichen Notfällen wird der Anruf an die Rettungsleitstelle weitergeleitet. Ansonsten wird ein «Ticket» erstellt, das ein Tele-Arzt online aufrufen kann. Er ruft zurück, spricht mit dem Patienten über dessen Beschwerden und empfiehlt eine Behandlung. Im Idealfall kann der Arzt den Patienten abschließend telemedizinisch beraten und rezeptfreie Medikamente empfehlen.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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