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Freiburg/Stuttgart Missbrauchsfall sorgt für Streit in Politik

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Nach dem jahrelangen Missbrauch eines Neunjährigen im Raum Freiburg fordert Bundesfamilienministerin Katarina Barley (SPD) "mehr Sachverstand an den Gerichten". (Symbolfoto) Foto:  vkara /Fotolia.com

Freiburg/Stuttgart -  Zum Sex verkauft und von den Eltern missbraucht: Das Martyrium des Jungen aus Freiburg hat hohe Wellen geschlagen, die jetzt auch die Politik erreicht haben.

Bundesfamilienministerin Katarina Barley (SPD) fordert "verpflichtende Fortbildungen, die sich konkret auf das Thema Missbrauch und Gewalt beziehen". "Es muss sichergestellt werden, dass alle beteiligten Institutionen effizient zusammenarbeiten. Dafür brauchen wir verbindliche Kooperationsstrukturen zwischen allen Akteuren."

Widerspruch kommt von Baden-Württembergs Justizminister Guido Wolf (CDU, Tuttlingen): Im Land würden regelmäßig Fortbildungsprogramme angeboten. "Mit Blick auf dieses breite Angebot lässt sich sicherlich nicht von einem Fortbildungsmangel sprechen."

Indes warnt Wolfs Kabinettskollege, Sozialminister Manne Lucha (Grüne), vor ungeprüften Anschuldigungen. "Ich rate dazu, jetzt keine Schwarzer-Peter-Spielchen zu betreiben", sagte er. Es gelte, genau zu untersuchen und zu analysieren, wann und wo was schiefgelaufen sei oder ob es auch systembedingte Probleme gebe.

Anne Lütges (Grüne), Vize-Präsidentin des Deutschen Kinderhilfswerks und ehemalige Vize-Ministerpräsidentin Schleswig-Holsteins, nimmt derweil politisch Verantwortliche in die Pflicht: Sie müssten Kinderrechte im Grundgesetz verankern, "dann kommen Kommunen und Länder in die Pflicht", Jugendämter finanziell "besser auszustatten".

Auch die Gerichte brauchen ihrer Ansicht nach mehr Zeit und mehr Personal, um einzelne Fälle sorgfältiger prüfen zu können, sagte sie unserer Zeitung. "Der Austausch zwischen Kitas, Schulen, Jugendämtern und Gerichten muss intensiviert werden. Das sind zwei verschiedene Systeme. Aber nur gemeinsam kann das Kindeswohl am besten erfasst werden. Da muss man mehr miteinander ins Gespräch kommen. Man muss an einem Strang ziehen und Entscheidungen im besten Interesse des Kindes treffen." Wichtig für sie: Fortbildungen, auch für die Richter. "Richter sollten Gutachten nicht nur hinnehmen, sondern auch verstehen und durchdringen können."

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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