Klicken Sie sich durch unsere Entwürfe zu den möglichen Hinweisschildern an der Autobahn. Foto: Yann Lange

Verkehrsminister Winfried Hermann bleibt hart. An den Autobahnen des Landes soll kein Schilderwald entstehen – auch keiner aus braunen Hinweisschildern für Touristenziele.

Stuttgart - Verkehrsminister Winfried Hermann bleibt hart. An den Autobahnen des Landes soll kein Schilderwald entstehen – auch keiner aus braunen Hinweisschildern für Touristenziele. Für die Landeshauptstadt heißt das: Stuttgart muss sich beschränken. Über den bisherigen Vorschlag hinaus – acht Stuttgarter Sehenswürdigkeiten auf vier Tafeln entlang der A 8 und der A 81 – wird das Verkehrsministerium keine weiteren Schilder genehmigen.

 

Ausgangspunkt der Debatte war ein Beitrag in den Stuttgarter Nachrichten im Frühjahr 2012. Dieter Jauch, Direktor der Stuttgarter Wilhelma, hatte sich darüber beklagt, dass seine Einrichtung, zum wiederholten Mal mit einem Antrag auf einen Touristenhinweis an der Autobahn gescheitert war. Das Lamento des Zoo-Chefs hatte Armin Dellnitz aufhorchen lassen. Der Stuttgarter Tourismusdirektor nahm sich übers Jahr des Themas an. Er versuchte ein Braune-Schilder-für-Stuttgart-Konzept aus einem Guss auf die Beine zu stellen – und wurde jäh ausgebremst. Via Verkehrsministerium lag vor wenigen Wochen ein Vorschlag auf dem Tisch, der laut einem Beteiligten das Schnaufen nicht verträgt. Ganz vertrackte Angelegenheit, hieß es. Es gelte hochsensibel zu agieren, um nicht mögliche Partner zu vergraulen. Es sollen sich nun nämlich je zwei von acht Touristenattraktionen ein Schild teilen.

Es werden nicht beliebig viele Schilder zugelassen

Die Partner ergaben sich aus dem ursprünglichen Plan von Dellnitz, acht Einzeltafeln aufstellen zu lassen. Diese sollten auf den Schlossplatz, den Fernsehturm, die Mercedes-Arena, das Mercedes Benz-Museum, Schloss Solitude, das Porsche-Museum, die Wilhelma und die Stuttgarter Mineralbäder verweisen. Dass den Stuttgarter Bäderbetrieben längst ein Antrag genehmigt worden war, machte und macht die Sache nicht einfacher. Warum sollten sie sich auf einmal ein Schild mit dem Stuttgarter Zoo teilen. Dieter Jauch soll von dem Plan ebenso wenig begeistert gewesen sein.

Verkehrsminister Winfried Hermann ließ am Montag keinen Zweifel daran: Es gilt weiter, aus acht mach vier. „Wir werden unsere Linie, nicht beliebig viele Schilder zuzulassen, beibehalten“, so Hermann im Landtag. Stuttgart werde sich entscheiden müssen, was es möchte. Die Zahl brauner Hinweisschilder dürfe sich an Autobahnen nicht häufen. Bereits bestehende würden dadurch entwertet, zudem lenkten zu viele Tafeln die Autofahrer vom Verkehrsgeschehen ab. Die Diskussion darüber, worauf die täglich rund 140 000 Autofahrer auf der A 8 und A 81 rund um Stuttgart hingewiesen werden, steckt offenbar in der Sackgasse.

Schon länger steht an der A 81 pro Richtung eine Tafel mit einem stilisierten Schloss Solitüde, dazu wird auf etliche Sehenswürdigkeiten knapp jenseits der Stuttgarter Gemarkung hingewiesen, etwa auf das Siebenmühlental oder den Engelberg bei Leonberg.