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Stuttgart/Calw Tote Gleise: Hesse-Bahn als Vorbild

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Ein verwitterter Holzklotz liegt vor einem Eingang des Hirsauer Eisenbahn-Tunnels bei Calw. Foto: Mirgeler

Stuttgart/Calw - Im Mörtelsteiner Tunnel wachsen Champignons, im Bahnwärterhäuschen wohnt eine Familie. Schienen muss man zwischen Mosbach und Aglasterhausen (Neckar-Odenwald-Kreis) lange suchen. Seit 1971 ist die Strecke stillgelegt. Als vor einigen Jahren die SPD im Mosbacher Kreistag eine Wiederinbetriebnahme forderte, kassierte sie mehr Spott als Zustimmung. Doch das könnte sich jetzt ändern. Das Landesverkehrsministerium bereitet eine Potenzialanalyse vor. Ziel sei es, ein landesweites Reaktivierungsprogramm für still gelegte Schienenstrecken aufzulegen.

So wie im Raum Mosbach hat die Anfrage aus dem Ministerium auch andernorts Überlegungen angestoßen oder bereits laufende Planungen befördert. "Wo immer es vor Ort Interesse gibt, werden wir die Reaktivierung von Bahnstrecken unterstützen, wenn es sinnvoll und praktikabel ist", sagte Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne).

Dabei ist das Thema der Streckenreaktivierung nicht neu. So ist man im Fall der Hermann-Hesse-Bahn zwischen Calw und Weil der Stadt (Kreis Böblingen) schon recht weit. Dort sollen bereits Ende 2020 die ersten Züge fahren. Diese Bahnstrecke wurde am 27. Mai 1983 für den Personenverkehr stillgelegt, 1988 fuhr der letzte Güterzug. 1989 folgte dann die offizielle Stillegung.

Um den Landkreis Calw besser an den Großraum Stuttgart anzubinden, treibt das Calwer Landratsamt mit Landrat Helmut Riegger (CDU) an der Spitze, seit Jahren die Hesse-Bahn voran, die zu großen Teilen auf der alten Bahnstrecke fahren soll, allerdings nicht nur von Calw bis Weil der Stadt, sondern von Calw bis Renningen. Darüber hinaus soll nahe Ostels­heim ein neuer Tunnel entstehen. Schon vor Jahren sagte das Land eine 50-prozentige Förderung des 65-Millionen-Projekts zu. Minister Hermann übergab höchstpersönlich den Förderbescheid. Auch für Bauprojekte, die im Zusammenhang mit der Reaktivierung stehen, fließen Landeszuschüsse in erheblichem Umfang.

Hermann engagiert sich darüber hinaus auch bei der Lösung des Konflikts, der das Projekt bis dato noch belastet: Der Naturschutzbund Nabu und der Landkreis Calw ringen seit längerer Zeit um die Lösung der Frage, wie die in den Bestandstunneln der Strecke vorkommenden Fledermäuse am effektivsten geschützt werden können.

Unterdessen will das Ministerium landesweit und systematisch vorgehen. Die Abfrage in den Landratsämtern, bei den kreisfreien Städten und den Branchenverbänden sei mittlerweile abgeschlossen, berichtet Ministeriumssprecher Edgar Neumann. In höherer zweistelliger Zahl seien dem Ministerium Projekte gemeldet worden. Sie sollen nun von einem externen Gutachter bewertet werden. Dabei gehe es im ersten Schritt um eine reine Nachfrageanalyse, also um die Frage, ob die Strecke vom Güter- oder Personenverkehr ausreichend angenommen würde. In einem zweiten Schritt könnten dann schließlich in einer Detailuntersuchung Vorschläge für eine konkrete Realisierung erarbeitet werden.

Es handele sich um recht unterschiedliche Projekte, sagte Neumann. In den vergangenen 25 Jahren gab die Deutsche Bahn in Baden-Württemberg Schienenstrecken mit einer Gesamtlänge von 218 Kilometern auf. Darunter befinden sich eigenständige Linien wie die 24 Kilometer lange Strecke von Waldenburg nach Forchtenberg (Hohenlohekreis) oder die 20 Kilometer lange Strecke von Lauffen nach Leonbronn (Kreis Heilbronn), aber auch nur wenige Hundert Meter lange Ausweichgleise. Auch deren Reaktivierung könne sinnvoll sein, betont der bahnpolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Matthias Gastel. So fehle es im Fils­tal (Kreis Göppingen) an Ausweichmöglichkeiten. "Es kommt immer wieder zu Verspätungen, weil die früheren Überholgleise abgebaut wurden." Das soll sich ändern.

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