Wilhelm Soldner aus dem Sprecherrat des AK Asyl verteilt Flugblätter Foto: Peter Petsch

Der evangelische Arbeitskreis (AK) Asyl reagiert auf die aktuelle Flüchtlingsproblematik. Am Montag hat die Gruppe auf der Königstraße zum Tragen von Ansteckern mit der Aufschrift „Herzlich Willkommen bei uns“ aufgerufen und diese an Passanten verteilt.

Der evangelische Arbeitskreis (AK) Asyl reagiert auf die aktuelle Flüchtlingsproblematik. Am Montag hat die Gruppe auf der Königstraße zum Tragen von Ansteckern mit der Aufschrift „Herzlich Willkommen bei uns“ aufgerufen und diese an Passanten verteilt.

Stuttgart - Der evangelische Arbeitskreis (AK) Asyl reagiert auf die aktuelle Flüchtlingsproblematik. Am Montag hat die Gruppe auf der Königstraße zum Tragen von Ansteckern mit der Aufschrift „Herzlich Willkommen bei uns“ aufgerufen und diese an Passanten verteilt. Wenn man diesen Anstecker offen zeige, könne jeder sehen, dass man kein Problem mit Asylbewerbern in seiner Nachbarschaft habe.

 

Es gebe immer Menschen, die Asylbewerberunterkünften in ihrer Nähe negativ gegenüber stehen, obwohl sie grundsätzlich kein Problem mit den Flüchtlingen haben. Das sei ernüchternd. „Wir wollen dieses negative Niveau nicht“, sagt Pfarrer Werner Baumgarten, Initiator des Arbeitskreises Asyl Stuttgart. „Uns geht es darum, flüchtlingsfreundlich zu sein, und nicht rechthaberisch.“ Oft würden sich die Menschen etwas zurechtfantasieren, was eigentlich ganz unspektakulär sei.

Zurzeit setzt sich Werner Baumgarten für den abgelehnten 21-jährigen Naweedullah Amerkhel aus Afghanistan ein. „Die Taliban wollten, dass ich in den heiligen Krieg ziehe. Deswegen haben mich meine Eltern weggeschickt“, sagt Amerkhel in fließendem Deutsch. Mit 17 sei er nach Deutschland gekommen und habe die Schule nachgeholt. Er möchte Übersetzer werden, doch dazu muss der Härtefallantrag durchgehen.

Weil er diese Menschen nicht ihrem Schicksal überlässt, wird Baumgarten oft von rechten Gruppen angefeindet. Er habe seit 1986 bereits drei Aktenordner an Hetzbriefen gegen ihn gesammelt. Doch sein Kampf für Asylbewerber geht weiter. Für diese wünscht er sich eine vom Asylverfahren unabhängige Beratungsstelle, die ihnen hilft in Deutschland Fuß zu fassen.

Wer einen Anstecker möchte, kann ihn über den AK Asyl beziehen. Telefon werktags von 8.30 bis 13 Uhr: 07 11 - 63 13 55