Der VfB wäre an einer Leihe von Nottinghams Arnaud Kalimuendo interessiert. Doch es gibt noch vier weitere Kandidaten bei der Suche nach einem Mittelstürmer.
Ist er nun ein klassischer Neuner – oder eher eine hängende Spitze, die dem Mann in vorderster Linie zuarbeitet und obendrein die eigene Torgefahr ausspielt? „Angeblich bin ich ja kein klassischer Stürmer – aber ich bin einer“, erklärte Deniz Undav leicht angesäuert nach seinem Doppelpack gegen den FC Augsburg (3:2). Für den 29-Jährigen ist der Fall also klar: Ganz vorne im Sturmzentrum ist der VfB mit ihm und Ermedin Demirovic ausreichend besetzt.
Doch es gibt da auch eine andere Meinung: Außer dem derzeit verletzten Demirovic finde sich im aktuellen Kader kein echter Mittelstürmer, lautet sie. Ein Strafraum-Knipser also, der zudem auch mit dem Rücken zum Tor die Bälle festmachen kann. Es bestehe daher in der Winterpause auf dem Transfermarkt zwingender Handlungsbedarf auf der zentralen Position ganz vorne – das sieht etwa Sebastian Hoeneß so.
Der Cheftrainer, das hat er nicht zuletzt nach dem späten Abgang von Nick Woltemade gegen Ende der Sommer-Transferperiode gesagt, wünscht sich dringlichst zur Weiterentwicklung des Kaders einen zweiten Mittelstürmer. Und dies, obwohl der Ausfall von Ermedin „Medo“ Demirovic, der nach seiner Fußverletzung womöglich Anfang Dezember wieder ins Spielgeschehen eingreifen kann, bisher gut kompensiert wurde.
„Wir erleben gerade, wie Spieler, die in den Fokus rücken und besondere Verantwortung übernehmen müssen, teilweise über sich hinauswachsen“, sagt der VfB-Sportvorstand Fabian Wohlgemuth zu diesem Thema. Und meint damit neben Undav, der vor der Länderspielpause fünf Partien von Beginn an absolviert hat und dabei vier Tore erzielte, auch Spieler wie Tiago Tomas und Jamie Leweling, die auch zentral ganz vorne spielen können.
„Es ist ein Option, im Winter tätig zu werden“
„Medo wird in absehbarer Zeit in die Mannschaft zurückkehren und uns auf dieser Position noch stärker machen“, ergänzt Wohlgemuth einerseits – erklärt aber auch: „Nichtsdestotrotz halten wir die Augen auf, und es ist schon eine Option, dass wir hier im Winter tätig werden können.“
Das erscheint nach aktuellem Stand der Dinge sogar als äußerst wahrscheinlich. Auch wenn Wohlgemuth nachschiebt: „Was die Stürmersuche betrifft, sind wir nicht in akutem Zugzwang.“ Schließlich wollen sich der Sportvorstand und sein Sportdirektor Christian Gentner nicht als Getriebene verstanden wissen. Denn sie kennen die Gesetze des Transfermarktes nur zu gut, der gerade bei den Stürmern ein besonders hitziger ist. Es gilt aber auch: „Die Suche nach Spielern, die für den VfB Stuttgart eine Bereicherung sein können, wird natürlich nie unterbrochen“, ergänzt Wohlgemuth, nennt aber keine Namen.
Längst durchgesickert ist dennoch, dass der VfB seine Fühler nach Arnaud Kalimuendo ausgestreckt hat. Dies ist bereits im Sommer der Fall gewesen, ehe der Mittelstürmer, der als 23-Jähriger bereits in 156 Spielen der französischen Ligue 1 stolze 53 Tore geschossen hat, letztlich für 30 Millionen Euro an Ablöse von Stade Rennes zu Nottingham Forest ging.
Dort ist Kalimuendo bisher aber nicht glücklich geworden, hat bislang nur 217 Spielminuten in der Premier League erhalten, weshalb er sich einen erneuten Tapetenwechsel gut vorstellen kann. Angesichts eines langfristigen Vertrags bis 2030 in Nottingham käme aber wohl nur eine Leihe infrage. Bei der französischen Agentur DWMA hat Kalimuendo denselben Berater wie Lorenz Assignon. Man kennt sich also. Zudem würde der 23-Jährige das sportliche Anforderungsprofil des VfB voll erfüllen. Das Problem: Wie zu hören ist, besitzt der VfB im Buhlen um den Stürmer starke Konkurrenz, darunter offenbar auch finanziell potente Clubs aus der Champions League.
Doch es gibt noch eine Reihe weiterer Namen, die bei den Stuttgartern auf der Shortlist stehen: Dazu zählt neben dem niederländischen Nationalstürmer Thiijs Dallinga, 25, vom FC Bologna auch Promise David von Royale-Union Saint-Gilloise. Letzterer ist 1,95 Meter groß, stammt aus Kanada, wo er auch Nationalspieler ist, und hat seit dem Sommer 2024 in der belgischen Jupiler League einen raketenhaften Aufsteig hingelegt hat.
Weitere Namen auf dem lebhaften Markt der Mittelstürmer, mit denen man sich in Stuttgart augenscheinlich beschäftigt, sind Romeo Vermant, 21, der Sohn des ehemaligen Schalker Profis Sven Vermant, der beim FC Brügge ebenfalls in Belgien spielt, sowie Rafiu Durosinmi, Mittelstümer beim tschechischen Erstligisten Viktoria Pilsen. Der bei West Ham United unglückliche DFB-Nationalspieler Niclas Füllkrug ist für den VfB offenbar keine Option.
Der Winter-Transfermarkt in der Bundesliga öffnet an Neujahr seine Pforten und ist bis Montag, 2. Februar 2026, geöffnet. Mögliche Neuzugänge können dann auch für die Europa-League-Spiele nachgemeldet werden. Denn jeder Club kann nach Abschluss der Ligaphase bis zu drei Profis im Austausch neu melden.