Fabio Müller und Robin Schumpp liefern sich in der Bezirksliga ein hochklassiges Fernduell um die Krone des Top-Torjägers.
Abseits von Meisterschaftsrennen und Abstiegskampf sorgt manchmal auch die Torjägerliste für Spannung in einer Liga. So wie in dieser Saison in der Bezirksliga Schwarzwald/Zollern. Robin Schumpp von der SGM Deißlingen/Lauffen und Fabio Müller von der SGM Gruol/Erlaheim haben nach 29 Spieltagen jeweils satte 30 Saisontore auf dem Konto.
„Zum einen bin ich körperlich momentan in einer sehr guten Verfassung“, begründet Müller seine exzellente Form in der laufenden Saison. „Wir haben aber auch eine sehr gute Mannschaft, die natürlich auch einen großen Anteil daran hat, dass es momentan so gut läuft“, bedankt sich der Torjäger des Tabellenvierten auch bei seinen Mitspielern.
Lebensversicherung?
Auf den ersten Blick wirkt es so, als wäre der 30-Jährige die alles überstrahlende Lebensversicherung der SGM. Schließlich erzielte er fast die Hälfte der 63 Saisontore der Gruoler. Lässt sich von einer gewissen Abhängigkeit sprechen? „Ja, das kann man vielleicht so sagen“, gibt Müller zu, ergänzt aber sofort: „Wir haben eine sehr gute Offensivreihe, die mir auch einige Torchancen erarbeitet und mir vielleicht auch den einen oder anderen Ball querlegt.“
30 von 109
Die Ausgangslage bei Robin Schumpp ist eine etwas andere. Mit 30 Saisontoren ist der 31-Jährige auf den ersten Blick nur ein vergleichsweise kleines Zahnrad in der Offensiv-Maschinerie der SGM Deißlingen/Lauffen. Satte 109 Treffer erzielte der Tabellenführer bis dato – Schumpps 30 entsprechen also „nur“ 27,5 Prozent. Dennoch ist der Ausnahmestürmer natürlich nicht mehr wegzudenken – sowohl als Torgarant als auch in seiner Rolle als Kapitän und Anführer.
Zuletzt erzielte Schumpp alle vier Treffer seines Teams beim 4:1-Sieg in Hardt. Müller blieb in den vergangenen beiden Partien ohne Erfolgserlebnis – für seine Verhältnisse fast schon eine Torflaute. Im direkten Duell am 19. April, dass Deißlingen/Lauffen standesgemäß mit 3:1 gewann, trafen beide jeweils einmal.
Auge auf die Torjägerliste
Beide betonen, dass für sie der Teamerfolg an erster Stelle steht – geben aber gleichzeitig zu, dass man ab und an durchaus einen Blick auf die Rangliste der besten Torjäger wirft. Fabio Müller meint: „Natürlich ist das immer eine coole Sache, so weit oben zu stehen. Das gibt einem ein gutes Gefühl. Aber ich schaue jetzt nicht jede Woche auf die Liste."
Das kann Robin Schumpp bestätigen: „Klar, als Stürmer will man so gut wie möglich seine Tore machen und da oben stehen. Irgendwo ist das dann schon eine Bestätigung für einen selbst.“ Auch er gibt jedoch zu bedenken: „Großartig etwas davon kaufen kann ich mir halt nicht. Da ist es mir viel wichtiger, dass wir den ersten Platz bis zum Saisonende verteidigen. Alles andere ist mir gerade relativ egal.“
Meisterschaft in der eigenen Hand
Für das Team von Spielertrainer Felix Schaplewski steht das Tor zur Meisterschaft weit offen. Zwei Punkte beträgt aktuell der Vorsprung auf den TSV Straßberg, der am Donnerstagabend beim 1:1-Remis in Bubsheim zwei Zähler liegen ließ. Wenn die SGM gegen denselben Gegner am Samstag (15.30 Uhr) seine Hausaufgaben erledigt, betrüge das Polster – bei einem Spiel mehr – fünf Punkte. Für die SGM Gruol/Erlaheim „geht es natürlich nicht mehr um viel diese Saison“, so Torjäger Müller. „Aber natürlich wollen wir noch den einen oder anderen Sieg einfahren.“ Es dürfte also bis zum Saisonende spannend zu beobachten sein, wer das Fernduell der Super-Stürmer für sich entscheiden kann: Robin Schumpp oder Fabio Müller?