Die Rapper Kollegah (links) und Farid Bang beim Deutschen Musikpreis Echo 2018. Die Auszeichnung ihres Albums „Jung Brutal Gutaussehend 3“ erntete heftige Kritik und endete in der Abschaffung des Echo. Die Begründung: Der Preis dürfe „keinesfalls als Plattform für Antisemitismus, Frauenverachtung, Homophobie oder Gewaltverharmlosung wahrgenommen“ werden. Foto: dpa/Jörg Carstensen

Gangsta-Rap zog immer wieder Kritik wegen antisemitischer Texte und Verschwörungsmythen auf sich. Eine Studie hat nun die Wirkung auf Jugendliche untersucht. Trotz deutlicher Ergebnisse warnen die Autoren davor, das ganze Genre zu dämonisieren.

Stuttgart - Juden, Geld und Macht: Verschiedene antisemitische Erzählungen halten sich hartnäckig seit Jahrhunderten und erfahren immer wieder Variationen. Im Kapitel „Elemente des Antisemitismus“ der „Dialektik der Aufklärung“ liefern Theodor W. Adorno und Max Horkheimer schon 1947 eine Analyse, die noch immer aktuell ist. „Das Hirngespinst von der Verschwörung lüsterner jüdischer Bankiers (. . .) steht als Zeichen eingeborener Ohnmacht“, schreiben die Autoren in ihrer bekannten Essaysammlung. Im Kern verstehen sie Antisemitismus als eine „falsche Projektion“: Eigene Gelüste und unerfüllte Machtfantasien werden auf das Bild des Juden projiziert, der im Hintergrund die Fäden zieht. Als immer wiederkehrendes Beispiel steht dafür die Bankiersfamilie Rothschild, um die sich zahlreiche Verschwörungsmythen ranken – bis hin zum Mythos des „Weltjudentums“, das die Weltherrschaft anstrebe.

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