Nicht nur im Fußball, sondern auch im Tischtennis plant der Landesverband eine Strukturreform. Was konkret mit dem Bezirk Schwarzwald, zu dem der Kreis Calw größtenteils gehört, passieren wird, steht noch nicht konkret fest. Beim Bezirkstag in Oberkollbach kamen erste Denkmodelle zur Sprache.
Der Tischtennisverband Baden-Württemberg (TTBW) plant eine Strukturreform, von der auch der bisherige Bezirk Schwarzwald, in dem bis auf wenige Ausnahmen die Vereine der Landkreise Calw und Freudenstadt zusammengefasst sind, stark betroffen sein wird. Wie der Bezirksvorsitzende Michael Kocheisen beim Bezirkstag in Oberkollbach mitteilte, seien bereits konkrete Vorschläge da, wie die neuen Bezirke aussehen könnten.
Eine Einheit mit dem Bezirk Böblingen?
„Entschieden ist noch gar nichts“, so Michael Kocheisen, der als Bezirkschef in die Planungen des Verbands mit eingebunden ist. Gegenwärtig sei denkbar, dass der künftige Bezirk Schwarzwald künftig eine Einheit mit den Vereinen des Bezirks Böblingen bilden wird. Ein anderes Denkmodell sieht vor, dass der bisherige Bezirk Schwarzwald mit dem südbadischen Bezirk Rastatt/Baden-Baden zusammengelegt wird. Offen ist auch noch, wann die Gebietsreform, die mit einer Neueinteilung der Spielklassenverbunden ist, greifen wird. Wolfgang Laur, Sportreferent bei Tischtennis Baden-Württemberg, geht davon aus, dass die Reform zur Saison 2025/26 greifen wird.
„Da werden noch einige Gespräche stattfinden, ehe es so weit ist“, so Michael Kocheisen. Die Vereine sollen über den Stand der Dinge auf dem Laufenden gehalten werden. Die Befürchtung, dass mit der Gebiets- und Bezirksreform automatisch deutlich weitere Anreisewege zu den Auswärtsspielen entstehen, teil der Bezirkschef nicht. „Die meisten Vereine sind davon kaum betroffen. Für die Vereine bis zur Bezirksliga ändert sich nichts, und das sind 90 Prozent der Mannschaften.“ Mannschaften, die in der höchsten Liga des Bezirks spielen, müssten in diesem Fall bis an die französische Grenze fahren, aktuell geht`s für die Spitzenteams des Verbands bis in den Raum Ulm und in Richtung Bodensee.
Zahl der Mannschaften hat sich deutlich reduziert
„Endlich haben wir wieder eine Saison ohne Corona-Einschränkungen gespielt“, hatte Ralph Decker, der nach seinem ersten Jahr als Ressortleiter Mannschaftssport eine Erfolgsmeldung zu verkünden. Allerdings habe sich seit der Zeit vor Corona die Anzahl der am Spielbetrieb teilnehmenden Mannschaften aus dem Bezirk Schwarzwald von 122 (Saison 2018/19) auf 106 (Saison 2022/23) deutlich reduziert. Von den 106 Mannschaften spielten zuletzt 88 Mannschaften auf Bezirksebene, 15 Mannschaften in Ligen des TTBW und drei in darüber liegenden Ligen. Ralph Decker: „Schade ist es, dass es erstmalig auf Bezirksebene keine Bezirksliga der Damen mehr gegeben hat, insbesondere, da diese Bezirksliga in den letzten Jahren schon mangels Mannschaften mit den Damen des Bezirks Böblingen zusammengespielt wurde.“
Das sportliche Aushängeschild des Tischtennisbezirks Schwarzwald sind in der kommenden Spielrunde zweifellos die Damen des SSV Schönmünzach, die den Aufstieg in die 3. Liga geschafft haben. Michael Kocheisen, Spitzenspieler des Schönmünzacher Männerteams: „Das ist ein großartiger Erfolg. Die Mannschaft ist auch für diese Liga sehr gut aufgestellt und wird sich sicherlich nicht auf den Lorbeeren ausruhen.“
Personalknappheit wird besonders deutlich
Positives hätte nur zu gerne auch Karl Koch, Ressortleiter Schiedsrichter der Bezirke Böblingen und Schwarzwald in Oberkollbach verkündet. Doch das Problem, neue Regelkundler zu gewinnen, gibt es nicht nur im Fußball oder im Handball. Zwar werden im Tischtennis Oberschiedsrichter nur bei Turnieren und im Punktspielbetrieb ab der Verbandsoberliga eingesetzt, doch die Personalknappheit werde besonders im Bezirk Schwarzwald deutlich. So hat der Gärtringer aktuell nur acht Verbandsschiedsrichter (sechs Männer und zwei Frauen) aus dem Schwarzwald auf seiner Liste.
Die Sporthalle in Gechingen ist am Samstag, 4. Mai 2024, zentrale Austragungsstätte der Relegationsspiele im Bezirk Schwarzwald. Die Tischtennisfreunde Althengstett sind am 5./6. November kommenden Jahres Ausrichter der Bezirksmeisterschaft der Damen und Herren. Der TTC Loßburg ist am 7. Juni Gastgeber des Bezirkstags 2024.