Schwankungen im Stromnetz werden durch Umspannwerke ausgeglichen. Das in Trossingen soll nun erweitert werden. Foto: Roberto Pfeil/dpa

Der Bau eines Batteriespeichers in der Nachbarstadt Villingen-Schwenningen hat Auswirkungen auf die Energie-Infrastruktur in der Musikstadt.

An der Gemarkungsgrenze zu Weigheim, kurz vor der Autobahn 81, befindet sich auf Trossinger Gemarkung ein Umspannwerk, das von der Netze BW GmbH und dem Überlandnetzbetreiber Transnet BW GmbH betrieben wird.

 

Nun hat die Transnet BW einen Antrag auf Ausbau des Umspannwerks gestellt. Im Gemeinderat war die Genehmigung für diese Erweiterung eine klare Sache, denn auch gesetzlich war alles geregelt.

Anlagen zur Energieerzeugung sind, wie auch die Landwirtschaft, durch das Bundesbaugesetz privilegiert, wenn dem nicht Naturschutzinteressen entgegen stehen.

Die Erweiterung ist unter anderem auch wegen des in Weigheims geplanten Batteriespeichers notwendig. Das private Unternehmen Eco Stor verdient mit solchen Großspeichern Geld, kauft Strom aus dem Netz, wenn er an der Börse günstig gehandelt wird und speist ihn wieder ein, wenn er viel kostet.

Erweiterung erläutert

Julius Kaiser von Transnet BW erläuterte die geplanten Erweiterungen, die sich innerhalb des jetzigen Geländes östlich der vorhandenen Anlagen realisieren lassen. Der vorhandene Zaun um die Anlage muss also nicht versetzt werden. Die Anlage wird von bisher vier auf acht Felder wachsen.

Transnet BW muss aber eine immissionsschutzrechtliches Genehmigungsverfahren beim Landratsamt Tuttlingen beantragen und dabei auch den Lärmschutz gegenüber dem Trossinger Wohngebiet Langwiesen (Vogesen- und Tuninger Straße, Fasanenweg) mittels eines Gutachtens nachweisen.

Schwankungen stabilisieren

Transnet BW betreibt das überregionale 220- und 380-Kilovolt-Übertragungsnetz, Herzstück sind die 80 Transformatoren und 35 Kuppelstellen. Wie Julian Kaiser erläuterte, treten im Netz durch die Einspeisung erneuerbarer Energien und die geplante Abschaltung konventioneller Kraftwerke Schwankungen im Netz auf.

Diese Schwankungen werden im Umspannwerken mit Hilfe von Kompensationsdrosselspulen (KPDR) stabilisiert. Auch auf dem benachbarten Areal des Umspannwerks, das der Netze BW gehört, arbeiten schon Kompensationsdrosselspulen. Jedes dieser Geräte ist 360 Tonnen schwer, es arbeitet in einer Leistungsklasse zwischen 50 und 250 Mega-Volt-Ampère-reaktiv in 33 Stufen, um eine dauerhafte Systemspannung von 440 Kilovolt aufrecht zu erhalten. Baubeginn soll im Jahr 2027 sein, mit der Fertigstellung ist 2030 zu rechnen.

Aus den Reihen des Gemeinderates wurde gefragt, ob für Trossingen auch ein solcher Batteriespeicher vorstellbar wäre. Julius Kaiser von Transnet BW erklärte, jeder könne einen solchen Batteriespeicher planen und bauen und wenn er dann einen Anschluss an das Versorgungsnetz wünsche, müsse sein Unternehmen neutral prüfen, ob dies möglich ist und unter welchen Bedingungen.