Die Sulzer Stromversorgung schüttet für das Jahr 2022 290 000 Euro an die Gesellschafter aus. Bei den Regenerativen Energie liegt man über dem Bundesdurchschnitt.
„Das Ergebnis ist besser ausgefallen als geplant“, kann Kämmerer Hans-Peter Fauser den Stadträten verkünden.
Und meint damit den Jahresabschluss der Sulzer Stromversorgung für das Jahr 2022. Doch ist das, was am Ende als großes Plus unter dem Strich steht, keinesfalls ein Selbstläufer. Denn: „Zum Jahresbeginn zeichnete sich aufgrund der politischen Entscheidungen (Kohleausstieg) und dem Kriegsgeschehen eine exorbitante Erhöhung der Börsenstrompreise ab“, heißt es im Wirtschaftsbericht.
Leitungsnetz wird ausgebaut
Die Allgemeinen Tarife mussten zum 1. Januar 2023 um 14 Cent netto erhöht werden. Das Jahresergebnis ist mit rund 386 000 Euro höher als im Vorjahr (etwa 273 000 Euro) und liegt auch über dem Planniveau von 290 000 Euro. Das geht auf die Strombeschaffungskosten zurück, die nicht so stark gestiegen waren, wie ursprünglich prognostiziert.
Auch wurde 2022 mit 412 000 Euro deutlich mehr investiert als im Jahr zuvor (327 000 Euro). Der Schwerpunkt lag dabei auf dem Leitungsnetz. Zum Dezember 2022 hat die Stromversorgung keinerlei Verbindlichkeiten in Form von Darlehen zu begleichen.
Kunden wechseln nach Sulz
Vielmehr gibt es einen Bilanzgewinn in Höhe von 385 983,37 Euro. Dieser liegt über dem berechneten „Planwert“ von 290 000 Euro. Vom Gewinn sollen 290 000 Euro an die Gesellschafter – also die Stadt Sulz und die EnBW-Kommunale Beteiligungen GmbH – ausgeschüttet sowie 95 983,37 Euro in die Rücklage eingestellt werden.
Doch die schwierige Situation auf dem Strommarkt hatte für die Sulzer Stromversorgung auch positive Konsequenzen. „Aufgrund von Lieferanteninsolvenzen und starken Preiserhöhungen bei vielen Lieferanten, wechseln deutlich mehr Kunden als in den Vorjahren zu uns“, heißt es in dem Bericht.
Stromnetz wird teurer
Für 2023 lagen die geplanten Investitionen bei rund 1,2 Millionen Euro, die den Netzausbau und eine Finanzierungsrat für das Neubauprojekt „3S“ auf Kastell umfassen. Für 2024 sollen dafür – sowie die Erstellung einer PV-Anlage 1,1 Millionen Euro ausgegeben werden und 2025 etwa eine Million Euro.
Um die vorgegebenen Klimaziele der Bundesregierung einzuhalten, werde die Stromerzeugung in den kommenden Jahren weiter konsequent auf erneuerbare Quellen umgestellt. Dies führe notwendigerweise zu künftig höheren Kosten im Stromnetz, heißt es unter dem Punkt „Chancen und Risiken“.
Millionen an Einspeisevergütung
In diesem Bereich ist man in Sulz allerdings ganz gut dabei. „Bezogen auf unseren gesamten Netzabsatz beträgt der Regenerativenergieanteil hier rund 57 Prozent (Vorjahr: 49,9 Prozent)“, steht in den Unterlagen. Damit liege man deutlich über dem Bundesdurchschnitt – denn dieser hätte in dem Jahr lediglich 46 Prozent betragen.
Darüber hinaus seien an die Einspeiser etwa 3,4 Millionen Euro Einspeisevergütung nach dem Erneuerbaren Energien-Gesetz ausbezahlt worden.
Stadträte stimmen zu
Die Stadträte votieren mit 13 Ja-Stimmen dafür, dass Bürgermeister Jens Keucher in der Gesellschafterversammlung für die Feststellung des Jahresabschlusses 2022 und die Verwendung des Bilanzgewinns stimmt.
Gleiches gilt für die Entlastung der beiden Geschäftsführer Wolfram Röhrig und Udo Huber sowie die Entlastung des Aufsichtsrates. Die Stadträte, die gleichzeitig Mitglieder des Aufsichtsrats sind, enthalten sich bei der Abstimmung des Gemeinderates.