Das von Naturenergie betriebene Flusswasserkraftwerk in Wyhlen ist zugleich ein Industriedenkmal. Foto: Tim Nagengast

Der deutsch-schweizerische Energieversorger Naturenergie hat im zurückliegenden Geschäftsjahr bei höheren Investitionen operativ etwas weniger verdient.

Die Aktionäre sollen entsprechend eine stabile Dividende erhalten, wie Klaus Müller, Mitglied der Geschäftsleitung der Naturenergie Holding AG und Mitglied des Vorstands der Naturenergie Hochrhein AG, bei der Vorstellung der Geschäftszahlen für das Jahr 2025 vor den Medien sagte.

 

Weniger Umsatz

Der Umsatz der Gruppe sank 2025 um 8,8 Prozent auf 1,56 Milliarden Euro und der gesamte Energieabsatz gar um 12,2 Prozent auf 7,64 Milliarden Kilowattstunden, wie das Unternehmen am Montag mitteilte.

Das Betriebsergebnis (EBIT) fiel mit 214 Millionen Euro 4,4 Prozent tiefer aus als im Vorjahr. Dabei seien die Investitionen in den Umbau des regionalen Energiesystems ausgebaut worden. Dies unterstreiche den Fokus auf eine langfristig robuste Energieversorgung, den Ausbau erneuerbarer Erzeugung sowie die Stärkung der Infrastruktur.

Bewertungseffekte aus der Personalvorsorge und einmalige Abgangserträge beeinflussten den EBIT mit rund fünf Millionen Euro positiv. Bereinigt um diesen Betrag lag der „adjusted“ EBIT – also das Ergebnis vor Steuern und Zinsen – damit bei 208,8 Millionen Euro und somit zwei Millionen Euro unter dem Vorjahreswert. Für Müller ist dies dennoch „eine sehr, sehr gute Zahl – zwar etwas tiefer als 2024, aber besser als erwartet“.

Binational tätig

Der Reingewinn hingegen legte derweil um 4,4 Prozent auf 188,2 Millionen Euro zu. Dazu habe unter anderem ein höheres Finanzergebnis beigetragen, heißt es im Geschäftsbericht.

Für das Geschäftsjahr 2026 wird aufgrund im Vergleich zu 2025 niedrigerer Vermarktungspreise ein EBIT von rund 120 Millionen Euro erwartet, dies bei einem Bruttoinvestitionsvolumen von über 180 Millionen.

Wie Müller sagte, versorgt Naturenergie derzeit rund 295 000 Kunden mit Strom. Das Unternehmen ist dabei auf deutscher Rheinseite ungefähr in einem Bereich zwischen Schallstadt, Titisee, Donaueschingen und dem Beginn des Bodenseeraum tätig. In der Schweiz fokussiert Naturenergie sich auf die Hochrheinschiene, punktuelle Einzelstandorte und das Wallis.

Absatz fällt

Drei Milliarden Kilowattstunden Strom, vorzugsweise aus Wasserkraft, erzeugt das Unternehmen im Schnitt pro Jahr. Dieser Stand wird Müller zufolge dieses Jahr jedoch nicht ganz erreicht (2,66 Milliarden kWh). Weil der Absatz „deutlich gefallen“ sei, konzentriere man sich vor allem im Industriebereich auf die Kunden, die Strom von Naturenergie bewusst beziehen wollten. Wobei der Übergang vom Gewerbe- zum Industriekunden fließend ist.

Ein Fokus liegt auf Wyhlen

173,8 Millionen Euro hat der Energieversorger im vergangenen Jahr investiert – ein Plus von rund 30 Millionen Euro im Vergleich zu 2024. Ein Fokus liegt dabei auf dem Standort Wyhlen, wo neben der Stromerzeugung des Flusswasserkraftwerks im Herbst eine zweite Anlage zur Wasserstoffproduktion in Betrieb gehen soll. In Wyhlen wurde außerdem einiges in den Aufbau von Photovoltaik investiert und ein größeres Nahwärmenetz errichtet. Dieses ist bereits in Teilen in Betrieb gegangen. „Energiewende bedeutet Investitionen“, resümierte Müller, der den investiven Horizont bis in die Mitte der 2030er Jahre zieht. Die 66-prozentige Eigenkapitalquote komme Naturenergie in diesem Kontext sehr entgegen.

In vielen Segmenten aktiv

Naturenergie beschäftigt derzeit 1480 Mitarbeiter, betreibt 14 000 Kilometer Stromleitungen und hat im vergangenen Jahr selbst 2,66 Milliarden Kilowattstunden aus erneuerbaren Energien erzeugt. Neben Strom – und Wärmeversorgung betreibt Naturenergie auch E-Ladesäulen, PV-Anlagen und ist im Bereich Car-Sharing aktiv.