Zur Stromnetzkonzession in Lörrach nimmt unser Leser Jürgen Fessmann Stellung.
Der bisherigen Berichterstattung konnte man entnehmen, dass die jahrelange Stromnetzkonzession mit dem Naturenergie Netze 2018 ausgelaufen ist und von der Stadt Lörrach nicht mehr verlängert wurde. Die Stadt Lörrach will zukünftig das städtische Stromnetz selbst übernehmen und betreiben, weshalb sie zusammen mit Badenova eine neue Firma, die Stadtnetze Lörrach GmbH gegründet hat. An dieser hält die Stadt Lörrach 51 Prozent und die Badenova 49 Prozent der Anteile. Des Weiteren ist der Oberbürgermeister Mitglied im Aufsichtsrat der Badenova, was ihn befangen macht. Allein im Jahr 2025 beliefen sich die Kosten auf circa 300 000 Euro, die vorherigen Jahre nicht angerechnet.
Es stellen sich Fragen: Kann unter dieser Konstellation überhaupt eine faire und neutrale Anbieterauswahl erfolgen?
Hätte ein anderer Bewerber als die Badenova eine reelle Chance?
Warum wird eine jahrzehntelange problemlose und gute Zusammenarbeit mit dem bisherigen Netzbetreiber, der Naturenergie Netze, aufgegeben?
Welche Verbesserung des Netzes und der Kosten verspricht man sich dadurch bei voller Ungewissheit und vollem Risiko bei einem Wechsel?
Falls mit der Gründung der neuen Firma ein dauerhaft günstiger Strompreis garantiert werden sollte, stellt sich auch die Frage: Günstig für wen? Für die neue Firma, die mit dem Strompreis Geld verdienen will, oder günstig für den Verbraucher? Was genau ist unter „günstig“ zu verstehen?
Kann die Stadt Lörrach mit ihrer 51-Prozent-Beteiligung an der neuen Firma Stadtnetze überhaupt die Kosten für die Übernahme des Stromnetzes von der Naturenergie Netze stemmen, wenn sie angeblich jetzt schon kein Geld hat?
Und weiter: Wie hoch werden diese Kosten geschätzt? Muss die Stadt dafür Kredite aufnehmen? Wenn ja, in welcher Höhe?
Hat die Stadt nicht schon genug „Baustellen“, die bei der derzeitigen finanziellen Lage der Stadt nicht oder nur ungenügend finanziert werden können? Wo liegen die Prioritäten?
Fragen, die sich meiner Meinung nach im Grunde jeder interessierte, mündige Bürger stellen müsste und die öffentlich bisher von der Stadt selbstverpflichtend nicht beantwortet wurden.
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