Starauftritt in Offenburg: Zum ersten Stromberg-Film seit mehr als zehn Jahren kam Schauspieler Christoph Maria Herbst persönlich ins Forum-Kino – und stellte sich den Fragen der Fans.
Bernd Stromberg ist wieder da. Nach fünf Staffeln und mehr als zehn Jahre nach dem ersten Kinofilm ist der wohl unangenehmste Chef Deutschlands Anfang Dezember auf die Leinwand zurückgekehrt. Zu diesem Anlass zeigte das Offenburger Kino am Montagmittag eine besondere Vorstellung extra für die Fans – mit Hauptdarsteller Christoph Maria Herbst höchstpersönlich.
Zur Handlung des Films: Viele Jahre nach ihrem letzten gemeinsamen Arbeitstag kommt die Schadensregulierung der Capitol Versicherung erneut zusammen. Mit dabei sind die vertrauten Gesichter um Berthold „Ernie“ Heisterkamp (Bjarne Mädel), Tanja und Ulf Steinke (Diana Staehly und Oliver Wnuk), Jennifer Schirrmann (Milena Dreissig) – und natürlich Bernd Stromberg. Das Wiedersehen fühlt sich nur anfangs an wie ein Klassentreffen oder eine Familienfeier. Schnell mündet das Wiedersehen im Chaos.
Eine ambivalente Kultfigur
Also „wieder alles wie immer“, wie es auf den Kinoplakaten zu lesen ist? Viele Fans warteten bereits lange vor dem Einlass im Foyer des Forum-Kinos. Die meisten waren sogenannte „Hardcore-Fans“ von früher, die die komplette Serie und den ersten Film gesehen hatten, viele sogar mehrmals. Man erwarte vor allem ein Wiedersehen der alten Weggefährten – wie ein Klassentreffen mit alten Freunden und Feinden stelle man sich das vor, meinten die Fans im Gespräch mit unserer Redaktion.
Stromberg ist längst eine Kultfigur, die lange Pause hat ihm offensichtlich nicht geschadet: Weil der Andrang so groß war, stockte das Offenburger Kino kurzerhand auf und zeigte gleich zwei Vorstellungen auf einmal. Wohlgemerkt: an einem Montagnachmittag.
Rund eine Viertelstunde vor Filmbeginn tauchte Herbst leger im sportlichen Sweater auf, um Fragen des Publikums zu beantworten. Auffallend oft musste der Schauspieler dabei den Unterschied zwischen seiner Person und der Filmfigur Bernd Stromberg erklären. So stellt er klar: Nein, er könne nicht genau sagen, was einen guten oder schlechten Chef ausmache – zumindest nicht aus Sicht Strombergs. Charakterlich sei er persönlich weit entfernt von diesem notorischen Nach-unten-Treter: „Ich bin nicht der Arsch, ich spiele ihn nur.“ Er selbst sei eigentlich ein ziemlich netter Kerl, so glaube er zumindest. Dann erzählte Herbst aus seiner Zeit als Banklehrling in den Achtzigern, als er tatsächlich ein paar echte Chefs kennenlernen durfte: „Da waren ein paar richtig fiese Typen dabei.“
Eher ein Schlag in die Magengrube als eine leichte Komödie
Trotzdem ließ sich der 59-Jährige am Ende doch noch auf seine alte Rolle ein: „Euer Papa ist jetzt da. Ich zieh das durch“, sagte Herbst und gab damit den Startschuss für den Film.
Der neue Stromberg-Film gibt seinem Publikum eine ziemlich harte Nuss zum Knacken mit auf den Weg. Denn der Humor der Serie war schon immer ein eher zweischneidiges Schwert: Einerseits konnte sich das Publikum klar von den rassistischen, frauenfeindlichen und herablassenden Aussagen des Bürochefs distanzieren. Andererseits hat es über seine üblen Witze trotzdem gelacht – wenn auch mit einer gehörigen Portion Fremdscham.Genau diese Ambivalenz nimmt der Film auf – und lässt offen, wie das alte und neue Publikum damit umgeht. Christoph Maria Herbst sagt dazu: „Manche, die uns verstanden haben, werden dem neuen Film folgen können. Für andere gilt das womöglich nicht.“ Dass das Kinopublikum in Offenburg bei der Premiere stellenweise etwas verhalten lachte, aber den Film positiv aufnahm, zeigte: Die Botschaft wurde angenommen.
Kommt da noch mehr?
Ob es mit „Stromberg“ nach der Kino-Rückkehr weitergeht, steht laut Christoph Maria Herbst noch in den Sternen. Die Fans hätten laut Anmerkung aus dem Publikum wohl gern eine sechste Serienstaffel. Falls der Film floppt, gebe es keine Argumente dafür, sagte Herbst dazu. Falls die Kinokassen klingelten, könne er sich aber durchaus überzeugen lassen: „Die Lustfrage muss ich mir da nicht stellen.“