Dunkle Wolken ziehen über der Stromversorgung auf. Foto: Dold

Hardt dürfte inzwischen landesweit einen Spitzenplatz in Sachen Stromausfälle einnehmen. Am Samstagabend war es wieder soweit: Es wurde zappenduster – und zwar im ganzen Ort.

Hardt - Viele wollten sich gerade die gefühlt 78. Meisterschaft des FC Bayern München in Serie anschauen. Doch die TV-Übertragung der Partie gegen Borussia Dortmund wurde jäh unterbrochen. Stromausfall. Zum dritten Mal. In nicht einmal drei Monaten. Das ist ein Hattrick, den niemand mag.

 

Um 20.13 Uhr ist alles wieder am Netz

Alexandra Edlinger von der ED Netze in Rheinfelden an der Schweizer Grenze bei Lörrach weiß längst, wo Hardt liegt – schließlich gibt es dort laufend Alarme. "Gegen 19.17 Uhr kam es am Samstag zu einer Versorgungsunterbrechung", erklärt sie routiniert. "Um 20.13 Uhr waren die letzten Stationen wieder versorgt." Doch was war die Ursache für den neuerlichen Blackout? "In einer kundeneigenen Trafostation in der Gewerbestraße war es zu einem Defekt gekommen. Aufgrund dessen kam es zum Stromausfall", informiert Edlinger auf Nachfrage.

Größtes Notstromaggregat im Einsatz

Daraufhin rückte sofort ein Trupp an, um den Schaden schnell zu beheben. Die Einzelheiten erklärt die Sprecherin so: "Diese Kundenanlage wurde von ED Netze am Montag ausgetauscht. Für die Versorgung der Anlage wurde in Absprache mit dem Eigentümer am Wochenende unser größtes Notstromaggregat vor Ort gebracht und eingesetzt".

Das Hardter Stromnetz sei im Übrigen trotz der ganzen Ausfälle nicht störungsanfälliger als andere Netze, stellt sie klar: "Die drei Störungsursachen der jüngsten Zeit waren von äußeren Einflüssen verursacht.". Die Gründe seien zum einen ein Ast, der in Folge eines Sturms auf eine Leitung gefallen seien, zum anderen sei bei Fällarbeiten ein Baum in eine Freileitung gekippt – und nun eben der Defekt in der Kundenanlage.

Eine Runde auf den Netzbetreiber?

Ob solche Stromausfälle nun zur Regel werden? Das glaubt Alexandra Edlinger nicht: "Weil wir als Netzbetreiber auf die äußeren Einwirkungen wie das Wetter keinen Einfluss haben, können wir dazu nichts sagen." Anders formuliert: Die ständigen besonderen Vorkommnisse liegen nicht in der Hand des Netzbetreibers.

Mitunter kam es so zu kuriosen Situationen am Samstag: Manche wollten zum Fernsehen ins Wohnmobil sitzen, da dort die Stromversorgung gesichert war. Besucher im "Leos" wollten gerade nach Hause gehen, als es den dumpfen Schlag tat, berichten sie. Weil die Gäste zuhause eine elektrisch gesicherte Tür haben, die sich nur mit Strom öffnen lässt, sagten sie sich: "Dann halt noch eine Runde." Sie kamen auf die Idee, sie dem Netzbetreiber in Rechnung zu stellen – was dieser aber wohl eher ablehnen dürfte.