Der Gebäudekomplex der Schule verbraucht mit Abstand am meisten Strom. 2020 war aber ein sparsames Jahr. Foto: Archiv

Energie: Management und Lockdown sparen Kosten

Obernheim. "Vieles lässt sich auf Corona zurückführen, weil die Liegenschaften anders betrieben wurden." Das stellte Linda Nagel von der Energieagentur Zollernalb in der jüngsten Gemeinderatssitzung in Obernheim fest, in der sie zum dritten Mal nach 2018 und 2019 den Energiebericht für die Gemeinde vorlegte. Indes sei die Einsparung von Strom, Wasser, CO2 und den damit verbunden Kosten nicht nur der Pandemie zuzuschreiben, sondern auch dem konsequenten Energiemanagement in der Gemeinde.

Die Coronapandemie prägte das Jahr 2020 maßgeblich. Als Folge des Lockdowns wurde die Beheizung öffentlicher Gebäude heruntergefahren. Ferner wurde durch die Optimierung der Lüftungsanlage in der Mehrzweckhalle und die Installation einer Photovoltaikanlage auf dem Dach des neuen Feuerwehrhauses Energie eingespart oder gewonnen.

Im Vergleich zu 2018 wurden in den kommunalen Gebäuden 37 Prozent weniger Strom verbraucht und 62 Prozent weniger Wasser. Laut Nagel hätte das Einsparungen von rund 31 912 Euro bedeutet, wenn der Betrieb ohne coronabedingten Lockdown regulär weitergegangen wäre. Betrugen 2018 die Gesamtenergie- und Wasserbezugskosten noch insgesamt 101 631 Euro, waren es 2020 noch 66 638 Euro.

Während die Wärme etwa drei Viertel des Gesamtenergieverbrauchs ausmacht und nur ein Viertel der Strom, verhält es sich bei den Kosten anders. Da Strom teurer ist als Wärmeenergie, machen die Stromkosten etwa 55 Prozent der Gesamtkosten aus.

Obwohl die Schule 2020 für einige Monate geschlossen war, nimmt das Gebäude in der Energiebilanz den ersten Platz ein: Auf den Schulkomplex entfällt mit 47 Prozent der größte Posten des Stromverbrauchs. Rund ein Drittel wurde für die Stromversorgung der Straßenbeleuchtung eingesetzt. Das Rathaus und der Bauhof schlagen mit fünf beziehungsweise drei Prozent des Stromverbrauchs zu Buche.

Im Schulkomplex wird auch am meisten Wasser verbraucht: 72 Prozent des Gesamtverbrauchs entfallen auf das Gebäude, in dem auch das Schwimmbad liegt, 18 Prozent auf den Bauhof und neun Prozent auf das Rathaus.

Auf dem Feuerwehrhaus, das zum Gebäudekomplex Schule und Mehrzweckhalle gehört, ist am 24. Juli 2020 die Photovoltaikanlage in Betrieb gegangen; aktuell ist eine Heizungsumstellung in Planung. Der Strombezug des Gesamtkomplexes konnte 2020 im Vergleich zu 2019 um 55 Prozent reduziert werden. Grund dafür ist zum einen der Lockdown, zum anderen die Inbetriebnahme der Photovoltaikanlage im zweiten Halbjahr.

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