Allein die Stadtwerke Schramberg müssen rund 1,8 Millionen Euro für Netzentgelte mehr bezahlen – und weitergeben.
Mitte Dezember kam die erste Änderung, am 22. Dezember dann der nächste Schlag. Mit dem Ausfall des 5,5 Milliarden-Zuschusses für Übertragungs-Netzentgelte kommen auf die Stadtwerke zusätzliche rund 1,8 Millionen Euro in diesem Jahr zu – die wie wohl alle anderen Stromanbieter auch – an ihre Kunden weitergeben (müssen).
Zuvor bereits war auch die Strom-NEV-Umlage überraschend erhöht worden – der im Oktober angekündigte Preis war Anfang Dezember nach oben angepasst worden. Und so erhöhen sich nicht nur für die Verbraucher die Preise, sondern es gab auch in einer sehr arbeitsintensiven Zeit, so Stadtwerke-Chef Peter Kälble – mit Jahresabschluss und neuen Abschlagsberechnungen einen großen Mehraufwand.
Während bei der Grundversorgung – also für alle die, die einfach irgendwo im Stadtgebiet Schrambergs einziehen und keinen Versorgungsvertrag abschließen – die Preise jeweils mit einer Sechs-Wochen-Frist angepasst werden können, ist dies bei längerfristigen Tarifen anders.
Neue Kalkulation nötig
Und da hatten die Stadtwerke für 2024 noch Anfang Dezember ein neues Zwei-Jahres-Produkt mit Preisgarantie aufgelegt, das rund 150 Kunden auch abgeschlossen haben, wie Christian Blessing vom Stadtwerke-Vertrieb sagt. Dies sei dann aber zwischenzeitlich vom Markt genommen worden, da eben die Preise hätten angepasst werden müssen.
Für diejenigen Kunden, die den Tarif bereits abgeschlossen hatten, ändert sich somit nur die eigens ausgewiesene Umlage, die je Kilowattstunde um 0,29 Cent brutto steigt. Dies macht bei einem Verbrauch von 3500 Kilowattstunden Mehrkosten von rund zehn Euro in diesem Jahr aus.
Grundgebühr steigt
Mit rund 29 Euro fast das Dreifache müssen die Stromkunden (bei neuen Online- und Langzeitstromverträgen) indes aufgrund des Haushaltsbeschlusses der Ampel-Koalition zusätzlich in diesem Jahr nochmals an Grundgebühr drauflegen – und das unabhängig vom eigenen Stromverbrauch. Glück haben dabei nur diejenigen, die den Vertrag im Dezember bereits geschlossen hatten – da haben die Stadtwerke für die Laufzeiten Preisstabilität garantiert, die im Gegensatz zur Umlage Bestand hat.
C02-Abgabe verteuert Gas
Durch die neuen Belastungen ist es laut Berechnung von Christian Blessing so, dass Kunden in der Grundversorgung anstelle des von den Stadtwerken geplanten günstigeren Preises in diesem Jahr sich bei einem Jahresverbrauch von 3000 Kilowattstunden, der rund 27 Euro Ersparnis gebracht hätte, jetzt sogar noch rund zehn Euro im Jahr drüber liegen.
Und auch beim Gas sieht es aufgrund der von der Bundesregierung im Dezember beschlossenen höheren Kohlendioxid-Abgabe so aus, dass bei einem Verbrauch von durchschnittlich 18 000 Kilowattstunden knapp drei Euro Mehrkosten im Monat entstehen.
Durch milden Jahresverlauf gespart
Allerdings rechnet Christian Blessing damit, dass viele Gaskunden in diesem Januar noch Geld zurückbekommen, da aufgrund des milden Jahresverlaufs im Durchschnitt weniger Gas bezogen worden sei.
§ 19 Strom-NEV-Umlage
Seit 2012
gleicht diese Umlage die Mindereinnahmen der Netzbetreiber aus, die durch die Netzentgeltentlastung der stromintensiven Industrie entstehen.
Sie berechnet sich
für Energieversorgungsunternehmen hauptsächlich nach Anzahl der Kunden sowie dem Verbrauch.