In Haiterbach soll ab dem Jahr 2023 möglichst Ökostrom aus erneuerbaren Energien aus den Trafostationen und Steckdosen fließen. Foto: Priestersbach

Gemeinderat: Stadt Haiterbach wird sich an einer Bündelausschreibung in Sachen Strom und Gas beteiligen

Haiterbach wird sich an einer sogenannten Bündelausschreibung in Sachen Strom und Gas beteiligen. Dies entschied der Gemeinderat einstimmig. Davon verspricht man sich im Rathaus eine größere Rechtssicherheit beim Vergabeverfahren – und im besten Fall auch Vorteile bei den Strom- und Gaspreisen.

Haiterbach. Derzeit werden Strom und Gas in Haiterbach von den Altensteiger Stadtwerken bezogen. Nachdem die ENBW Ende 2016 die Belieferung von Großkunden mit Strom und Gas eingestellt hatte, wurde ein Vertrag mit dem seinerzeit günstigsten Anbieter geschlossen. Aktuell hat der Strom- und Gasliefervertrag mit den Stadtwerken Altensteig eine Laufzeit bis Ende des Jahres, doch soll er nun bis 31. Dezember 2022 verlängert werden.

In diesem Zusammenhang wies Bürgermeister Andreas Hölzlberger auf die aktuellen Bewegungen bei den Energiepreisen hin. "Wir erhoffen uns günstigere Strompreise, wenn wir uns an der Bündelausschreibung beteiligen", so Hölzlberger. Die europaweite Ausschreibung wird von der Gt-service Dienstleistungsgesellschaft durchgeführt, bei der es sich um eine 100-prozentige Tochtergesellschaft des baden-württembergischen Gemeindetags handelt. Wie der Rathauschef anmerkte, werde bisher zwar Normalstrom bezogen, doch er betonte mit Blick auf den künftigen Anbieter: "Wir können uns durchaus auch Ökostrom leisten". Beim Erdgas soll zudem ein Anteil von zehn Prozent Bioerdgas mit ausgeschrieben werden.

In der Diskussion sprach Yvonne Beck (UBL) mit Blick auf den Bezug von Ökostrom von einer "gewissen Vorbildfunktion" der Stadt – doch müsse man auch schauen, wo Strom gespart werden könne.

"Ich finde das gut und bin für Ökostrom", erklärte Rita Frey von den Freien Wählern. Gerhard Walz (Freie Wähler) stellte die Frage in den Raum, ob es Erfahrungswerte gebe, dass dieses Ausschreibungsverfahren tatsächlich zu Einsparungen führe. Wenn sich mögliche Einsparungen nur in einem Minimalbereich bewegen würden, müsse man sich schon überlegen, "ob wir nicht lieber den regionalen Anbieter nehmen", so Walz.

Wie Bürgermeister Hölzlberger erwiderte, seien die Stadtwerke Altensteiger ein bundesweit agierender Stromlieferant – und am Ende komme es eben darauf an, "wer der günstigste Anbieter ist". Und da, wo es sinnvoll sei, werde man künftig natürlich Energieeinsparungen vornehmen.