Die Abrissarbeiten auf dem Flugplatz-Gelände gehen voran: Militäranlagen sollen weichen, um Platz für etwa eine Photovoltaik-Anlage zu schaffen. Foto: Büro Bury

Mehr klimafreundlicher Strom für Lahr: Das E-Werk Mittelbaden und die Firma Herrenknecht planen eine Photovoltaik-Anlage auf dem Flugplatz, die Strom für 4000 Haushalte liefern könnte. Zuvor sind jedoch Ausgleichszahlungen für die Fläche fällig.

Lahr - Johannes Fietz, Vorstandsmitglied der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima), und Oberbürgermeister Markus Ibert haben sich auf Einladung des CDU-Bundestagsabgeordneten Yannick Bury auf dem Flugplatz ein Bild über den Fortgang der Abrissarbeiten gemacht und über den Bau einer Photovoltaikanlage ausgetauscht. Die "Bima" verwaltet die Immobilienvermögen des Bundes und ist daher auch Vertragspartner der Stadt bei Fragen der Nutzung des Flugplatzareals, heißt es in der Mitteilung aus Burys Büro.

Fietz und Ibert äußerten sich optimistisch, dass man die Verhandlungen über die für die Photovoltaik notwendigen Ausgleichszahlungen erfolgreich zu Ende führen werde. Das fragliche Gelände hatte die Stadt ursprünglich günstig als Grünland vom Bund erworben. Angesichts der höherwertigen Nutzung als Photovoltaik-Fläche muss es nun neu bewertet werden. Bima-Vorstand Fietz zeigte sich dazu aber optimistisch: "Wir wollen in Partnerschaft mit Lahr helfen, diese Nutzung möglichst rasch zu ermöglichen – ganz besonders mit Blick auf die wichtige Erschließung erneuerbarer Energien."

Potenzial von 10 000 Megawattstunden

Die Photovoltaik-Anlage hatte E-Werk-Chef Ulrich Kleine im Dezember 2021 im Gemeinderat erstmals angekündigt. Das E-Werk, das die Anlage gemeinsam mit der Firma Herrenknecht plant, erklärte auf Nachfrage unserer Redaktion, dass das Potenzial der Fläche parallel zur Landebahn bei 10 000 Megawattstunden pro Jahr liege. Damit könnte man 4000 Haushalte mit Strom versorgen.

Ob die Anlage tatsächlich so groß werden kann, sei noch nicht klar, erklärte E-Werk-Sprecherin Anthea Götz. "Der Bebauungsplan muss noch festgezurrt werden. Bevor dieser steht, können wir keine Angaben über die genauer Größe machen", sagte sie. Genauso wenig sei abzusehen, wann es mit dem Projekt losgehen kann und wie viel es letztlich kostet. Das hänge davon ab, wann der Bebauungsplan fertiggestellt ist und wie dieser konkret aussieht, so Götz.

Abbrucharbeiten bis 2016 beendet

Ein weiteres Thema des Besuchs war der Fortgang des Abrisses der alten Militäranlagen, um Platz etwa für die Photovoltaik-Anlage zu schaffen. "Das Management des Gebäudeabrisses am Flughafen ist eine echte Erfolgsgeschichte. Das gesamte Areal hat riesige Potenziale, und das auch deshalb, weil Lahr und die ›Bima‹ die Abrissverpflichtungen klug und partnerschaftlich verlängert haben. In den freien Gebäuden konnten so in der Zwischenzeit viele Betriebe unterkommen. Und wenn die Bebauung einer Fläche von bis zu 15 Hektar mit Solarpanels Realität wird, ist das ist eine richtige Hausnummer für den Ausbau der erneuerbaren Energien in der Region", so Bury.

Bei der Begehung des Areals präsentierte der Geschäftsführer der IGZ, Daniel Halter, den Fortgang der Abbrucharbeiten. Diese sollen westlich des Lahrer Flughafens Ende 2026 und östlich des Flughafens Ende 2023 beendet sein, jeweils mit der Option, den Abriss um bis zu vier Jahre zu verlängern. Fietz konnte sich bei der Besichtigung ein Bild davon machen, dass die Stadt Lahr ihren vertraglich vereinbarten Pflichten nachkommt.