„Ohne den besonderen Einsatz der Feuerwehr Wittershausen und die gute Zusammenarbeit bei dem Blitzeinsatz, wäre das Einfangen unmöglich gewesen!“, lobt Storchenbetreuer Hartmut Polet das Engagement der Einsatzkräfte. Foto: Feuerwehr Wittershausen

Im Vöhringer Teilort Wittershausen wird ein Storch gesichtet. Doch ist dieser immerhin noch so fit, dass er seine Retter ziemlich auf Trab hält.

Ein Storch im Wohngebiet Unteres Hargental! Der Storchenbetreuer des Nabu Oberndorf, Hartmut Polet, wurde am Dienstag um 16 Uhr über das Tier informiert. Bereits am Vortag war ein Fangversuch gescheitert, da der Storch noch fliegen konnte. Hier hatte die Polizei Oberndorf den Naturschutzwart Ludwig Schrägle alarmiert.

 

Auch Polet zog Schrägle am Dienstag hinzu. Mit zwei Fahrzeugen fuhren die beiden nach Wittershausen – ausgerüstet mit Fanggeräten, Fangtüchern, Fernrohr und Kamera. Vor Ort konnte Polet den Storch mit der Ringnummer AJT 69 sichten.

Storch entwischt

„Ungeniert machte er gerade Gefiederpflege und konnte nicht ahnen, dass nun sein Fang vorbereitet wird“, erzählt der Storchenbeauftragte. Schrägle habe die der Feuerwehr alarmiert, die Abteilung Wittershausen rückte um 16.24 Uhr mit zwei Fahrzeugen und 16 Personen unter Führung des Abteilungskommandanten Andre Fischer an. Ludwig Schrägle erklärte dann den Plan zum Fangen des Storches.

Die Nacht verbringt der Storch in einer Voliere. Foto: Polet

„Dieser hatte sich während der Lagebesprechung schon auf eine Wiese in der Nähe verdrückt. In einem großen Kreis startete dann der erste Fangversuch. Leider ergriff AJT dabei die Flucht in Richtung Abwasserbecken der A81“, berichtet Polet. Hier sei der nächste kreisförmige Fangversuch erfolgt – und AJT 69 war wieder der Gewinner: „Er flüchtete im Tiefflug in Richtung Ort zurück. Man wollte nun schon das Fangen beenden, aber Kommandant Fischer und sein Team setzten das inzwischen eingespielte Team zum dritten Fangversuch in Bewegung.“

Gelungener Zugriff

Polet trieb den Storch in ein nahe gelegenes Baumfeld – wo Michael Breil ihn schließlich einfangen konnte. Dem Team der Feuerwehr Wittershausen bekundete Polet ein großes Lob und Dank. Von den Fachleuten sei ihm am Vortrag noch mitgeteilt worden, dass es unmöglich sei, einen fliegenden Storch einzufangen!

Der Storch wurde in der Tierarztpraxis von Stromberg untersucht. Verletzungen äußerlich waren nicht zu erkennen. Weshalb das Tier so geschwächt ist, sollen Untersuchungen im Vogelschutzzentrum des Nabu in Mössingen ergeben. Anhand der Ringnummer wird auch geprüft, wo der Storch geboren ist und möglicherweise auch schon gebrütet hat. „Der Ausfall eines Storches in der Brutzeit ist das schlimmste Ereignis, denn ein Storch kann die Jungen nicht aufziehen“, erklärt Polet.

Momentan gibt es in Bochingen ein Nest, in dem abends ein Storch ist. Wenn Störche in Not sind, alarmiere der Beauftragte die Feuerwehr. Oft sei auch der Einsatz der Drehleiter erforderlich. Hartmut Polet betreut verschiedene Nester ehrenamtlich. Für Forschungszwecke des Max-Planck-Instituts beringt er Störche. Dieses Jahr erhalten die Störche in Mühlheim einen Storchenring mit GPS-Sender, die beim Beringen aktiviert werden. Über die App Animal Tracker können die Störche weltweit beobachtet werden.

Update: Am Mittwochnachmittag gab es  neue Nachrichten über AJT69: Der Storch habe einen gebrochenen Zeh und werde im Vogelschutzzentrum behandelt und versorgt, teilt Hartmut Polet mit. Geplant sei, den Storch nach Genesung in WIttershausen auszuwildern.