25 Nistkästen wurden im Gebiet aufgehängt. Foto: Schwind

Die Holzhauser Umweltgruppe plant für die Pfingstbrunnenwiese einen Lehrpfad, der auch digitale Elemente beinhalten soll.

Sulz-Holzhausen - Karl Götz von der Holzhauser Umweltgruppe berichtete über den Zustand der Pfingstbrunnenwiese bei der jüngsten Ortschaftsratssitzung. Auf der Streuobstwiese befinden sich etwa 250 Obstbäume. Wie Götz erklärte handelt es sich um ein biologisches Kleinod, bei dem durch Nachpflanzungen junger Bäume von jung bis alt alles an Bäumen vorhanden sei. Die Anzahl der Habitatbäume sei noch zu hoch, was sich aber im Laufe der Zeit ausgleichen werde.

 

Weiter erklärte Götz durch die Beweidung mit Schafen wäre die Bewirtschaftung der Wiese biologisch optimal, allerdings habe sich unterhalb des Schuppens eine Brennnesselkolonie angesiedelt, welche in einer Streuobstwiese nichts zu suchen habe und deshalb beseitigt werden müsse.

25 Nistkästen aufgehängt

Außerdem müssen die Hecken, die mittlerweile weit in die Streuobstwiesen hineinwachsen, zurückgeschnitten werden. Götz habe bereits angefangen die vorhandenen Habitatbäume vom Baurawald her zu schneiden, von den Jungbäumen habe er etliche ausgelassen, weil er den Erziehungsschnitt bei einem Baumschnittlehrgang den Teilnehmern als Lernbereich überlassen möchte.

Für die Altholzentsorgung habe man ein Unternehmen gefunden, welches das Material kostengünstig abholt und zu Hackschnitzel weiterverarbeitet. Leider seien auch durch den früheren Weidebetrieb einige Bäume beschädigt worden, was jetzt bei der Wanderschäferei nicht mehr so stark zum Tragen komme. Trotzdem soll an den Jungbäumen ein Ziegenschutzdraht angebracht werden. "Im Moment haben wir schon 40 der 60 infrage kommenden Bäume mit dem Draht versehen", erklärte der Streuobstexperte.

Auf dem Areal des biologischen Kleinods wurden 25 Nistkästen aufgehängt, davon seien etwa 80 Prozent belegt. Für eine Wildblumenwiese wurde ein 20 Meter langer Streifen vorgesehen. Dabei sei geplant, dass einzelne Familien ein kleines Stück als Patenschaft übernehmen, dort Wildblumen einsäen und sich um diese kümmern. "Wildblumensamen haben wir noch genug, leider fehlen die Familien", so Götz. In der Samenmischung befinden sich auch verschiedene mehrjährige Pflanzen für Wildbienen.

Lehrpfad per App erkunden

Als größeres und längeres Projekt soll ein Lehr- und Erlebnispfad als fachliches Bildungsangebot in die Streuobstwiesen integriert werden. Der Streuobstexperte geht von acht bis zehn Stationen aus. Mit wetterbeständigen Schildern sollen die Bäume beschriftet werden. Im Moment wären schon zehn bis zwölf Bäume beschildert. Die einzelnen Stationen sollen über einen Trampelpfad miteinander verbunden werden. Wichtig wäre Götz auch die Anlage eines Hügels aus Totholz sowie eines Steinhügels.

Das Totholz diene als Lebensraum für zahlreiche Tierarten. Insekten, Amphibien, Reptilien, Spinnen, aber auch Vögel, Fledermäuse, Igel, Haselmäuse und andere Tiere würden von Totholzhügel profitieren. Im Steinhaufen könnten Spinnen, Käfer und Spitzmäuse Verstecke finden. Erdkröten und Molche würden an feuchten Stellen zwischen den Steinen tagsüber Zuflucht suchen.

Für Besucher mit einem Smartphone möchte Götz mit einer App ein digital gestütztes Lernen auf den Streuobstwiesen anbieten. "Über einen Barcode können viele Infos, Spiele oder sogar Rätsel versteckt werden", so Götz.

Holzhausen gut aufgestellt

Der Ortschaftsrat zeigte sich begeistert mit den Planungen der Holzhauser Umweltgruppe. Der stellvertretende Ortsvorsteher Armin Hipp berichtete von einem kürzlich stattgefundenen Ortsvorstehertreffen der Gesamtstadt Sulz, bei der auch Bürgermeister Gerd Hieber dafür geworben habe, dass alle Stadtteile aufgerufen wären, wegen den benötigten Ökopunkten zum Ausgleich von Baugebieten, solche ökologische Kleinode anzulegen. Wie Armin Hipp erklärte sei Holzhausen hierbei mit der Pfingstbrunnenwiese sehr komfortabel unterwegs.