Mit Problemen durch einige jugendliche Besucher im Jugendraum beschäftigte sich der Hauinger Ortschaftsrat. Was kann getan werden?
Bei der Ortschaftsratssitzung in Hauingen wurde unter anderem eine Anpassung der Friedhofsgebühren und eine dadurch notwendige Änderung der Friedhofssatzung beschlossen.
Im Jahresbericht über den Jugendraum Hauingen der Kaltenbachstiftung berichteten die Leiterinnen Katja Thiele und Rebecca Boutouraa über die Arbeit mit Jugendlichen im Alter von neun bis 27 Jahren. Der Besuch des Jugendraums habe dieses Jahr etwas nachgelassen, berichteten die Verantwortlichen.
Sogar die Polizei gerufen
Dies habe vor allem mit eine Gruppe Jugendlicher unter 14 Jahren zu tun, die im Jugendraum sowie in der nähren Umgebung für zahlreiche Konflikte sorge und einige andere Jugendliche davon abhalte, weiterhin in den Jugendraum zu kommen. Man habe schon des Öfteren die Polizei rufen müssen, erzählte Thiele, und auch Hausverbote mussten schon ausgesprochen werden. Die Jugendlichen würden die Polizisten als Feind sehen und würden sich weiterhin uneinsichtig zeigen.
Team ist am Limit
Trotz eines Teams mit einer 100 Prozent-Stelle, zwei Fachkräften mit jeweils 75 Prozent und einer pädagogischen Hilfskraft mit 37 Stellenprozenten sei man momentan personell am Limit. Man freue sich zwar über die Unterstützung eines dualen Studenten der sozialen Arbeit und eine Auszubildende im Bereich Jugend- und Heimerziehung, aber weniger Personal dürfe es nicht werden, da zudem die überbordende Bürokratie sehr viel Zeit in Anspruch nehmen würde, die eigentlich für die Jugendlichen genutzt werden müsste.
Insgesamt seine 571 Besucher an 78 Öffnungstagen gekommen, davon sind 63 Prozent männliche und 37 Prozent weibliche Besucher.
Aufgrund der Vorkommnisse habe man neue Maßnahmen und Anpassungen im Jugendraum entwickelt – zum einen ein Ampel und Kartensystem, zum anderen eine klarere Kommunikation der Regeln. Zudem eine erhöhte Präsens bei lokalen Veranstaltungen im Sozialraum, Schulbesuche, eine flexible Anpassung der Öffnungszeiten und modulare Angebotsgestaltung. Einen besseren Austausch unter den Jugendlichen sollen sogenannte Jugendkonferenzen fördern.
Auch viele schöne Projekte
Es gab aber auch viele schöne Projekte im vergangenen Jahr wie „Lebendiges Hauingen“, den Kids-Stadtlauf und auch eine Halloween-Feier. Mit Ausflügen und Zusatzangeboten wie einem Selbstbehauptungskurs in Wen-Do, der frohen Herzen-Aktion, dem Erleben kultureller Angebote im Umland oder dem Besuch der Stadtteilgespräche boten die Verantwortlichen den Jugendliche ein interessantes Programm. Auch in den Ferien gab es viele Angebote wie einen Ausflug zur Eisbahn Eglisee, zum Grillen oder Speedsoccer im Impulsiv-Center.
Herausforderungen steigen
Die Herausforderungen in den nächsten Jahren würden allerdings nicht weniger werden. Die steigende psychische Belastung der jungen Menschen, sowie ein zunehmend deviantes Verhalten fordere ein hohes Maß an Anpassungsfähigkeit, Flexibilität und eine ständige Anpassung der strukturellen Rahmenbedingungen.
Die Mitglieder des Ortschaftsrats bedankten sich voller Hochachtung bei Katja Thiele und Rebecca Boutouraa für ihre tolle Arbeit mit den Jugendlichen trotz teilweise schwierigster Bedingungen.