Das Konzept des Kindergartens in Neufra hat den Rottweiler Gemeinderat überzeugt – doch im Ortschaftsrat löst es teils Streit aus. Der Plan für den Parkplatz stößt auf Unverständnis.
Der Siegerentwurf des Architektenwettbewerbs für den Neubau des Kindergartens Neufra hatte nach der Präsentation im Rottweiler Gemeinderat auch im Ortschaftsrat Neufra seine öffentliche Bewährungsprobe – vor vollem Haus.
Gesamtkirchenpfleger Andreas Schmötzer, der den Bauträger – die Katholische Kirchengemeinde – vertrat, stellte das Projekt vor. Zukünftig werden die Kinder im vorderen Bereich des Kindergartens empfangen – so werde ihnen der bisherige Weg über den Hintereingang erspart.
Die Spielflächen würden hingegen in den rückwärtigen geschützten Bereich verlagert. Dort entstehe ein großzügiger, zusammenhängender Außenraum für die Kinder, während im Eingangsbereich des Gebäudes drei Stellplätze untergebracht werden könnten. Der bisherige Kindergarten verfügt über keine Stellplätze.
Entwurf steht fest
Der Gebäudeentwurf sieht zwei versetzte, miteinander verbundene Baukörper mit zwei Geschossen vor. Im Erdgeschoss sind die Unter-Dreijährigen untergebracht, im Obergeschoss ist der Bereich der Kindergartenkinder. Bewegungs- und Funktionsräume, Gruppenräume, Bistro, Küche sowie Sanitär- und Sozialräume sollen auf den Ebenen verteilt werden. Mit einer Außentreppe werde der direkte Zugang vom Obergeschoss zum Garten ermöglicht. Für die Fassade sei eine Holzverkleidung angedacht, für die Energieversorgung eine Photovoltaikanlage und eine Wärmepumpe.
Der Umzug aus dem Altbau sei für Juli 2026 geplant. Übergangsweise werde die Einrichtung im Kindergarten Hochmauren in der Altstadt untergebracht. Ab Dezember 2026 würden die Abbrucharbeiten am bisherigen Gebäude beginnen und im Februar 2027 mit dem Neubau gestartet. Die Fertigstellung werde für Juli 2028 angepeilt.
Der Neubau wurde auf vier Millionen Euro begrenzt. Der ursprüngliche Entwurf hätte mit seiner größeren Kubatur rund 4,7 Millionen Euro gekostet, wovon die Kirchengemeinde 20 Prozent, also 800 000 Euro hätte tragen müssen. Daher sei das Volumen des Gebäudes entsprechend reduziert worden.
Ein internes Bauteam treffe sich regelmäßig, um an weiteren Ausgestaltungen zu arbeiten. Schmötzer lobte das Konzept. Er freue sich für Neufra, das bislang keine Kinderkrippe anbieten konnte.
Für die Unter-Dreijährigen gäbe es mit dem Neubau zehn Krippenplätze und für die Kindergartenkinder zwei Gruppen mit je 25 Plätzen.
Parkplätze stoßen auf Kritik
Im Ortschaftsrat entzündete sich Kritik an der Zahl der Parkplätze. Drei Stellplätze wären gesetzlich ausreichend, betonte Schmötzer. Alexander Butsch berichtete indes von regelmäßigem Wildparken in der Wellendinger Straße und zugeparkten Einfahren, vor allem durch die zehn Mitarbeiter des Kindergartens. Das könne mit drei Stellplätzen kaum entschärft werden.
Ein Bürger schlug vor, den Entwurf grundsätzlich umzustellen – und so Platz für weitere Parkplätze zu schaffen. Schmötzer widersprach deutlich. Das würde den geschützten Außenbereich verkleinern und Kinder gefährden, da sie bei ihrer Ankunft direkt auf ein Verkehrsareal treffen würden. Es werde nachgedacht, ob zusätzliche Stellplätze auf dem Rathausgelände reserviert werden könnten.